Hyundai i10 1,2 MT Level 4 – Testbericht

Die neue Generation des Hyundai i10 zeigt sich so erwachsen wie nie zuvor. Wir verraten in unserem Test, was der kleine Koreaner alles zu bieten hat.

Viele Hersteller ziehen sich aus dem Kleinwagensegment zurück, oder bieten ihre Kleinwagen nur noch rein elektrisch betrieben an.

Nicht so Hyundai, hier hält man an dem für viele Menschen wichtigen Fahrzeugsegment fest und setzt zudem auch noch mit der neuen i10-Generation neue Maßstäbe.

Optisch wirkt der neue i10 auf jeden Fall schon mal sehr ansprechend, vor allem die Frontpartie kann mit einem sehr dynamischen Look aufwarten. Zudem setzt Hyundai auf mehr Lifestyle als bisher und bietet Zweifarb-Lackierungen ebenso an wie neue Dekorelemente im Innenraum.

Um den luxuriösen Eindruck zu verstärken, haben wir für unseren Test das Topmodell der Baureihe gewählt, den i10 mit dem 84 PS-Benzinmotor in der höchsten für das Modell verfügbaren Ausstattungslinie, dem Level 4.

Mit einem Listenpreis von 17.390,- Euro ist der stärkere i10 in Level 4 zwar schon deutlich teurer als das 11.490,- Euro teure Basismodell, jedoch noch immer weitaus günstiger als Elektroautos in diesem Segment.

Vor allem, da im Preis eine sehr hochwertige Ausstattung inkludiert ist. Unter anderem gibt es eine Klimaautomatik, 16“-Alufelgen, Sitzheizung vorne, Lenkradheizung, Digitalradio, eine kabellose Lademöglichkeit für Smartphones, Tempomat, ein schlüsselloses Zugangssystem, einen autonomen Notbremsassistent, einen Spurhalteassistent und noch vieles mehr.

Als einzige Optionen hatten wir die Zweifarbige-Lackierung und das Navigationspaket mit 8“-Touchscreen. Der Gesamtpreis summiert sich damit auf 18.830,- Euro.

Dafür bekommt man einen luxuriösen Kleinwagen, der schon auf den ersten Blick überzeugen kann. Man hat das Gefühl, in einem Fahrzeug einer höheren Klasse zu sitzen.

Der Innenraum wirkt im Vergleich zum Vorgänger deutlich moderner. Das Cockpit besticht mit klar ablesbaren klassischen Anzeigen und einem hoch positionierten 8“-Touchscreen. An diesem könnten sich manch andere Hersteller ein Beispiel nehmen, was Positionierung, Bedienung und Darstellung betrifft.

Das System ist intuitiv zu bedienen, und man kann auch viele wichtige Funktionen schnell aufrufen, ohne in gefühlt 14 Untermenüs danach suchen zu müssen, wie es sonst so oft der Fall ist. Zudem hat man noch Schnellwahltasten und einen Drehknopf für die Lautstärkenregelung, was leider alles nicht mehr selbstverständlich ist und daher ein extra Lob verdient.

Hinter dem gut positionierten Schaltknauf sind noch die Drücktasten für Sitzheizung und weitere Dinge gut erreichbar untergebracht, zudem findet sich auch ein großes Fach mit induktiver Lademöglichkeit im unteren Bereich der Mittelkonsole.

Eine Mittelarmlehne für den Fahrer sorgt auch auf weiten Strecken für mehr Komfort. Das Platzangebot ist ebenfalls im oberen Bereich der Klasse angesiedelt, selbst im Fond hat man noch genug Raum zur Verfügung.

Das Kofferraumvolumen ist mit 252 bis 1.050 Litern Fassungsvermögen für die Kleinwagenklasse auch ordentlich groß dimensioniert.

Beim Innenraum kann der fesche Koreaner also schon einmal überzeugen, bleibt noch die Frage zu klären, wie es beim Antrieb aussieht.

