Citroen c1 crashtest(Bildquelle: Werk)

Billigauto-Crashtest : 7 Modelle unter 10.000 Euro

Wenig Spitze, viel Mittelklasse - Nur der Fox hängt alle anderen ab

Billigautos boomen, soviel steht fest. Alleine das VW-Nachwuchsmodell Fox hat einen sensationellen Verkaufsstart hingelegt. Aber wie sieht es bei den kleinen Flitzern in punkto Sicherheit aus? Darf man der Sicherheit der preisgünstigen Modelle wirklich trauen? Kann ein Billigmodell unter 10.000 Euro beim Crash gleich viel Insassenschutz bieten wie die hochpreisigen Kollegen? Der ÖAMTC hat sieben Billigautos in den Härtetest geschickt.

"Wenig Spitze, viel Mittelklasse" , so lautet das Resümee des ÖAMTC-Cheftechnikers Max Lang. "Als gefährlich ist keines einzustufen. Es tut sich aber auch kein echter 'Fünf-Stern-Wagen' hervor." Lediglich der VW Fox fährt seinen Konkurrenten mit vier von fünf möglichen Sternen davon. Knapp dahinter schafft auch der Citroen C1 den Sprung in die Vier-Stern-Klasse. Der Rest, Smart fortwo, Fiat Panda, Ford Ka, Kia Picanto und Dacia Logan enttäuscht mit mittelmäßigen drei Sternen. "Eine Vier-Stern-Sicherheit muss auch bei Billigautos Standard werden", fordert daher der ÖAMTC-Experte.

Der VW Fox beweist beim ÖAMTC-Billigauto-Test, dass auch ein billiger Kleinwagen sehr sicher sein kann. "Der Überlebensraum der Fahrgastzelle ist beim Frontal-Crash mit 64 km/h weitgehend stabil geblieben", sagt Lang. Auch beim Seiten-Crash mit Tempo 50 hat der Kleine bestanden. Punktabzüge gab es allerdings wegen zu hoher Belastungen im Bereich der Wirbelsäule und des Bauches. An diesen Stellen könnte ein Seitenairbag das Verletzungsrisiko reduzieren. Beim Test wird neben dem Insassenschutz für Erwachsene auch die Kindersicherheit bewertet. Alle Sitze des Fox sind mit Dreipunktgurten ausgestattet. Damit ist die Voraussetzung geschaffen, dass alle guten Kindersitze verwendet werden können. "Ein überzeugender Auftritt. Wünschenswert wären serienmäßige Seiten- und Kopfairbags. Dann sind sogar fünf Sterne realistisch", sagt der ÖAMTC-Cheftechniker.

Der zweite in der Reihe, der Citroen C1 , hat ebenfalls eine sehr stabile Fahrgastzelle. Der Citroen bleibt aber bei der Kindersicherheit hinter dem Fox zurück. Auf den weiteren Rängen wurden nur mehr drei Sterne vergeben. Der Smart fortwo liegt auf Platz drei. Er hat vor allem beim Seiten-Crash recht gute Werte im Sicherheitsscheck erhalten. Ford Ka und Fiat Panda , ebenfalls Drei-Stern-Kandidaten, wurden noch in der europäischen Basisversion ohne Beifahrerairbag getestet. "In Österreich sind die beiden serienmäßig mit Fahrer- und Beifahrerairbag ausgestattet. Das bringt einen Sicherheitsgewinn", sagt Lang. Enttäuschend fallen die Tests bei Kia Picanto und Dacia Logan aus. Vor allem der Dacia, der ob seiner Größe bereits zur Unteren Mittelklasse zählt, bekommt beim Insassenschutz eine schlechte Bewertung. Grund dafür sind teils hohe Belastungen bei Front- und Seitencrash.

"Man kann bei den 'Schnäppchenautos' zwar ohne mulmigem Gefühl einsteigen, von Höchststandards sind viele aber noch weit entfernt. Die Testsieger machen vor, dass ein sehr hohes Sicherheitsniveau zu einem günstigen Preis sehr wohl möglich ist", sagt der ÖAMTC-Cheftechniker abschließend.

Die detaillierten Ergebnisse aller ÖAMTC-Crashtests gibt es auf der ÖAMTC-Website nachzulesen ...