Jubiläum: 90 Jahre Moto Guzzi

Neun Jahrzehnte fliegt der Adler schon. In Mandello del Lario am Lago di Como wird von 16. bis 18. September 2011 Geburtstag gefeiert.

Die italienische Kleinstadt Mandello del Lario steht prinzipiell immer im Zeichen von Moto Guzzi. Zwischen dem 16. und 18. September 2011 besonders: Anlässlich des 90-jährigen Bestehens lädt der norditalienische Motorradhersteller an diesen drei Tagen alle Freunde und Fans der Marke zu einer Sonderveranstaltung, zu den "Moto Guzzi World Days" ein. Spannende Rück- und Ausblicke auf die bewegte Geschichte des Unternehmens in den letzten 90 Jahren sind zu erwarten.

Moto Guzzi zählt nach neunzig Jahren ununterbrochener Produktion zu den traditionsreichsten existierenden Motorradproduzenten der Welt. Das soll gebührend gefeiert werden. Auf dem Programm stehen neben der Besichtigung der historischen Produktionsstraßen auch ein Besuch im Guzzi-Museum und ein virtueller Ausflug in die Zukunft der Kultmarke. Zusätzlich bekommen die Besucher die Gelegenheit, die neuesten Innovationen des Traditionsunternehmens zu testen: Die Moto Guzzi Norge GT 1200 8V ABS - das Reise-Flaggschiff in der Fahrzeug-Palette von Moto Guzzi - die hochbeinige Stelvio und die nostalgische V7 Classic, die im Original zu den All-time-Favourits vieler Guzzisti gehört.

Wer sich nun auf den Weg nach Mandello del Lario macht, dem sei ein kurzer Auszug aus der Moto Guzzi-Historie auf den Weg mitgegeben: Als Carlo Guzzi und Giorgio Parodi das Unternehmen 1921 in Mandello del Lario gründeten, ahnte noch niemand, zu welchem Höhenflug es unter dem Symbol des Adlers ansetzen würde. Bereits mit dem ersten Modell, der sogenannten Normale , gelang dem Duo eine Entwicklung, welche die weltweite Motorradproduktion auf Jahre hin beeinflusste.

Dazu gehörten Erfolge im Rennsport: Schon im ersten Jahr nach der Unternehmensgründung konnte sich Moto Guzzi in einem der populärsten Rennen der damaligen Zeit, der Targa Florio, durchsetzen und Siege einfahren. Diese waren der Startschuss für eine dreißigjährige Erfolgsgeschichte. Mit Modellen wie der TT 250 und der Bicilindri di Senior TT fuhr die Adler-Marke bis 1935 in nahezu jedem Rennen an der Spitze mit. Insgesamt gewannen die Fahrer des Unternehmens acht Weltmeister- und sieben Europameister-Titel und konnten auch zahlreiche andere Rennen für sich entscheiden.

Nicht nur im zivilen, auch im militärischen Bereich gab Moto Guzzi den Ton mit an: Getrieben von den Erfolgen im Rennsport und den daraus resultierenden, stetig steigenden Verkaufszahlen, entwickelte Carlo Guzzi immer neue Motorrad-Konzepte. 1928 erfand er das erste hinterradgefederte Motorrad der Welt – was von vielen Kostrukteuren der damaligen Zeit als schier lebensgefährlich erachtet wurde. Sein Bruder Giovanni, der ebenfalls an der Entwicklung beteiligt war, fuhr mit ihm von Norditalien bis ans Nordkap und wieder zurück. Dabei erhielt das Motorrad den Namen Norge, und die Zuverlässigkeit der Konstruktion war bewiesen. Diese Baureihe war vor allem auf dem zivilen Markt sehr beliebt.

Zusätzlich gehen Innovationen in der Weiterentwicklung von Motoren und in der Rahmenkonstruktion auf das italienische Unternehmen zurück. Nach dem Zweiten Weltkrieg produzierte Moto Guzzi mit dem Galletto den ersten Großradroller der Geschichte, der seine Vorteile besonders auf den holprigen Straßen ländlicher Gegenden ausspielen konnte. In den 1970er Jahren verließ ein weltbekanntes Highlight die Fabrikshallen in Mandello del Lario: Die Le Mans. Zwischen 1976 und 1992 wurden fünf verschiedene Modelle des sportlichen V2 gebaut, die ihren Siegeszug um die ganze Welt antraten.

Aufgrund der Zuverlässigkeit und Leistung waren die Konstruktionen von Moto Guzzi auch bei den Behörden und dem Militär sehr gefragt. Mit der auf der Norge basierenden G.T. 17 kreierte der italienische Marktführer das erste Modell, das nur für den militärischen Einsatz konzipiert war. Aber auch andere Modelle wie die V 1000 Convert oder die V7 wurden ursprünglich für die Armee konstruiert und waren erst später auch für Privatpersonen erhältlich.

In seiner Geschichte wechselte Moto Guzzi zweimal seinen Besitzer. 1973 kaufte der Konzern De Tomaso Industries Inc. den Betrieb, 2004 erfolgte die Übernahme durch Piaggio. Bei beiden Transfers wurden neue technische Konzepte in die Modell-Reihen der Kultmarke integriert. Aktuelles wie die Stelvio und die Norge verbindet die Erfahrungen von Piaggio mit jenen von Moto Guzzi und repräsentieren so die bewegte Geschichte der Kultmarke.

In der neuesten Generation erweckt Moto Guzzi mit der neuen Version der Norge, der GT 1200 8V ABS, die Legende aus dem Jahr 1928 zu neuem Leben. Die Tourerin bietet auch auf sehr langen Strecken ausgezeichneten Komfort. Mit allen Eigenschaften, die einen modernen Tourer ausmachen, bietet sie ebenso alle Voraussetzungen, um sich mit ihr im dichten Verkehr von Metropolen wohl zu fühlen.

Das jüngste Pferd im Stall von Moto Guzzi, die Stelvio, ist gemacht für Fahrspaß auf kurvenreichen Strecken. Ihren Name verdankt sie der Hausstrecke von Moto Guzzi, dem Stilfser Joch, was auf Italienisch "Stelvio" heißt. Sie gibt es sowohl als Asphalt-orientierte (1200 ABS), als auch als geländetaugliche (1200 NTX ABS) Reise-Enduro.

Jenen, die nicht in die Heimatstadt des goldenen Adlers reisen können, sei das 1. Losensteiner Moto Guzzi-Treffen in Oberösterreich ans Herz gelegt. Vom 16. bis 18. September wird auch dort das runde Jubiläum gefeiert, und es gibt genauso Testmöglichkeiten der neuesten Modelle. Auch Ober-Guzzista Roland Düringer wird einen Abstecher zu diesem Event machen, und er steht sicher auch für Autogramme zur Verfügung.

Info: www.motoguzzi.at

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