Die neue Moto Guzzi California 1400

Aus Mandello del Lario kommt die komplette Neuinterpretation einer Italienerin, die in Amerika Furore gemacht hat. Geblieben ist der klassische Stil, neu ist die Technik.

Mit der Präsentation der California 1400 bei der EICMA im November 2012 definiert Moto Guzzi das Konzept eines Luxusmotorrads mit zwei unterschiedlichen Stiltypen mit gleicher Leistung und Technologie neu. Mit ihren Innovationen und dem Klassischen soll sie den Wendepunkt in der Geschichte einer der ältesten Zweiradmarken der Welt markieren.

In ihrer 40-jährigen Karriere hat die Moto Guzzi California auf amerikanischen Autobahnen patrouilliert, Monarchen und Präsidenten eskortiert und in den Garagen von Filmdiven und Rockstars geparkt - damit wurde sie zu einem der berühmtesten italienischen Motorräder der Welt. Seit Beginn ihrer Erfolgsgeschichte hat sie inzwischen sieben Generationen und vier Motorisierungs-Varianten - 750, 850, 1000 und 1100 ccm - durchlebt. Bis heute wurden insgesamt mehr als 100.000 Einheiten der California-Serie produziert.

Die Gestaltung der neuen Cali bedeutete eine große Herausforderung für Moto Guzzi: So wurden die wichtigsten Stamm-Merkmale mit den neuesten Technologien kombiniert. Ergebnis ist einer der größten Zweizylinder-Motoren, der je in Europa hergestellt wurde, der aus 1.380 ccm 96 PS bei 6500 U/Min ein Maximal-Drehmoment von 120 Nm bei 2750 U/Min holt. Die neue California ist zudem der erste Cruiser mit MGCT-Traktionskontrolle und Multimap Ride-by-Wire Technologie sowie einem Frontscheinwerfer mit LED- Tagfahrlicht. Ebenfalls neu ist der Doppelschleifenrahmen mit elastischer Motorlagerung, dank dessen Vibrationen weitgehend eliminiert werden. Dazu kommt ein neu entwickelter Kardanantrieb, der geräuschärmer und ruhiger läuft als der bisherige.

Design-seitig zitiert Moto Guzzi im wesentlichen die klassische California-Linie. Der neu geformte 21-Liter-Tank und der auf 1.685 mm verlängerte Radstand ergeben eine gestrecktere und schlankere Seitenlinie. Heckseitig betrachtet sorgt ein 200er-Pneu auf dem Hinterrad für mächtigen Auftritt. Im Cockpit wurden Cruiser-Optik und aktuelle Technologie kombiniert, mit analogem Drehzahlmesser und zentralem multifunktionalem Matrixbildschirm.
Bei der neuen California verzichtete Moto Guzzi erstmals auf die bekannte Integralbremsanlage und ersetzte sie durch ABS und eine Bremsanlage mit vorne radial montierten Sätteln an 320 mm-Scheiben. Hinten kommt eine schwimmend gelagerte Doppelkolben-Bremszange an einer 282 mm-Scheibe zum Einsatz.

Auch offeriert die neue California Technolgie auf Höhe der Zeit. Dazu gehören unterschiedliche Fahr-Modi, à la "Tourismo" (Touring), "Veloce" (Sport), und "Bagnato" (nasse Fahrbahn. Ebenfalls an Bord: Traktionskontrolle und Tempomat.
Auch an der Antriebsfront gibt es Neuerungen: Das Getriebe hat jetzt sechs statt fünf Gänge. Bei der Kupplung wechselte Guzzi von Mehrscheiben-Ölbad zu einer neu konstruierten Einscheiben-Trockenkupplung.
Die Cali fährt in zwei Varianten an den Start: Als Touring mit zweifärbigem Sattel, einem Patrol-Windschild, verchromten Zusatzleuchten, 35-Liter-Seitenkoffern, Motorsturzbügel und Kofferschutz-Kits. Und als Custom mit Sportsattel und Dragbar-Lenker. Das Startgewicht der Basis-California liegt über der 300-Kilo-Marke.

Zur Invidualisierung steht gleich zum Start ein umfangreiches Zubehör-Programm optional zur Auswahl: Lederseitenkoffer-Set, Ledersattel, Fiberglas-Top-Case (60 Liter), Kunststoff-Topcase (50 Liter), Innentaschen für Koffer und Top-Case, Tankrucksack-Set, Gepäckträger, niedriges Windschild, Windschild-Windabweiser, Slip-On-Auspuffendtopf, verchromter Lenker in Schwarz, Alu-Rückspiegel, Aluminium-Griffe, Abdeckung für den Bremsflüssigkeitsbehälter der Hinterbremse, gebürstete obere Gabelbrücke, Hupen-Abdeckung, Alu-Brems- sowie Schalthebel, Abdeckung für Vorderbremszylinder- und Kupplungsgeberzylinder,  Tankabdeckungs-Kit, verchromte Zylinderkopfdeckel, Nummerntafelhalterung-Set, Kotflügel-Sturzbügel, Alu-Zylinderschutz, Alu-Ventildeckel-Set, LED-Zusatzleuchten, LED-Blinker, verchromter Frontscheinwerfer, Montage-Kit für Satellitennavigationsgerät, Satelliten-Diebstahlsicherung.

Dazu kommt, analog zu iPiaggo auch noch iGuzzi: ein Gerät, über das ein Smartphone (via BlueDash-Technologie) mit dem Motorrad verbunden werden kann und es zu einem echten Multimedia-Info-Center macht. Durch die von iGuzzi bereitgestellte Bluetooth-Verbindung, GPS und Internet-Features kann ein Smartphone zu einem integralen Bestandteil der Instrumententafel gemacht werden. Grafik und Inhalt können individualisiert werden. Darüber hinaus bietet iGuzzi Zugriff auf verschiedenste Funktionen wie Bordcomputer (Durchschnittsverbrauch, verbleibende Reichweite) und Zusatzanzeigen (Temperatur, Drehzahl etc.). Für jene, die häufig im Süden Europas unterwegs sind - Italien, Spanien, Frankreich - ist auch eine Halterung für Autobahnmaut-Transponder zu haben.

www.motoguzzi.at


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