Der neue Hyundai i10 - Testbericht

Die neue Generation des Hyundai i10 hat auf der Vienna Autoshow 2017 ihre Premiere gefeiert. Womit der Kleine auch Große zu überzeugen weiß, lesen Sie hier.

Gleich auf den ersten Blick erkennt man den neuen i10 durch seine modifizierte Außenansicht, die zwar nicht extrem, dafür aber positiv verändert wurde. Dabei sticht der neue Cascading-Kühlergrill mit den integrierten LED-Tagfahrlichtern, der das neue Markenzeichen der Hyundai Familie darstellt, deutlich ins Auge. Auch das Heckdesign wurde etwas kantiger in Szene gesetzt und ist leicht an der neu gestalteten Heckschürze mit den integrierten Nebelschlussleuchten erkennbar. Insgesamt macht der Kleine einen sehr schicken Eindruck.

Für diesen Test haben wir uns das Topmodell "Premium" ins Haus geholt. Die Neuauflage des i10 bietet insgesamt drei Ausstattungsvarianten: Life, Comfort und Premium. Außerdem gibt es derzeit anlässlich des 25-Jahr-Jubiläums ein "Edition 25" Sondermodell des i10, dessen Preis bei 9.490 Euro beginnt. Bei der Premium-Version darf es mit 13.890 Euro zwar etwas mehr sein, dafür packen jedoch die koreanischen Ingenieure alles hinein, was in dem putzigen Cityflitzer Platz hat.

In Sachen Sicherheit gibt es neben einer Berganfahrhilfe und statischem Kurvenlicht auch eine Bremslicht-/Warnblinkautomatik bei Vollbremsung. Von außen erkennt man die Premium Variante durch die in die Seitenspiegel integrierten Blinker, das LED-Tagfahrlicht, Nebelscheinwerfer sowie die schwarzen Seitenschutzleisten. Klein aber oho, kann man den i10 mit akustischen Parksensoren hinten genau in jede Lücke hinein manövrieren. Ebenfalls in der Serienausstattung inkludiert sind Klimaautomatik mit elektrischer Temperaturregelung, elektrische Fensterheber vorne/hinten, Türgriffe mit Metallapplikationen sowie ein Lederlenkrad und Lederschaltknauf. Den Innenraum beschallen vier Lautsprecher (zwei vorne, zwei hinten), wobei die Multimediaanlage mit Radio, MP3 und Bluetooth-Freisprecheinrichtung auch über das Lenkrad bedient werden kann. Eine Eingabe per Spracherkennung ist möglich.

Wie bei fast allen unseren Testfahrzeugen üblich, wurden in unserem i10 noch einige Extras verbaut, um zu zeigen, welche Möglichkeiten in einem Stadtflitzer stecken können. An erster Stelle der Optionsliste steht die Mandarin Orange-Lackierung, die den Kleinen richtig zur Geltung bringt, was das Suchen auf Großparkplätzen wahnsinnig erleichtert. Außerdem sticht die Farbe aus dem Alltagsbrei der gedeckten Farben heraus. Warum nicht auch einmal so auffallen?

Hyundai´s Winterpaket weiß durch seine Effizienz zu überzeugen. Die Sitzheizung vorne sowie das beheizbare Lederlenkrad wärmen derart rasch noch bevor der Motor nur halbwegs auf Temperatur ist. Das ist sehr angenehm. Interessant ist nur, dass sich die Sitzheizung beim nächsten Start nicht wieder einschaltet, die Lenkradheizung aber aktiv bleibt.

Das Premium-Paket ist für die Verwöhnten unter uns. Wer genießt es nicht, den Schlüssel einfach in der Tasche zu behalten? Gestartet wird der i10 dann ebenfalls per Knopfdruck. Ein elektrisches Glasschiebedach lässt die angestaute Hitze schnell nach oben hinaus und den Innenraum noch größer wirken.

Keine Ausreden gibt es mehr mit dem Navi-Paket, denn auf dem 7-Zoll-Farbdisplay, wo auch die anderen Elemente der Multimediaanlage angezeigt werden, findet man schnell die gewünschte Route. Die Spracheingabe erfolgt jedoch nur in Kombination mit Android Auto oder Apple CarPlay. Nehmen wir dann noch schicke 15-Zoll-Leichtmetallräder und verdunkelte Scheiben dazu, erreicht der kleine Hyundai einen Gesamtpreis von 16.910 Euro. In Anbetracht der gebotenen Leistung durchaus in einem preislich akzeptablen Bereich.

