Crashtest: Fiat 500 und Audi Q7

Ernüchternde Ergebnisse für zwei Fünf-Sterne-Autos beim Kompatibilitäts-Crashtest

Um herauszufinden, wie sich die Knautschzone eines Fahrzeuges bei einem Frontalaufprall gegen ein anderes Auto verhält, werden vom ÖAMTC und seinen Partnerclubs regelmäßig Kompatibilitäts-Crashtests durchgeführt. Bisher wurden zu diesem Zweck zwei Pkw direkt gegeneinander gecrasht. "Beim aktuellen Test kommt ein neues Verfahren zum Einsatz, das einen fahrzeugübergreifenden Vergleich ermöglicht. Dabei trifft das Testfahrzeug mit der Hälfte seiner Frontfläche auf einen gleich schnell entgegen kommenden Barrierewagen, der einen typischen Unfallgegner aus der weit verbreiteten unteren Mittelklasse darstellt", erläutert ÖAMTC-Cheftechniker Max Lang. An der Front des Barrierewagens ist ein Deformationselement montiert. Durch den Crash ergibt sich darauf ein Deformationsbild - ein Abdruck, der eine objektive Bewertung der Kompatibilität ermöglicht.

Die Ergebnisse im Detail:

  • "Der Fiat 500 schneidet bei der Kompatibilität 'befriedigend' ab. Die Fahrzeugfront ist großteils homogen aufgebaut und fügt dem Unfallgegner wenig Schaden zu", berichtet der ÖAMTC-Experte. Allerdings weist der "Schutzschild" des Fahrzeugs Schwächen im Bereich der Vorderräder auf. Damit wird wenig Energie und Geschwindigkeit abgebaut. Wenn der Unfallgegner auf die Fahrgastzelle trifft, kommt es zu sehr hohen Verzögerungen und Belastungen für die Insassen beider Fahrzeuge. Zudem steigt das Risiko, dass die Fahrgastzelle zerstört wird.
  • Die Kompatibilität des Audi Q7 wird mit "mangelhaft" beurteilt. "Die steifen Längsträger bohren sich wie Lanzen in den Unfallgegner. Zusätzlich hat der 'Schutzschild' im äußeren Bereich deutliche Schwächen. Trifft dort ein anderes Fahrzeug auf, kann nur wenig Energie und Geschwindigkeit abgebaut werden", kritisiert der ÖAMTC-Cheftechniker. Wenn der Unfallgegner auf die Fahrgastzelle trifft, kommen im Audi sprunghaft sehr hohe Verzögerungen zustande. Auch hier besteht ein hohes Risiko, dass die Fahrgastzelle zerstört wird. Durch den insgesamt ungleichmäßigen Aufbau der Frontpartie ist die Gefahr von Überlastungen sowohl beim Unfallgegner als auch beim Q7 selbst sehr hoch.

Fazit: Das Erfüllen der Kriterien beim Euro NCAP-Crashtest ist eine wichtige Voraussetzung für guten Schutz der Fahrzeuginsassen. Aber auch das Zusammenspiel der Autos untereinander in Unfallsituationen muss verbessert werden. "Fahrzeuge müssen dafür mit einem wirkungsvollen 'Schutzschild' ausgerüstet werden. Zusätzlich ist es wichtig, Geometrie und Steifigkeit der tragenden Teile besser aneinander anzupassen", fordert der ÖAMTC-Cheftechniker. "Wenn diese Punkte von den Herstellern berücksichtigt werden, kann der Insassenschutz bei allen Unfällen erheblich erhöht werden. Es ist davon auszugehen, dass das Risiko von schweren und tödlichen Verletzungen durch diese Maßnahmen deutlich reduziert werden kann."

Quelle: ÖAMTC

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