Acht Autos - davon drei Elektroautos - im Crashtest

Trotz guter Bewertungen gibt es Schwächen beim Fußgängerschutz und ein erhöhtes Verletzungsrisiko nach einem Heckaufprall.

Beim jüngsten European New Car Assessment Programme-Crashtest (Euro NCAP) wurden acht Fahrzeuge auf Erwachsenen-sicherheit, Kindersicherheit, Fußgängerschutz und Assistenzsysteme überprüft und in einer Gesamtnote bewertet. "Mit dem Mitsubishi i MiEV, dem Peugeot iOn und dem Citroen C-Zero sind erstmals Elektroautos in der Bewertung, die Fahrzeuge sind aber baugleich. Sie erhielten mit je vier Sternen gute Gesamtnoten, weisen aber auch Schwächen auf. Fünf Sterne trotz kleinerer Schwächen erhielten der Nissan Juke, der Mitsubishi ASX, der BMW X1 und der Hyundai ix20. Nur drei Sterne gab's für den Dacia Duster, besonders wegen fehlender Assistenzsysteme und sehr schlechter Werte in der Fußgängersicherheit", fasst ÖAMTC-Cheftechniker Max Lang zusammen.

Bei den Fünf-Sterne-Fahrzeugen überzeugte der Hyundai ix20 - der baugleich mit dem Kia Venga ist - als einziges Auto aus der Fünf-Sterne-Gruppe mit einer guten Note beim Heckaufprall-Test. Dieser misst die Belastungen in der Halswirbelsäule nach einem Auffahrunfall. "Leichte Schwächen zeigte der Koreaner beim Pfahltest - dabei wird ein seitlicher Anprall gegen einen Baum oder Lichtmasten simuliert - und beim Frontcrash. In beiden Fällen muss der Fahrer mit einem höheren Verletzungsrisiko im Oberkörperbereich rechnen", erklärt der ÖAMTC-Cheftechniker. Die weiteren drei Fünf-Sterne-Autos, der Nissan Juke, der Mitsubishi ASX und der BMW X1, haben schlechtere Bewertungen beim Heckaufprall-Test. Der BMW X1 und der Mitsubishi ASX weisen auch beim Pfahltest Schwächen auf. "Bei einem Crash gegen einen Baum können Passagiere im Japaner schwere Verletzungen im Brustbereich erleiden", betont Lang. Verletzungsgefahr für die Füße droht bei einem Frontcrash im Mitsubishi ASX. Im Nissan Juke müssen Fahrer und Beifahrer bei einem Frontalzusammenstoß mit einem erhöhten Verletzungsrisiko an Oberschenkeln und Knien rechnen. Bei der Fußgängersicherheit liegt der Nissan Juke mit 41 Prozent deutlich hinter den anderen Fünf-Sterne-Fahrzeugen (60 bis 64 Prozent).

Im Bereich Fußgängersicherheit können die baugleichen Vier-Sterne-Elektroautos Mitsubishi i MiEV, Peugeot iOn und Citroen C-Zero mit 48 Prozent knapp mit der Topgruppe mithalten. Und auch beim Heckaufpralltest brillieren die E-Flitzer mit sehr guten Beurteilungen. "Der fehlende Stern resultiert aus höheren Belastungen beim Frontcrash und sehr schlechten Ergebnissen beim Pfahltest", erklärt der ÖAMTC-Cheftechniker. Beim Frontalzusammenstoß wird der Fußraum stark verkleinert und das Bremspedal dringt etwa 10 cm ins Wageninnere ein. Das führt zu höheren Belastungen der Füße. Verletzungen drohen außerdem bei Knien, Oberschenkeln und im Brustbereich. Positiv hervorzuheben ist die Ausstattung mit Assistenzsystemen.

Sehr schwache Werte bei der Fußgängersicherheit und bei den Assistenzsystemen bringen dem Dacia Duster nur drei Sterne. "An Assistenzsystemen bietet der Dacia nur Gurtwarner für Fahrer und Beifahrer. Von den geprüften Fahrzeugen ist der Rumäne damit das einzige Auto ohne ESP. Und mit 28 Prozent ist er in der Fußgängersicherheit eindeutig das Schlusslicht", fasst Lang zusammen. Schwächen hat der Dacia auch bei der Erwachsenensicherheit. "Beim Frontcrash muss der Fahrer mit einem erhöhten Verletzungsrisiko im Brust- und Beinbereich rechnen, der Pfahltest bringt für den Fahrer sogar schwere Oberkörper-Verletzungen", so das Resumee des ÖAMTC-Technikers.

Verbesserungsmöglichkeiten bei allen Fahrzeugen sieht Lang bei der Ausstattung mit Assistenzsystemen und bei der Fußgängersicherheit. "Viele Fahrzeuge mit sonst guten Bewertungen haben sehr harte Randbereiche bei der Motorhaube, eine harte Stoßstange und Motorhaubenkante. Bereits Unfälle mit sehr geringer Geschwindigkeit bergen ein starkes Verletzungsrisiko für Fußgänger. Die beste Bewertung haben hier der Hyundai ix20 und der BMW X1 mit 64 Prozent. Da ist noch Platz nach oben", fordert der ÖAMTC-Cheftechniker Verbesserungen von den Herstellern. Entwicklungsbedarf sieht er außerdem bei den Einstellungen von Sitzen und Kopfstützen, wodurch Verletzungen beim Heckaufprall verhindert werden können.

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