Vespa 946: Ein Kunstwerk

"Nur wer schon Geschichte geschrieben hat, kann sich die Zukunft vorstellen" - in diesem Sinne präsentiert der Piaggio-Konzern die neueste Version des Kult-Rollers.

Die Vespa hält seit ihren ersten Tagen im Jahr 1946 ihren Platz als Stil- und Technologie-Ikone. Seit mehreren Generationen erfüllt der Kult-Roller den Wunsch nach Freiheit und gibt der Welt den Weg für individuelle Mobilität vor. Mit der Präsentation der Vespa 946 auf der EIMCA 2012 machte die italienische Rollerschmiede einen weiteren großen Schritt in Richtung Zukunft.

Nachdem mehr als 17 Millionen Vespas auf den Straßen dieser Welt unterwegs sind und die Marke dadurch längst zu einer Legende geworden ist, enthüllte Vespa nun die neueste Enwicklungsstufe: Mit einer innovativen Hommage an den Prototypen des MP6 aus dem Jahr 1946 setzt die italienische Rollerschmiede einen neuen Maßstab. Die Marketing-Abteilung von Vespa dazu: "Im Pontedera Style Centre hat man die Eigenschaften herausgefiltert, die die Ästhetik individueller Mobilität für immer verändert und die erfolgreiche Linienführung verbessert, um die Vespa in eine neue Generation zu projizieren. Die Vespa ist wieder einmal ihrer Zeit voraus und katapultiert sich mit Stil und Technologie in die Zukunft."
Der ursprünglichen Idee treu geblieben, entschied man sich für die Bauart des Monocoque. Die Struktur aus geschweißtem Stahl ist erstmals in der Geschichte von Vespa mit Elementen aus Aluminiumlegierung ausgestattet. Das Ergebnis ist ein Kunstwerk, das mit seiner Ersterscheinung einen besonderen Platz in der langjährigen Geschichte der Kultmarke einnimmt und den italienischen Roller in die Elite der Luxusmarken einführt.

Alleine der Rahmen ist ein Juwel. Wie bei den Vorgänger-Modellen ist er, samt der Verkleidung, das technisch markante Element der Vespa: ein einziges Stahl- und Aluminiumteil, das auch Stützfunktion hat und in dem der Motor, das Getriebe und alle mechanischen Teile untergebracht sind. Der Einsatz von Aluminium dient, neben der Erreichung der spezifischen Ästhetik, der Senkung des Gewichts und damit der Steigerung der Energieeffizienz. Das wirkt sich positiv auf den Treibstoffverbrauch und die Emissionen aus.

Die 946er wurde von der MP6 inspiriert, dem allerersten Vespa-Prototypen, und sie weicht mit ihren Formen von den aktuellen Vespa-Modellen ab. Üblicherweise werden die Fahrzeuge in Modelle mit kleinem Rahmen (die aktuelle LX- und S-Serien) und mit großem Rahmen (GTS und die GTV) unterteilt. Jetzt erblickt jedoch eine völlig neue Vespa das Licht der Welt, die zwar noch die klassische Linienführung erkennen lässt, aber dank eines "Zurück in die Zukunft"-Designs mit der Weiterentwicklung der traditionellen Optik bricht. Die Vespa 946 ist die Essenz ihrer Vorgängerinnen. Die Grundmaße des Rahmens und des Achsabstands lassen auf Stabilität schließen. Die Linienführung, das niedrige Gewicht und der neue ausgelegte Lenkkopfwinkel dienen der Agilität und Wendigkeit. Die Federung bleibt bei der Original-Konstruktion der klassischen Einarmschwinge. Am Hinterrad kommt zum ersten Mal in der Vespa-Geschichte ein Mono-Gasdruckstoßdämpfer zum Einsatz, mit vierstufig einstellbarer Federvorspannung, horizontal mit einem stufenweise einstellbaren Hebelsystem montiert. Die LED-Beleuchtung ist eines der auffälligsten Elemente der Vespa 946, vor allem der Frontscheinwerfer in Voll-LED. Der auf einer Sattelstütze aus Gussaluminium montierte, wasserfeste Sattel ist ein originäres Designelement, das den Gesamt-Look der Vespa 946 abrundet. Das Cockpit ist mit einem LCD-Instrumenten-Bord bestückt. Der vordere Kotflügel ist aus Alu. Geblieben sind 12-Zoll-Räder vorne wie hinten. Im Sinne der Sicherheit hat man sich vorne für zwei Bremsscheiben mit Zweikanal-ABS entschieden. Die Neue ist außerdem - ebenfalls erstmals - mit Traktionskontrolle ausgestattet.

Die Vespa 946 soll nicht nur in Punkto Design, sondern im Kapitel Technologie zukunftsweisend sein. Der neue Einzylinder-4-Takt-Motor mit 125 ccm, drei Ventilen, elektronischer Einspritzung und Luftkühlung repräsentiert Piaggios neuesten Stand der Technik bei Roller-Aggregaten. Das resultiert in verringertem Treibstoffverbrauch und einer Senkung der Emissionen sowie Geräuschentwicklung - bei gleichzeitiger Leistungs- und Drehmomentsteigerung. Der 125 ccm-Motor wurde in Pontedera, dem Sitz der Piaggio-Gruppe, gestaltet, entwickelt und wird auch dort hergestellt. Seine Performance: 8,5 kW bei 8.250 U/min, 10,7 Nm bei 6.500 U/min. Die Vespa 946 125 3V stellt im Vergleich zu früheren Motorgenerationen eine Nettoverbesserung der Leistung dar: Die maximale Leistung wurde um 7,1 % und das maximale Drehmoment um 10,3 % gesteigert. Trotz der Leistungssteigerung konnten reduzierte Ergebnisse beim Treibstoffverbrauch erzielt werden: Bei 50 km/h beträgt die Reichweite 55 km/l (etwa. 30% mehr als bei früheren Motorgenerationen). Darüber hinaus sind auch die Serviceintervalle auf 10.000 km verlängert worden, was bedeutet, dass auch die Wartungskosten des 3-Ventil-Motors reduziert werden konnten.

In den Handel kommt das Gesamt-Kunstwerk im kommenden Jahr. Es wird rund 9.000 Euro kosten.

www.vespa.at

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