Aktueller Kindersitz-Test des ÖAMTC

Der ÖAMTC testet zweimal jährlich die neuesten am österreichischen Markt erhältlichen Kindersitze.

Im zweiten Test 2015 traten 17 Modelle an. Das Ergebnis: Die Höchstnote "sehr gut" wurde nicht vergeben, elf Sitze schneiden jedoch mit "gut" ab, drei sind "befriedigend". "Das ist ein zufriedenstellendes Resultat, vor allem weil kein einziger Sitz schwerwiegende Sicherheitsmängel aufweist", sagt ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl.

Dennoch gibt es einen Wermutstropfen: In den drei Varianten des Cybex Aton 4 wurden krebserregende Schadstoffe gefunden. Die Konsequenz: "Nicht genügend" für Kindersitze, die in punkto Sicherheit ganz vorne dabei sind. "Leider kommt es immer wieder vor, dass die Schadstoffbelastung in Sitzen bzw. Sitzbezügen zu hoch ist", hält Kerbl fest. "Beim aktuellen Test wurden auch im Viaggio 1 Duo Fix von Peg Perego erhöhte Werte festgestellt - allerdings noch in einem vertretbaren Bereich." Daher war für dieses Produkt noch ein "befriedigend" möglich.

Dass ein Kindersitz mit dem Alter nicht unbedingt schlechter wird, zeigt hingegen der Maxi-Cosi Tobi. "Dieser Sitz ist seit 2007 auf dem Markt, wurde bereits vom Club getestet und erhielt seinerzeit die Note 'gut'", erinnert sich der ÖAMTC-Experte. "Seither wurden die Test-Kriterien immer wieder überarbeitet. Dennoch erreicht der Sitz auch diesmal wieder ein 'gut'". Man kann also ohne Bedenken zugreifen, einem gut konstruierten Modell können die Jahre tatsächlich nicht viel anhaben. "Zumindest wenn man den Sitz neu kauft", gibt Kerbl zu bedenken. "Von benutzten Kindersitzen, die man von Unbekannten kauft, sollte man die Finger lassen. Es gibt sicherheitsrelevante Merkmale, die durch Benutzung verschleißen können, was oft nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist."

Grundsätzlich gilt: Wer einen Kindersitz braucht, sollte unbedingt das Kind zum Kauf mitnehmen. "Auch der eigene Pkw sollte dabei sein, damit man die Modelle gleich vor Ort ausprobieren kann", hält der ÖAMTC-Techniker fest. Hat man sich für einen Sitz entschieden, sollte man sich mit der Handhabung genau vertraut machen. "Der richtige Einbau ist wichtig - denn nur so ist das Kind bei einem Unfall bestmöglich geschützt", erklärt Kerbl. Vor allem ist darauf zu achten, dass der Sitz stabil im Fahrzeug eingebaut ist, dass die Gurte geradlinig verlaufen und straff gezogen sind. Dickere Jacken sollten unbedingt ausgezogen werden - ist das nicht möglich, sollte man sie zumindest unter dem Beckengurt herausziehen, damit der Gurt möglichst nahe am Körper anliegt.

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