Kindersitze test 2010 2(Bildquelle: ÖAMTC)
Kindersitze test 2010 3(Bildquelle: ÖAMTC)

Kindersitze im ÖAMTC-Test

Der ÖAMTC hat 18 Kindersitze getestet, 13 Mal wurde die Note "gut" vergeben. Tipp der Club-Experten: Möglichst spät in vorwärts gerichtete Kindersitze wechseln.

Der ÖAMTC testet jährlich die neuen am österreichischen Markt erhältlichen Kindersitze. Das Ergebnis ist eine gute Orientierungs- hilfe - einerseits für Konsumenten beim Kindersitzkauf, andererseits für Hersteller, die sich noch verbessern wollen. Der aktuelle ÖAMTC-Kindersitztest 2010 zeigt: Für jede Altersgruppe gibt es mehrere gute Kindersitze, unter denen die Eltern auswählen können. Heuer wurden 18 Kindersitze auf vier für den Konsumenten wichtige Kriterien geprüft: Sicherheit, Bedienung, Komfort und Gebrauchseigenschaften. 13 Mal wurde die Note "Gut" vergeben, darunter an alle sechs zum Test angetretenen Babyschalen. Vier Mal gab es ein "Befriedigend" und einmal ein "Genügend".

Die aktuellen Ergebnisse sind direkt vergleichbar mit denen der Jahre 2007 bis 2009, da die Prüfkriterien genau entsprechen. Erfreulicherweise gibt es beim diesjährigen Test - anders als in den vergangenen drei Jahren - kein "Nicht genügend". "Ein sehr erfreulicher Trend", sagt ÖAMTC-Techniker Stefan Kerbl. Die Ergebnisse im Detail sowie Informationen zur entsprechenden Gewichtsklasse:

Kindersitze test 2010 2(Bildquelle: ÖAMTC)

In der Gewichtsklasse bis 13 Kilogramm ("Babyschalen") haben alle sechs Testkandidaten ein "Gut" erhalten. Klassensieger ist der Maxi Cosi Pebble mit dazugehöriger Isofixbasis FamilyFix. "Der Sitz ist sicher, fürs Kind bequem und für Erwachsene einfach zu bedienen. Montagefehler können nahezu ausgeschlossen werden, weil das System so logisch ist", sagt Stefan Kerbl. Weiters "gut" nach ÖAMTC-Wertung sind Maxi Cosi Cabriofix (mit Isofixbasis), Kiddy Maxifix Pro, Chicco Autofix Fast und Maxi Cosi Pebble (ohne Isofixbasis) sowie Kiddy Maxi Pro.

Babyschalen werden gegen die Fahrtrichtung montiert und schützen daher besonders gut bei einem Frontunfall. "Die Nackenmuskulatur von Babys und Kleinstkindern ist im Verhältnis zur Kopfgröße noch schwach entwickelt. Bei einem Frontunfall wird bei nach hinten gerichteten Sitzen der Kopf in den Sitz gedrückt", erklärt ÖAMTC-Techniker Kerbl. Daher sollte der Wechsel aus der Babyschale in einen nach vorne gerichteten Kindersitz möglichst spät erfolgen. Einziger Nachteil: Die Kinder haben mehr Spaß, wenn sie in die Fahrtrichtung schauen. "Das ist leider auch der Grund, warum viele Erwachsene verfrüht zum nächst größeren Sitz greifen", sagt Kerbl.

Kindersitze test 2010 3(Bildquelle: ÖAMTC)

In der Gewichtsklasse Kleinkinder von 9 bis 18 bzw. bis 36 Kilogramm gab es vier "gut" und zwar für Kiddy Energy Pro, Maxi Cosi Pearl + FamilyFix, Kiddy Guardian Pro sowie Cybex Pallas. Mit "befriedigend" wurde der Peg Perego Viaggio, jeweils mit und ohne Isofixbasis, bewertet.

Gewichtsklasse 15 bis 36 kg, "Sitzerhöher" Gut: Concord Transformer T, Maxi Cosi Rodi Airprotect und Cybex Free Fix. Befriedigend: Römer Adventure und Recaro Monza Seatfix. Auch das einzige "Genügend" im ÖAMTC-Kindersitztest findet sich in dieser Gruppe: Chicco Key 2-3 Ultrafix. "Dieser Sitz ist in den Einzelwertungen bei Bedienung und Komfort nicht auffällig minderwertiger als andere Produkte. Aber die schlechte Bewertung beim Seitenaufprallschutz sowie die vergleichsweise schlechte Benotung beim Anschnalltest und bei der Reinigung haben letztendlich nur für ein 'Genügend' gereicht", erklärt Kerbl.

Neue Rechtslage !

Beim Kindersitzkauf ist zu beachten, dass der Sitz zumindest der ECE Regelung Nr. 44-04 entspricht. Die Verwendung von Kindersitzen, die nicht zumindest der EC44-03 entsprechen, ist in Österreich seit 28. April 2010 verboten. Der ARBÖ weist darauf hin, dass für diese älteren Kindersitze auch ein Verkaufsverbot gilt: "Dieses Verkaufsverbot betrifft auch den privaten Verkauf gebrauchter Kindersitze, sofern die alten Sitze einem größeren Personenkreis angeboten werden, etwa über eBay oder über ein Zeitungsinserat", informiert der Leiter der ARBÖ-Rechtsabteilung, Mag. Gerald Kumnig. Die ECE-Norm ist am Sitz selber zu finden, meist auf der Rückseite oder auf der Unterseite.

Kindersitze für Kinder der ECE-Klassen 0, 0+ und I (von Geburt an bis 18 kg bzw. etwa 4. Lebensjahr), die zwar den ECE-Regelungen 44-03 oder 44-04 entsprechen, die aber für die Rückhaltung des Kindes ausschließlich den Sicherheitsgurt des Fahrzeuges verwenden, dürfen seit 1. Mai 2010 nicht mehr verwendet werden.

"Das bedeutet, dass Kinder zumindest bis 15 Kilogramm Körpergewicht in einem Kindersitz mit Hosenträgergurt oder Fangkörper im Fahrzeug gesichert werden müssen. Der ÖAMTC empfiehlt bei allen Kindersitzen, möglichst spät auf den Folgesitz umzusteigen", erklärt der ÖAMTC-Experte.

Quelle: ÖAMTC, ARBÖ

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