ÖAMTC hat 17 Autos auf Tauglichkeit für Kindersitze getestet

Fazit: Familienautos halten oft nicht, was am Papier versprochen wird.

In den meisten Autos finden neben dem Fahrer vier weitere Erwachsene ohne gröbere Probleme Platz. Wenn jedoch mehrerer Kinder mitsamt vorschriftsmäßig eingebauten und gesicherten Kindersitzen transportiert werden sollen, sieht die Sache oft anders aus. "Leider zeigt die Praxis, dass viele als 'familienfreundlich' angepriesene Fahrzeuge nicht halten, was im Prospekt versprochen wird. Es ist oft schwierig, unmöglich oder schlicht von Herstellerseite nicht erlaubt, mehr als zwei Kindersitze zu montieren", erklärt ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl. Zusätzlich sorgt die Tatsache für Unmut, dass nicht jeder Kindersitz in jedes Fahrzeugmodell passt.

Der ÖAMTC hat daher auch heuer eine Auswahl von 17 Familienfahrzeugen in Kombination mit gebräuchlichen Kindersitzmodellen auf Herz und Nieren geprüft. Am Start waren: Alfa Romeo Giulietta, Audi A4 Avant, BMW 3er Touring, Chevrolet Orlando, Citroen Berlingo, Fiat Freemont, Ford Focus, Ford Grand C-Max, Honda Jazz, Mazda 5, Mercedes-Benz C-Klasse T, Opel Antara, Peugeot 508 SW, Skoda Superb Combi, Subaru Trezia, VW Caddy und VW Passat Variant.

Die Probleme, die beim ÖAMTC-Test auftraten, waren vielfältig. "Im Alfa Romeo Giulietta, im Citroen Berlingo und im Fiat Freemont verhinderten beispielsweise zu kurze Sicherheitsgurte den ordnungsgemäßen Einbau einiger Kindersitz-Modelle auf den äußeren Rücksitzen", erklärt der ÖAMTC-Experte. Beim BMW 3er Touring, beim Opel Antara, beim Peugeot 508 SW und beim Subaru Trezia ist es hingegen von Herstellerseite gar nicht erlaubt, auf dem Mittelsitz der Rückbank einen Kindersitz zu montieren. "Schwierigkeiten gab es auch mit den Isofix- und Top Tether-Halterungen, die bei einigen Testkandidaten schwer zugänglich oder gar nicht vorhanden waren", schildert Kerbl.

Letztlich kommt keines der 17 getesteten Fahrzeuge über die Note befriedigend hinaus. "Citroen Berlingo, Fiat Freemont und VW Caddy schrammen allerdings nur knapp an einer besseren Wertung vorbei", hält der ÖAMTC-Techniker fest. Mit relativ geringem Aufwand (längere Gurte bei Citroen und Fiat, Top Theter-Halterungen beim VW Caddy) könnten die drei Modelle leicht die Note "gut" erreichen. Der Opel Antara erhielt als einziger Testkandidat die Note "genügend". "In diesem Fahrzeug darf laut Hersteller kein Kindersitz am mittleren Rücksitz montiert werden. Außerdem dürfen am Beifahrersitz nicht alle Gewichtsklassen von Kindersitzen eingebaut werden", erklärt Kerbl.

Wenn ein neues Familienfahrzeug angeschafft werden soll, empfiehlt der ÖAMTC, Kinder und Kindersitze (eventuell auch gleich den Kinderwagen) zum Probefahrttermin mitzubringen. "Es gibt prinzipiell viele Autos, die für Familien in Frage kommen. Die Anzahl der benötigten Kindersitze kann aber einen großen Unterschied machen", hält der ÖAMTC-Techniker fest. Nur wer eine Testfahrt "mit Kind und Kegel" macht, kann vor Ort die Länge der Gurte, die Zugänglichkeit und das Vorhandensein von Verankerungen sowie das Platzangebot genau überprüfen. "Von Vorteil ist auch, wenn man sich vom Händler den Einbau genau erklären lässt. Die Betriebsanleitungen der Fahrzeuge sind teilweise kompliziert und beantworten nicht immer alle Fragen", so Kerbl abschließend.

Infos zu allen getesteten Produkten finden Sie unter www.oeamtc.at/tests . Eine kostenlose Kindersitzberatung gibt es an allen ÖAMTC-Stützpunkten in ganz Österreich. Wissenswertes rund um das Thema Kindersitze finden Sie auch unter www.oeamtc.at/kindersitze .

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