Motorradhelm : 10 Helme im Test und Tipps für den Helmkauf

Viel Mittelmaß beim ÖAMTC-Crossover-Motorradhelmetest, aber kein einziger Helm schafft die Note "sehr gut".

Rechtzeitig zum Start der Motorrad-Saison hat der ÖAMTC die Ergebnisse eines Crossover-Helm-Tests veröffentlicht. Diese Modulhelme sind aufgrund ihrer großen Wandlungsfähigkeit sehr beliebt. Bewertet wurden zehn Modelle (Preisspanne von 160 bis 400 Euro), darunter sechs Jethelme mit abnehmbaren Kinnteil und vier Klapphelme, die zu Jethelmen umgebaut werden können. Die Kriterien Unfallschutz, Sicht, Aerodynamik/Geräusche und Handhabung/Komfort wurden geprüft.

"Im Ergebnis konnte keiner der getesteten Helme das Prädikat 'sehr gut' erreichen", konstatiert ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl. Immerhin drei Modelle erreichten ein "gut", wobei nur der Testsieger in allen vier Einzelkategorien mit "gut" bzw. "sehr gut" bewertet wurde. Die restlichen sieben Helme bekamen trotz einiger Schwächen immer noch ein "befriedigend", sodass es zumindest keine Ausreißer am unteren Ende der Skala gibt. Auch Abwertungen wegen stark ausgeprägter Schwächen waren nicht notwendig.

In der Gesamtwertung zeigt sich, dass die getesteten Helme relativ eng beisammen liegen. "Der Sieger X-LITE X-402 GT konnte sich im Endeffekt vor allem aufgrund seiner Allrounderfähigkeiten gegenüber seinen direkten Verfolgern SHARK EvoLine 2 und SCORPION EXO 900 durchsetzen", so der ÖAMTC-Techniker. Nähere Infos zu allen ÖAMTC-Tests findet man unter www.oeamtc.at/tests .

Besonders Neueinsteiger, aber auch erfahrene Biker stehen immer wieder vor der Herausforderung, sich für einen neuen Helm entscheiden zu müssen. "Da von der richtigen Wahl im Notfall das Leben abhängen kann, gilt es, verschiedene Kriterien zu beachten. Darum sollte man für den Kauf des richtigen Helmes unbedingt genügend Zeit einplanen", empfiehlt ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl.

  • Helmgröße: Der Helm soll rundum am Kopf "fest" sitzen, ohne zu drücken. "Als Faustregel gilt, dass sich die Kopfhaut im Bereich der Stirn bei Drehbewegungen des Helmes mit verschieben sollte", so der ÖAMTC-Fachmann. Da sich die Innenausstattung im Laufe der Benutzung noch etwas "setzt", darf der Helm nicht zu groß ausgewählt werden. "Bei geschlossenem und korrekt eingestelltem Kinnriemen darf sich der Helm auch mit hohem Kraftaufwand nicht nach vorn vom Kopf abziehen lassen", erklärt Kerbl. Wichtig ist auch, dass der Kinnriemen nicht am Kehlkopf aufliegen darf.
  • Farbgebung und Visier: Bei der Farbgebung sind helle, leuchtende Töne im Sinne einer besseren Sichtbarkeit zu bevorzugen. Als weitere Faktoren können die optische Qualität und die Beschlagneigung des Visiers überprüft werden. "Wenn dabei das Visier geschlossen ist, kann man auch testen, ob ausreichend Frischluftzufuhr gegeben ist", merkt der ÖAMTC-Experte an.
  • Praxistest: Ist schließlich ein passendes Modell gefunden, sollte es mindestens zehn Minuten lang im Laden getragen werden. Eventuelle Druckstellen und Hautunverträglichkeiten des Futters würden laut dem ÖAMTC-Experten in diesem Zeitraum spürbar werden. "Wenn die Möglichkeit besteht, sollte man eine Probefahrt mit dem Helm durchführen. So kann man die Gegebenheiten auf dem eigenen Motorrad am besten überprüfen", rät Kerbl.
  • Pflege und Individualisierung: Für die Helmpflege ist es von Vorteil, wenn das Innenfutter herausnehmbar ist. "Bei manchen Modellen kann die Innenausstattung den individuellen Bedürfnissen angepasst werden. Ob das beim Wunschhelm so ist, kann man in der Gebrauchsanweisung nachschlagen oder noch besser sofort beim Händler erfragen".

Quelle: ÖAMTC

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