Die Verarbeitungsqualität im Innenraum ist sehr gut und optisch ansprechend. Kleine Akzente in Metall-Optik werten den i10 deutlich auf. Auf einer Gesamtlänge von 3,67 m bietet der Cityfloh dank seines Radstands von 2,39 m ein für diese Größe äußerst angenehmes Innenraumfeeling. Man fühlt sich weder vorne noch hinten beengt, wobei wir auf eine Dreierbelegung der Rückbank verzichten würden. Kopf- wie Beinfreiheit sind ausreichend vorhanden. Dank des verstellbaren Lenkrads und Fahrersitzes findet jeder eine gute Sitzposition. Von Seiten der Polsterung gibt es ebenfalls nichts zu beklagen. Zahlreiche Ablagen, zum Teil mit Klappe verdeckt, lassen einiges gut verstauen. Aufgrund der 60:40 umklappbaren Rückbank kann der Stadtflitzer selbst größere Partys ausstatten. Immerhin steigen damit die serienmäßigen 252 Liter auf 1.046 Liter Fassungsvermögen.

Wer sich für einen i10 entscheidet, hat die Wahl zwischen dem 66 PS starken 3 Zylinder oder unserem Testfahrzeug, das den Vierzylinder-Benzinmotor mit einem Hubraum von 1.248 Kubik und 87 PS besitzt. Das klingt zunächst nach nicht viel, doch der smarte Hyundai schafft es durchaus, ein deutlich schnelleres Fahrgefühl zu vermitteln. In keinster Weise käme man beim Gasselflitzen durch die Großstadt auf die Idee, mit einem Motor unter 100 PS unterwegs zu sein. Der Floh reagiert recht spritzig auf die Gasannahme, und das Fünf-Gang-Schaltgetriebe ist gut übersetzt, sodass man nicht einmal auf der Autobahn einen sechsten Gang vermisst.

Aus dem Stand erreicht der i10 die 100 km/h-Marke nach 12,1 Sekunden, was, wie bereits erwähnt, gefühlt anders erscheint. Bei 175 km/h ist die Höchstgeschwindigkeit laut Hersteller erreicht, was aber bei einem Kleinwagen für gelegentliche Überlandfahrten ausreichend ist. Apropos Überland: Bricht man mit dem kleinen i10 aus der Stadt aus, um die Umgebung zu erkunden, so merkt man erst bei Geschwindigkeiten über 100 km/h, dass ihm die Kraft beim Überholen fehlt und man dafür eine längere Distanz einkalkulieren muss. Außerdem werden die Wind-/Motorgeräusche, die bis dahin eher unscheinbar im Hintergrund waren, deutlich lauter.

Die Verbrauchswerte, die Hyundai mit 4,9 Litern im Durchschnitt angibt, konnten wir während unserer Testzeit nicht erreichen. Der Durchschnittsverbrauch laut unserem Bordcomputer lag bei rund 6 Litern, was uns ebenfalls nicht erschreckt hat. Lenkung bzw. Fahrwerk wurden ideal auf einen Cityflitzer ausgelegt: Eine leichtgängige Lenkung macht das Manövrieren deutlich angenehmer, und die Bodenwellen schluckt das Fahrwerk ohne Wimpernzucken.

Der neue i10 kann sich als Cityfloh durchaus sehen lassen. Seine gute Ausstattung und Verarbeitungsqualität rechtfertigen den Preis durchaus. Die Motorisierung ist für das Haupteinsatzgebiet Stadt ideal. Wer auf der Suche nach einem feschen Motorknirps ist, sollte bei Hyundai vorbeischauen.

Was uns gefällt:

Design, Verarbeitung, Innenraum

Was uns nicht gefällt:

Sprachsteuerung nur mit Android Auto mit Kabelverbindung möglich, nicht via Bluetooth-Verbindung

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 2
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1-
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1-
Platzangebot Rückbank: 3
Kofferraum: 2
Ablagen: 1-
Übersichtlichkeit: 1

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