Bislang können die Kunden zwischen einem 1,0 Liter-3-Zylinder-Benziner, oder dem in unserem Testwagen verbauten 1,2 Liter-4-Zylinder-Benziner wählen. Neben dem manuellen 5-Gang-Getriebe kann man auch ein automatisiertes 5-Gang-Getrieb ordern.

Die Leistung des 1,2 Liter-Motors liegt bei 84 PS (62 kW), und er liefert bei 4.200 U/Min ein maximales Drehmoment von 117,6 Nm, die Koreaner sind da sehr genau mit ihren Angaben.

Sehr gut zum Fahrzeug passt die manuelle 5-Gang-Schaltung, bei der sich die Gänge sehr leicht und über kurze Wege wechseln lassen. Das Getriebe ist dabei recht kurz übersetzt, und schon bei 50 km/h mahnt die Gangwechselanzeigen den höchsten Gang ein.

Das Interessante dabei ist, dass man dennoch sehr zügig im Stadtverkehr unterwegs ist und sich der Motor innerstädtisch sehr spritzig anfühlt. Von unten heraus kann der Motor mit mehr Kraft überzeugen, als es am Papier den Eindruck erweckt.

An seine Grenzen stößt der Motor jedoch, wenn es darum geht, flott aus mittleren Geschwindigkeiten heraus zu beschleunigen, hier sollte man mehr Geduld mitnehmen. Überholmanöver sollte man also gut planen. Hat man erst einmal Schwung erreicht, fährt es sich im i10 aber sehr angenehm.

Für den Sprint von 0 auf 100 km/h benötigt man 12,6 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 171 km/h.

Bis zu 100 km/h verfügt der i10 auch über eine sehr gute Geräuschdämmung, darüber hinaus wird es aber etwas lauter im Innenraum. Hier würde man sich dann doch einen 6. Gang wünschen, der den Motor bei Autobahntempo auf einem niedrigeren Drehzahlniveau halten würde.

Beim Verbrauch zeigt sich die Getriebeauslegung aber ohne Nachteile, der i10 ist deutlich sparsamer als man es vermuten würde. Von Natur her sind wir etwas ungeduldig und haben daher das Gaspedal durchaus öfters bis zum Bodenblech gedrückt, um flott voran zu kommen.

Dennoch haben wir im Schnitt nicht mehr als 5,4 Liter pro 100 Kilometer verbraucht und liegen damit im unteren Bereich der nach WLTP-Norm angegebenen Verbrauchswerte, die dem i10 einen Verbrauch von 5,2 bis 5,8 Liter prognostizieren.

Ebenfalls auf ganzer Länge überzeugen kann der i10 beim Fahrkomfort. Er ist für ein so kompaktes Auto extrem komfortabel und bügelt Bodenunebenheiten perfekt aus. Die leichtgängige Lenkung ist auch angenehm direkt, womit man mit dem i10 sehr wendig ist.

Die Straßenlage ist für ein Auto dieser Klasse ebenfalls sehr gut, allerdings sollte man die Kurven nicht allzu flott nehmen, da der i10 hier etwas zum Untersteuern neigt. Er lässt es den Fahrer aber frühzeitig spüren und noch viel Raum für Korrekturen.

Womit wir beim Thema Sicherheit wären: Auch hier zeigt sich der i10 sehr erwachsen und bietet viele Features, die in dieser Klasse nicht selbstverständlich sind, allen voran den Spurhalteassistenten, der einen durch einen Lenkeingriff immer auf Spur hält.

Die neue Generation des Hyundai i10 hat in unserem Test also durchaus auf ganzer Linie begeistern können. Der i10 ist für einen Kleinwagen extrem luxuriös und komfortabel zu fahren. Seine Qualität und die fünf Jahre Garantie ohne Kilometerbegrenzung sprechen zudem für den i10.

Was uns gefällt:

Das Design, die für diese Klasse luxuriöse Ausstattung, der Fahrkomfort, das Preis/Leistungsverhältnis, die Sparsamkeit

Was uns nicht gefällt:

Die etwas träge Leistungsentfaltung aus mittleren Geschwindigkeiten

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 2
Fahrleistung: 3
Fahrverhalten: 2
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 3
Kofferraum : 3-
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1-