Motorradfahren in der Gruppe

Mit dem richtigen Verhalten das Unfallrisiko verringern

An den kommenden Wochenenden werden bei Schönwetter wieder viele Motorradfahrer auf Tour gehen. " Wer in einer Gruppe unterwegs ist, muss besonders konzentriert fahren. Falsches Verhalten führt immer wieder zu schweren Unfällen", warnt Georg Scheiblauer, Motorrad-Chefinstruktor beim ÖAMTC. Im schlimmsten Fall kann das eine Kettenreaktion bis hin zum Massensturz auslösen.

"Ein häufiger Fehler ist, dass die Gruppen oft zu groß und inhomogen sind", weiß der ÖAMTC-Experte. Maximal fünf Biker sollten gemeinsam unterwegs sein. Größere Gruppen sollten sich teilen und später zu einem verabredeten Zeitpunkt wieder treffen. Außerdem muss sowohl in Bezug auf Fahrkönnen als auch auf Motorleistung die Gruppe gut zusammenpassen .

Der Motorrad-Experte hat die wichtigsten Tipps für eine sichere Ausfahrt in der Gruppe zusammengefasst:

  • Der Schwächste bestimmt das Tempo : Damit wirklich alle problemlos mithalten können, bestimmt derjenige mit der schwächsten Maschine oder mit der geringsten Fahrerfahrung das Tempo. "Am besten hält man die Positionen in der Gruppe bis zum nächsten Halt", empfiehlt Scheiblauer.
  • Versetzt fahren : Durch das versetzte Fahren hat der jeweils hintere Biker immer einen freien Blick auf die Fahrbahn vor ihm und somit auch auf mögliche Gefahrenquellen.
  • Richtige Blicktechnik : Auch in der Gruppe fährt man so, als ob man alleine unterwegs wäre. Wer dem Vordermann blind folgt, begeht wahrscheinlich auch dessen Fahrfehler.
  • Abstand halten : Eine weitere Voraussetzung für eine unfallfreie Fahrt ist ausreichender Sicherheitsabstand, um jederzeit stehen bleiben zu können.
  • Gefahrloses Überholen : Das Überholmanöver muss sich problemlos ausgehen. Dabei ist jeder für sich selbst verantwortlich. Das unüberlegte "hinten-nach-Überholen" kann tödlich enden.
  • Pausen machen : Nach einer Stunde Fahrtzeit sollte man eine Pause einlegen. Danach ist man wieder konzentrierter unterwegs.
  • Zeichen verabreden : Bei Notsituationen oder dem Wunsch nach einer ungeplanten Pause können sich die Biker bestimmte Signale ausmachen.
  • Mutig sein : "In der Gruppe braucht es einigen Mut zu sagen 'Freunde, es geht mir zu schnell'", weiß der ÖAMTC-Chefinstruktor. "Es ist keine Schande, langsamer fahren zu wollen, wenn man sich überfordert fühlt."

Richtiges Verhalten in Gefahrensituationen kann trainiert werden

"Risikosituationen kann man durch vorausschauendes, konzentriertes und kontrolliertes Fahren vermeiden. Vorraussetzung dafür ist, mögliche Fehler anderer Verkehrsteilnehmer einzurechnen", erklärt der ÖAMTC-Motorradexperte. Wer bei plötzlichen Gefahren die richtige Reaktion aber nicht automatisiert hat, wird Probleme bekommen. Nur mit regelmäßigem Training ist man optimal vorbereitet. Daher bietet der ÖAMTC in seinen österreichweit neun Fahrsicherheitszentren Bikern die Gelegenheit, Gefahren besser erkennen und vermeiden zu lernen. Die Motorradfahrer gewinnen durch die erworbene richtige Fahrtechnik mehr Fahrsicherheit und schließlich auch mehr Fahrspaß. Nähere Infos zum Motorrad-Kursangebot in den ÖAMTC-Fahrsicherheitszentren gibt es unter www.oeamtc.at/fahrsicherheit .

Quelle: ÖAMTC