Motorräder mit ABS : Kein Luxus mehr

ABSolut sicher anhalten

Wer sich beim Kauf eines neuen Motorrads für ein Modell mit sicherer Antiblockierbremse (ABS) entscheiden will, kann aus einem breiten Angebot wählen. Zehn renommierte Hersteller bieten mittlerweile 64 Modelle mit ABS an. Bei rund der Hälfte der Maschinen wird die ABS-lose Variante gar nicht mehr angeboten. In der vom ADAC zusammengestellten Liste von ABS-Motorrädern (ab Ende März unter www.adac.de ) sind BMW und Honda mit 18 bzw. 13 Modellen am häufigsten zu finden. Dass die moderne Sicherheitstechnik nicht nur den Topmodellen vorbehalten ist, sieht man daran, dass Honda, Yamaha, Kawasaki und Suzuki ABS-Maschinen für unter 7.000 Euro im Programm haben. Bei Honda gibt es sogar einen Roller (SH300i), der schon für rund 5.400 Euro ABS bietet.

Im Schnitt verteuert sich ein Motorrad durch das ABS um 600 bis 1100 Euro. Eine Investition, die sich nach Ansicht des ADAC in jedem Fall bezahlt macht. Rund 100 getötete Motorradfahrer pro Jahr allein in Deutschland könnten noch leben, wenn ihre Maschine mit ABS ausgestattet gewesen wäre. Auch viele Unfälle mit Verletzen und Sachschäden könnten vermieden werden. Eine Untersuchung des ADAC zum Thema ABS bestätigt diese Einschätzung von Unfallforschern auf eindrucksvolle Weise. Dank ABS lassen sich heute selbst auf nasser Fahrbahn Verzögerungswerte von bis zu 8,9 m/s2  erreichen; ein Wert, den kaum ein Viertel aller Motorradfahrer ohne ABS-Unterstützung bei Trockenheit schafft. In der Praxis heißt das: Wenn zwei Biker, einer mit ABS-Maschine, der andere ohne, bei Tempo 100 zu bremsen beginnen, ist der ABS-lose Fahrer noch rund 45 km/h schnell, wenn der mit ABS schon steht.

Doch es geht nicht allein um die Länge des Bremswegs. Genauso wichtig ist es, einen Sturz zu vermeiden. Besonders auf wechselndem Untergrund zeigt sich, dass moderne ABS-Anlagen auch dann sauber arbeiten, wenn sich die Griffigkeit der Fahrbahn während der Bremsung plötzlich ändert. Feuchtes Laub, Gullydeckel, Bitumen oder Splitt und Sand verlieren damit im Falle einer Notbremsung ihren Schrecken. Für den ADAC steht fest: ABS ist bei Motorrädern absolut kein Luxus.

Quelle: ADAC