Elektromotorräder : Durchbruch geschafft ?

Mission Motors stellt Geschwindigkeitsrekord für Elektromotorräder auf

Das 2007 in San Francisco gegründete Unternehmen Mission Motors hat eigenen Angaben zufolge mit seinem "Mission One Electric Superbike" den Geschwindigkeitsrekord der American Motorcycle Association (AMA) für Elektromotorräder gebrochen. Noch ist der Rekord zwar nicht von der AMA bestätigt worden, die Hersteller des Rekord-Motorrads rechnen aber damit, dass dies bald geschehen wird. 150 Meilen (240 Kilometer) pro Stunde erreichte das Elektromotorrad im Schnitt bei zwei Fahrten auf dem Bonneville Speedway, einer Salzwüste unweit von Salt Lake City. Zeitweise wurden sogar Höchstgeschwindigkeiten von 161 Meilen pro Stunde geschafft.

Mission Motors bestätigt damit die Versprechungen bezüglich der Höchstgeschwindigkeit des Motorrads, die man bei der Vorstellung der Maschine im Februar gemacht hatte. Schon nächstes Jahr sollen erste Serienmodelle auf den Straßen zu sehen sein. Insgesamt 300 Stück will das Unternehmen 2010 absetzen, die ersten 50 sollen als limitierte Auflage erscheinen.

"Das ist ein Wendepunkt für Elektrofahrzeuge und läutet die Ära elektrischer Supermotorräder ein. Elektro ist nicht mehr länger die Zukunft leistungsfähiger Motorräder, es ist die Gegenwart", sagt Mission-Motors-Gründer Edward West. Besonders wichtig ist für ihn die Tatsache, dass es sich bei dem Rekord-Bike nicht um eine hochgezüchtete Spezialvariante handelt, sondern dass der Top-Speed mit dem Produktions-Prototypen erreicht wurde. Billig wird das Motorrad bei Markteinführung allerdings nicht - rund 70.000 Dollar soll es voraussichtlich kosten. West und der Mitgründer Forrest North arbeiteten, bevor sie Mission Motors gründeten, für Tesla und Ducati, wo sie das Know-how für Elektrofahrzeuge und Motorräder sammelten. Der hohe Preis ergibt sich derzeit aus den niedrigen Stückzahlen - was sich aber rasch ändern kann, falls große Hersteller auf den Elektrozug aufspringen.

Auf technischer Seite glänzt das Elektro-Bike neben der Höchstgeschwindigkeit von rund 240 km/h auch mit vergleichsweise hoher Reichweite . 240 Kilometer soll das Superbike mit einer Aufladung des verbauten Lithium-Ionen-Akkus zurücklegen können. Danach wird eine Ladepause von rund zwei Stunden fällig. Der flüssigkeitsgekühlte Drei-Phasen-Wechselstrom-Motor bietet gleich zum Start ein Drehmoment von 135 Newtonmetern, was die Maschine rasch bis zur Maximaldrehzahl von 6.500 Umdrehungen pro Minute bringt und sehr schnelle Beschleunigungszeiten ermöglichen dürfte.

Auch Tuning-Optionen bringt das Zweirad mit. Mittels WLAN kann das Bike mit dem Computer verbunden werden, wodurch Fahrzeugdaten ausgelesen und verschiedene Einstellungen des Motorrads verändert werden können. Neben einer Brembo-Bremse steht auch eine elektrische Bremsanlage zur Verfügung, um die Bremsenergie wieder in Strom für den Akku umzuwandeln. Das futuristische Design des Rekord-Bikes kommt übrigens von Yves Behar und fuseproject.

Einen Vorteil hat das Mission One für den Hersteller jedenfalls schon gebracht. Zeigten sich große Motorradhersteller bislang eher desinteressiert an Elektro-Zweirädern, wächst deren Interesse an dieser Nische zunehmend. Honda, Yamaha, Piaggio und andere Hersteller sollen mittlerweile auf Mission Motors aufmerksam geworden sein. Ähnlich wie Mercedes Benz bei zunehmendem Fortschritt in der Entwicklung des Roadsters auf Tesla aufmerksam wurde und mittlerweile Millionen in den Elektroautohersteller investiert hat. Dass Namen wie Honda und Yamaha als Interessenten für Mission Motors genannt werden, überrascht daher nicht.

pte

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