Gespanne von Ural: Russen beweisen die Kraft der Nische

Die russischen Gespanne erobern Europa. Zur Feier des Jahres 2013 gibt’s ein neues Sondermodell. Und ein winterliches Treffen in Oberösterreich obendrein.

Gespanne von Ural sind begehrt und beliebt. Der europäische Importeur konnte in den ersten drei Quartalen 2012 den Absatz um 75 % gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres heben. Zuwächse gibt es in allen Ländern mit Ural-Repräsentanz. Die stärksten Zunahmen bei den Verkäufen stammen aber aus Deutschland. Die Nachbarn sind nun wieder Europas umsatzstärkster Ural-Markt, sie lösen nach neun Jahren Frankreich als Spitzenmarkt auf dem Alten Kontinent ab.

Der Hauptgrund für diese enormen Zuwächse in Europa ist die nun stabile Finanzsituation im Werk und damit die ausreichend gesicherten Produktionsmöglichkeiten: Es kann nun endlich der Bedarf an Ural Gespannen gedeckt werden. In den USA war die Liefersituation in den vergangene Jahren nie so angespannt wie in Europa. Dennoch konnte in den USA auch ein Zuwachs von 32% gegenüber dem Vorjahr erreicht werden.

Damit es weiter so bleibt, steht ein neues Ural-Modell für 2013 am Start, denn es ist schon lange Tradition, dass der Ural-Europaimporteur aus Österreich regelmäßig Besonderheiten entwickelt und im Werk in limitierter Auflage zur Produktion in Auftrag gibt. So zählen z. B. die Editionen Pustinja, Roter Oktober, Vorona oder Schneeleopard zu den beliebtesten Ural Versionen überhaupt. Es gibt Kunden, die ausschließlich Sondermodelle von Ural kaufen und sich mit den "Normal"-Modellen gar nicht erst abgeben.

Für 2013 heißt das Sondermodell "Ural Zarja" auf deutsch: "Ural Abendrot"
Schwarzmatte Lackierung dominiert an allen Teilen des Motorrades. Ein bisschen Orange kommt dezent an der Unterseite des Tanks, im Beiwageninneren, am Rist der Felgen, an den Deckeln und im Inneren der kleinen Ural Seitenkoffer (genannt Baraholka) zum Einsatz.
Das Fahrgestell des Beiwagens ist vom Modell Retro entnommen. Die Kombination mit 18 Zoll Rädern (schwarz eloxierte Aluminium Felgen, verstärkt für Gespannbetrieb, schwarz verchromte Speichen, Bereifung vorne Heidenau 4.00x18 Profil K36, hinten und Beiwagen: 4.00x18 Profil K28) legen das Fahrwerk tiefer. Das bedeutet besseres Kurvenverhalten. Dieses Sondermodell ist damit eindeutig auf die befestigte Straße orientiert. Im Hinterachsgetriebe sitzt eine Übersetzung für den Solobetrieb. Das senkt die Drehzahl. Das Sonder-Gespann ist im Vergleich zu den Serienmodellen viel leichter, weil viele Details, wie zum Beispiel Reserverad, gar nicht montiert sind. Es ist reduziert auf das Wesentliche, aber natürlich kann alles Mögliche aus der Serienausstattung und dem Zubehörprogramm nachgerüstet werden. Es werden nur 25 Stück Ural Abendrot gebaut. Das Modell 2013 kann ab sofort bei den Ural Händlern bestellt werden und wird ab Ende Februar / Anfang März 2013 ausgeliefert.

Nicht ganz ausgehen wird sich damit das traditionelle Gespann-Wintertreffen, das aber ohnehin in erster Linie für Hardcore-Versionen der Ural gedacht ist. Bemerkenswert ist, dass sich Motorradtreffen in der kalten Jahreszeit immer größeren Zulaufs erfreuen. Die großen berühmten europäischen Winter-Motorradtreffen werden zunehmend zur Touristenattraktion. Viele Leute reisen bequem im Auto an, um die jährlich steigende Anzahl von "Verrückten" zu besichtigen, die per Motorrad anreisen und in einem Zeltlager "Spaß" haben.
Höchste Zeit also für den Ural-Importeur, ein Wintertreffen ohne Eventcharakter und Massenauftrieb zu organisieren, und zwar von 1. - 3. Februar 2013 im Mühlviertel, genauer in A-4274 Schönau im Mühlkreis, Prandegg 3.

Die Kulisse zum Treffen ist die Burgruine Prandegg. Die Location bei der Taverne am Fuße der Burg ist stimmungsvoll. Auf jeden Fall herrscht dort Anfang Februar Schnee- oder zumindest Kältegarantie. Es gibt Zeltplätze, es kann aber auch auf der Galerie im Gastraum der Taverne geschlafen werden. Im Umkreis gibt es günstige Zimmer.
Am Samstag ab 11 Uhr wird eine Winter-Ausfahrt unternommen: In der gesamten Region ist keine einzige ebene Fläche zu finden, es stehen damit bergeweise schweißtreibende Abenteuer zur Verfügung. Gespanne ohne Beiwagenantrieb werden zur Ausfahrt besser gleich gar nicht gestartet.
Natürlich ist jeder Gespannfahrer willkommen, es soll keine Ural- und Dnepr-Inzucht betrieben werden. Besucher mit solo Motorrädern sind gerne gesehen, vielleicht kann der eine oder andere dieser ungläubigen Helden zum Gespannfahrer bekehrt werden. Für weit, sehr weit Anreisende, die mit dem Gespann auf dem Hänger anreisen, kann der Anhänger im Ort Pregarten abgestellt werden, die letzten 22 Kilometer Anfahrt zur Burg sind landschaftlich sehr attraktiv.
Es wird von Seiten des Veranstalters kein Eintritt behoben, es wird jedoch um Anmeldung zum Treffen ersucht, formlos per email unter office@ural.at .

www.ural.at

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