Motorradbekleidung im Sommer

Kompromiss zwischen optimalem Schutz und Luftdurchlässigkeit

Wer bei sommerlichen Temperaturen mit der "Lederkluft" auf dem Motorrad unterwegs ist, kommt schon mal gehörig ins Schwitzen. Leider ist das Transpirieren am Bike wenig angenehm, vermindert die Freude am Fahren und der Hitzestau führt zudem zu Unkonzentriertheit. Gerade bei Einspurigen ist aber besondere Konzentration angesagt, schließlich fehlt die schützende Hülle wie beim Pkw und ein Fahrfehler kann fatale Folgen nach sich ziehen.

Laut Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) zählen Motorradfahrer zu den gefährdetsten Verkehrsteilnehmern. Sowohl Unfälle als auch Verletzte sind im Vergleich zum Vorjahr um knapp zwölf Prozent gestiegen. Außerdem waren um 20 Getötete mehr zu verzeichnen als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Im Jahr 2003 wurden bei 3.617 Motorradunfällen 3.744 Personen verletzt und 109 getötet.

Eine entsprechende Schutzkleidung ist das Um und Auf für Biker. Vor allem Leder ist aufgrund der Abriebfestigkeit des Materials nach wie vor unübertroffen. Protektoren an exponierten Stellen wie Schulter, Ellbogen, Knie oder Hüfte schützen im Fall eines Unfalls vor punktförmiger Krafteinwirkung. Der Nachteil der Lederdress ist, dass diese auch ungefüttert und perforiert bei Temperaturen um die 30 Grad kaum auszuhalten ist. KfV-Direktor Dr. Othmar Thann rät: "Hier müssen Biker einen Kompromiss finden zwischen optimalem Schutz und Luftdurchlässigkeit. Fest steht, Jeans und T-Shirts allein haben den selben Effekt wie blanke Haut! Die geringsten Bodenberührungen führen zum sogenannten Schotterausschlag. Wer sich an die aufgeschürften Knie seiner Kindheit zurückerinnert, wo wir im Schritt- oder Lauftempo und keineswegs in der Geschwindigkeit motorisierter Einspuriger unterwegs waren, kann sich den Schweregrad der Wunden gut vorstellen".

Für die "Sommerkombi" empfehlen KfV-Experten spezielle Textilmaterialien, welche abriebfest aber auch luftdurchlässig und damit kühlend sind. Dabei sollten die exponierten Körperstellen aber durch Leder geschützt sein. Biker sollten beim Kauf ihrer Schutzbekleidung darauf achten, dass die Protektoren der CE-Norm entsprechen und im Falle eines Unfalls nicht verrutschen dürfen. Das heißt, auch die Sommergarnitur muss über eine optimale Passform verfügen, damit der volle Schutz gewährleistet ist.

Auch Hände und Füße müssen entsprechen geschützt werden. "Bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h kann bereits ein vom Vorderfahrer aufgewirbelter Kieselstein oder eine Hummel sehr weh tun. Fakt ist, dass man sich bei einem Sturz zuerst auf den Händen abstützt. Wir empfehlen Lederhandschuhe mit Protektoren. Den Füßen und Unterschenkeln bieten nur ordentliche Motorradstiefel ausreichenden Schutz", so Thann. Und natürlich gehört ein guter Helm zur Schutzausrüstung. Der Helm sollte gerade im Sommer weiß sein. Dunkle Farben und Metallic-Lackierungen reflektieren die Hitze nicht ausreichend. Jethelme helfen nicht gegen Schweißausbrüche und schützen außerdem das Gesicht nicht. Tipps zum Helmkauf finden Sie auf der Webseite des KfV ...

Viele wissenswerte Tipps und Infos unter anderem auch zum Thema Motorrad-Bekleidung findet man im "Zweirad Guide" des ÖAMTC . Die Broschüre liegt an allen Dienstellen, Stützpunkten und Fahrsicherheitszentren des Clubs kostenlos auf.

Quelle: KfV / ÖAMTC