Kawasaki VN 1700 Classic - Testbericht

Kawasaki hat voriges Jahr eine komplett neue Cruiser-Baureihe mit hubraumstarkem V2-Motor auf den Markt gebracht, heuer serienmäßig mit ABS.

Auf das Volumen des Motors verweist bereits der Name der VN 1700-Serie, die als Nachfolge der VN 1600-Modelle unterhalb des Hubraumgiganten VN 2000 neue Alternativen eröffnet. Den Einstieg in die jüngste Baureihe ermöglicht die bei 15.999 Euro startende "Classic". Optisch lehnt sich die "Kleine" an die VN 2000 Classic an, was unter anderem am Motordesign zu erkennen ist. Auch die Linienführung oder der Schwung des Tanks sorgen für ein homogenes Familiengesicht - auch wenn Kawasaki explizit auf komplett neu entworfene Verkleidungen verweist, die den ebenso hochwertigen wie souveränen Auftritt der 1700er abrunden.

Kawasaki vn 1700 classic 2(Bildquelle: mid/wa)

Während der Motor sich optisch am Hubraumflaggschiff orientiert, erinnert die Ventilsteuerung an die abgelöste 1600er VN: Hier wie dort werkt eine oben liegende Nockenwelle, während die VN 2000 auf das OHV-Prinzip mit unten liegender Nockenwelle und Stoßstange setzt. Ganz so aufwendig geht es bei der neuen Reihe nicht zu. Zudem kommt moderne Technik wie das vollelektronische Drosselklappensystem zum Einsatz: Eine Leistung von 55 kW / 74 PS bei 5.000 U/min ist das Resultat, das maximale Drehmoment von 135 Nm bei 2.750 Touren. Für einen gediegenen Cruiser mit Zahnriemen sind das völlig ausreichende Werte.

Darüber hinaus fällt auch das Getriebe nervenschonend aus, die Gänge werden lässig per Schaltwippe eingelegt, bis man bei etwa 70 km/h in den Overdrive gelangt, der entsprechend in der digitalen Ganganzeige als "OD" vermerkt ist. Die ersten fünf Schaltstufen werden in Ziffern dargestellt. Das "Cruising im Overdrive" schont nicht nur die Nerven, sondern auch die Geldbörse. Der Verbrauch liegt bei 5,5 Litern Superbenzin auf 100 Kilometer, was in Kombination mit dem 20 Liter fassenden Tank Reichweiten von rund 360 Kilometern erlaubt.

Kawasaki vn 1700 classic 3(Bildquelle: mid/wa)

Wer doch etwas zügiger unterwegs sein möchte, um beispielsweise auf der Autobahn Strecke zu machen, muss häufigere Tankstops einkalkulieren. Jedoch wird man sich dem ab 150 km/h recht heftig blasenden Wind kaum freiwillig über längere Zeit aussetzen. Die Höchstgeschwindigkeit von 175 km/h bleibt damit ein eher theoretischer Wert. Für ein hohes Reisetempo gibt es durchaus bessere Fahrzeuge. Außerdem sollte mit der Kawa nicht zu hektisch umgegangen werden, denn die früh aufsetzenden Trittbretter schmälern die Coolness des puristischen und lässigen Bikes merklich. Ansonsten ist ein souveräner Auftritt vorm Eissalon mit der 1700er Classic garantiert.

mid/wa

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