Das war das 8. Int. Rupert Hollaus-Gedächtnisrennen

450 Starter aus vierzehn Nationen lieferten sich spannende Rennen. Neben den Historischen sorgten unter anderem die Sidecar-Racer für atemberaubende Action.

In der Steiermark ging es am 9. und 10. Juli heiß her, nicht nur wegen des hoch sommerlichen Wetters: 450 Teilnehmer aus 14 Nationen sorgten anlässlich des 8. Internationalen Rupert Hollaus-Gedächtnisrennens für volle Action auf dem Red-Bull-Ring bei Spielberg. Auch ehemalige Grand-Prix-Sieger wie der Deutsche Ingo Emmerich und der Niederländer Aalt Toersen oder der MZ-Werksfahrer Heinz Rosner hatten die Anreise ins Steirische nicht gescheut, um bei Österreichs größter Motorrad-Veranstaltung dabei zu sein.

Vor allem die historischen Rennmotorräder aus den Jahren 1928 bis 1986 wirkten magnetisch auf das zahlreich erschienene Publikum. Schließlich hat man kaum sonst die Gelegenheit, so nahe am Geschehen dabei zu sein und den Fahrern beim Vorbereiten ihrer Maschinen über die Schulter schauen zu dürfen. Die geben dabei auch gerne Auskunft über die technischen Feinheiten ihrer bestens in Schuss gehaltenen Motorräder. Darunter fanden sich unter anderem Kampfgelsen à la 50 ccm-Kreidler, jede Menge Puchs, eine erstaunliche Dichte von Bimotas, eine Benelli Sei mit sechs offenen Megafonen und eine Reihe von Ducati Pantahs - um nur einige zu nennen.

Wohl wurden die Rennen, wie üblich, als "Gleichmäßig-keitswertungen" durchgeführt, doch letztendlich zählte nur, wer am schnellsten gleichmäßig fuhr. Die Klassen: Vintage, Post-Vintage bis Bj. 1950, 50/125 ccm, Bj. 1951 - 1986, 250 ccm, Bj. 1951 - 1986, 350 ccm, Bj. 1950 - 1986, 500 ccm, Bj. 1951 - 1986, über 500 ccm, Bj. 1951 - 1986. Dazu kam eine Parade der klassischen Originale.

In dieses attraktive Old- und Youngtimer-Programm eingebettet waren eine Reihe weiterer interessanter Races, die jeweils in drei Läufen über den Ring gingen: Vor allem die Sidecar-Trophy sorgte für spektakuläre Action, wobei zwei Ladies hervorstachen: Mit den beiden Schweizerinnen Sophia Kirchhofer und Anna Burkard hat sich ein reines Damenteam dieser bei den Fans besonders beliebten Sportart verschrieben.

Die Amazonen belegten schon im Training den beachtlichen neunten Rang und konnten damit immerhin 20 Teams hinter sich lassen. Im ersten Rennen schafften sie Platz neun, im zweiten Rang fünf, im dritten Rennen Position sieben. Die schlußendlichen - WM-erprobten - Sieger der Sidecar-Trophy kommen ebenfalls aus der Schweiz: Peter Schröder mit Beifahrer Tobias Aebischer auf LCR Suzuki.

Packend und spannend wie gewohnt waren die BMW Boxer Cup-Läufe. Ersteren entschied in zwei Läufen Kai-Uwe Lenz (D) für sich, ein Rennen konnte der Salzburger Computer-Händler Johannes Wilhelmstätter für sich entscheiden.
Die Rennen der Klasse Superbike holten sich der Halleiner Stefan Klabacher bzw. der Kärntner IDM-Pilot Stefan Schrammel. In der Supersportklasse war der Salzburger Kevin Kreutzer zweimal erfolgreich.

Am Ende des Tages resumierten die Veranstalter, Mario und Wolfgang Stropek, Obmänner der IG Formel Classic: Bezogen auf die Qualität der Fahrer und der Fahrzeuge war’s ein voller und toller Erfolg. Mehr Zuschauer hätten sie sich aber gewünscht. So oder so geht das neunte Rupert Hollaus-Gedächtnisrennen, 2012, sofort in Planung. Ob - wie traditionell - auf dem Salzburg- oder wieder auf dem Red Bull-Ring, das wird erst entschieden.

Fotos: Helmut Ohner

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