Honda CB 1300 - Testbericht

Geht es um großvolumige Vierzylinder, hat Honda schon immer eine glückliche Hand bewiesen - und bei der CB 1300 ist das nicht anders.

Die aktuelle CB 1300 steht in der besten Tradition der CB 750 Four von 1969, der 79er Bol d'Or oder der 1993 erschienenen CB 1000 Big One. All diese Motorräder vereinen klassisches Design mit einem bärigen Reihen-Vierzylinder. Im Fall der um 14.790 Euro angebotenen CB 1300 befindet sich das Triebwerk unter einer feschen Halbschale; die komplett nackte Variante wird nicht mehr offeriert.

Vielleicht begründet sich der große Erfolg der 2005 vorgestellten leicht verhüllten Version in der gefälligen Optik, die sich stark an die legendäre CB 1100 RD von 1983 anlehnt. Die Verkleidung schützt beinahe den gesamten Oberkörper vor Wind und Regen; außerdem sind zwei praktische Seitenfächer integriert, ohne dass die Hülle zu voluminös geworden wäre. Gleichzeitig wird der freie Blick auf den unveränderten Reihenvierer gewährt. Und das ist ein Glück, denn das 1.284 ccm große Herz der Maschine besticht mit klaren Linien. Vor allem die hoch aufragenden Deckel der eng beieinander positionierten Nockenwellen bestimmen das Bild des 84 kW / 114 PS starken Motors, der seine Leistungsspitze bei 7.750 Umdrehungen erreicht. Damit liegt die aktuelle Variante zwei Pferdestärken unter der ersten. Das maximale Drehmoment von 116 Nm ist bei 6.000 Touren erreicht, was nicht nur einen sechsten Gang überflüssig macht, sondern auch eine wunderbar schaltfaule Fahrweise erlaubt: Die Maschine beschleunigt nach der Bummelfahrt durchs Ortsgebiet im fünften Gang wieder zügig bis zu einer (theoretischen) Höchstgeschwindigkeit von 230 hm/h. Der Verbrauch der CB 1300 liegt bei 6,2 Liter Superbenzin auf 100 Kilometern, was in Kombination mit dem 21 Liter fassenden Tank eine Reichweite von rund 340 Kilometern erlaubt.

Honda CB 1300(Bildquelle: mid/wa)

Beim Fahrwerk vertraut Honda weiterhin auf bekannte Größen wie den soliden Doppelschleifenrahmen oder die konventionelle 43-mm-Kartuschengabel. Das Modell 2010 wartet mit geschwärzten Gabel-Gleitrohren auf. Der größten CB im Programm wurde ein modifiziertes LED-Rücklicht spendiert, dazu ein neues Seitendeckel-Design. Schließlich finden die von der VFR 1200 F bekannten, ergonomischeren Schalterarmaturen Verwendung. Massive Umbauarbeiten schauen also anders aus. Allerdings stand auch lediglich ein Feinschliff eines längst erwachsenen Motorrades am Plan, das die Reihe der Big Bike-Legenden auch preislich selbstbewusst fortführt. Moderne Technik, stilsicherer Auftritt und kraftvolle Tourenqualitäten gehen in der CB 1300 eine hervorragende Partnerschaft ein.

mid/wa

Kommentare