Crashtest: Wie sicher ist die dritte Sitzreihe?

Der ÖAMTC hat getestet, wie sicher die dritte Sitzreihe bei einem Van im Falle eines Unfalls ist.

Oft bieten Familienfahrzeuge anstelle der üblichen fünf Sitzplätze in einer dritten Reihe Platz für zwei weitere Personen. Der Frage, wie sicher man "ganz hinten" sitzt, ist der ÖAMTC jetzt in einem speziellen Crashtest nachgegangen. Getestet wurde mit einem Fiat 500L Living, der serienmäßig mit sieben Sitzen ausgestattet ist. "Ein wichtiger Aspekt im Crashtest war die Kindersicherheit, denn Eltern oder Betreuer nutzen solche Fahrzeuge häufig, um Kinder von der Schule abzuholen oder zu Freizeitaktivitäten zu bringen", erklärt ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl.

Das Ergebnis des simulierten Heckaufpralls: Für Erwachsene ist die Sicherheit in der dritten Reihe trotz stark beengter Platzverhältnisse akzeptabel, wenn auch Verletzungen durch die Sitzposition nicht ausgeschlossen sind. "Für Kinder besteht hingegen, auch wenn sie korrekt gesichert sind, ein höheres Verletzungsrisiko", fasst der ÖAMTC-Experte zusammen. Prinzipiell sind die Sitze der dritten Reihe zwar auch bei einem schweren Heckaufprall stabil und der Schutz durch die Kopfstützen ist ausreichend. Allerdings besteht, wenn man ganz hinten einen Kindersitz montiert, das Risiko, dass der Kopf durch den beengten Platz gegen den "Fahrzeughimmel" prallt. "Hinzu kommt, dass die Sitze sehr nahe an der Heckscheibe sind. Dadurch geraten die Köpfe der Personen, die dort sitzen, gefährlich nahe an die Kollisionszone und können unter Umständen sogar nach außen gelangen", zeigt Kerbl eine weitere Gefahrenquelle auf. "Grundsätzlich sollte man die hinterste Sitzreihe nur dann benutzen, wenn es nicht anders geht."

"Beim Kauf eines Autos mit einer dritten Sitzreihe sollte man zunächst überlegen, ob es wirklich geeignet ist", rät Kerbl. Das umfasst die Eignung der Sitze für Kinder (was von manchen Herstellern ausgeschlossen wird), die Möglichkeit, einen Kindersitz zu installieren und die Bequemlichkeit beim Ein- und Aussteigen. Auch Überlegungen, ob die Personen, die man in der dritten Reihe unterbringen möchte, dort aufgrund der Körpergröße überhaupt hinpassen, sollte man vorab anstellen.

Die Fahrzeughersteller sind hingegen gefordert, Fahrzeuge mit dritter Sitzreihe so zu gestalten, dass auch ganz hinten normales Sitzen möglich ist, man also nicht z. B. die Beine hochziehen muss. Sitzlehnen und Kopfstützen sollten auch in der dritten Reihe ausreichend Abstand zu Heck- und Seitenscheiben haben. "Schließlich müssen Gurt- und Sitzplatzgeometrie so angepasst werden, dass sowohl Erwachsene als auch Kinder bzw. Kindersitze adäquat gesichert werden können", fordert der ÖAMTC-Experte.

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