Kindersitze im Test plus Tipps zum Kauf

ÖAMTC-Test : Kindersitze werden immer sicherer

26 Kindersitze

in den verschiedensten Gewichts- und Preisklassen standen beim ÖAMTC-Kindersitztest 2007 auf dem Prüfstand. Dabei haben die Tester erhebliche Qualitätsunterschiede festgestellt. Mit einem " hervorragend " wurde der Maxi Cosi Cabriofix mit Easyfix bewertet. Er überzeugt sowohl bei der Sicherheit als auch bei Bedienung und Komfort. Mit einem "nicht empfehlenswert" beurteilten die ÖAMTC-Tester hingegen den mit 69 Euro billigsten Sitz im Test. "Der Teamtex Newfix SP ist in den Kategorien Sicherheit und Bedienung komplett durchgefallen. Schwächen zeigt er hauptsächlich beim Schutz im Falle eines Seitenaufpralls und bei der Kopfabstützung", erklärt ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl.

Erfreulich ist, dass es beim ÖAMTC-Kindersitztest 2007 für jede Altersgruppe mehrere gute Sitze gibt. Die Tester haben ein "hervorragend", 14 "sehr empfehlenswert", acht "empfehlenswert", zwei "bedingt empfehlenswert" und ein "nicht empfehlenswert" vergeben. Kindersitze, die ab einem Alter von einem Jahr bis zwölf Jahre (Gruppe I, II, III) eingesetzt werden können, schneiden im Vergleich schlechter ab. "Kinder, die zunächst in einer Babyschale und danach in einem Sitz der Gruppe I transportiert werden, sind besser geschützt", macht der ÖAMTC-Experte aufmerksam.

Neben dem Testsieger von Maxi Cosi, der ein "hervorragend" bekam, haben folgende Sitze noch ein " sehr empfehlenswert " erhalten: Bébé Confort Creatisfix (0-13 kg), Chicco Key1 Isofix (9-18 kg), Concord Ion (0-13 kg), Concord Lift Evo PT (15-36 kg), Bimbo Junior (15-36 kg), HTS BeSafe iZi Comfort X1 Isofix ( 9-18 kg), Kiddy Infinity Pro (9-18 kg), Maxi Cosi Citi SPS (0-13 kg), Maxi Cosi Priorifix (9-18 kg), Maxi Cosi Rodi XR (15-36 kg), Recaro Young Profi Plus (0-13 kg), Römer Kidfix (15-36 kg), Römer Duo Plus (9-18 kg), Römer Kid Plus (15-36 kg)

Leichter Einbau wichtig für die Sicherheit

"Beim Testurteil hat die Bedienung den gleichen Stellenwert wie die Sicherheit. Nur ein korrekt eingebauter Kindersitz kann gut schützen", sagt der ÖAMTC-Techniker. Wichtig ist, dass der Sitzeinbau ohne langes Studium der Bedienungsanleitung möglich ist. Außerdem sollte die Anzahl der benötigten Einbauschritte gering und ohne akrobatische Übungen zu schaffen sein.

Beim Einbau von Babyschalen können leicht einige schwerwiegende Fehler passieren. "Die Sitzschale wird oft falsch herum ins Fahrzeug gestellt und montiert. Außerdem werden beim Anschnallen der Becken- und Schultergurt leicht vertauscht", so Kerbl. Beim Bébé Confort Creatisfix und Maxi Cosi Cabriofix mit Easyfix sind diese Fehlerquellen aber nahezu ausgeschlossen. Sie werden für den problemlosen Einbau und Bedienung mit einem "sehr gut" beurteilt. Bei den größeren Sitzen der Gruppe I, II und III erreichen Kiddy Infinity, Cybex Solution S, Concord Lift Evo PT sowie Römer Duo, Römer Kidfix und Römer Kid Plus die beste Bewertung. Am schlechtesten schnitt auch hier der Teamtex Newfix SP ab. Im Test hat sich beim Nachvorbeugen des Kindes der Gurt anschließend nicht mehr von selbst gestrafft - somit war der kleine Mitfahrer nicht mehr ausreichend geschützt.

ÖAMTC-Forderungen an die Kindersitz-Hersteller

"Der Sitzeinbau und das Sichern des Kindes muss einfach zu handhaben und in der Bedienungsanleitung eindeutig beschrieben sein", fordert der ÖAMTC-Experte. Dadurch wird die Gefahr einer Fehlbedienung reduziert. Sowohl auf dem Kindersitz als auch in der Bedienungsanleitung muss es unmissverständliche Hinweise für die Benutzung in Autos mit Front- und Seitenairbags geben. Eine weitere Forderung des ÖAMTC an die Sitzhersteller ist, Sitzerhöher nur mit Rücken-/Kopfstütze anzubieten, um bei einem Seitenaufprall die Sicherheit zu erhöhen. "Außerdem muss das genormte Befestigungssystem Isofix günstiger und serienmäßig in Fahrzeugen angeboten werden", so Kerbl.

Der Kindersitztest wird vom ÖAMTC mit seinen Schwesterclubs durchgeführt. Alle Ergebnisse sowie eine Übersicht über die europaweit insgesamt 39 getesteten Kindersitze finden sich auf der ÖAMTC-Website unter www.oeamtc.at/tests/kindersitze .

Gratis "Kindersitz-Check" beim Club

Bis 1. Juni gilt an den ÖAMTC-Dienststellen noch die "Kindersitz-Check"-Aktion. Eltern können ihren Kindersitz und seinen richtigen Einbau gratis von den Fachleuten des Clubs überprüfen lassen. Neben dem Sitz sollte man unbedingt auch das Kind und das Auto zum "Kindersitz-Check" mitbringen . "Besonders beliebt für den Erwerb von Rückhaltesystemen sind derzeit Gebrauchtbörsen im Internet oder Online-Auktionshäuser. Egal ob der Sitz gebraucht oder neu erworben und schon länger in Verwendung ist, eine regelmäßige Überprüfung ist empfehlenswert ", sagt der ÖAMTC-Techniker.

Die richtige Kindersicherung im Auto muss für Eltern höchste Priorität haben. Allerdings ist auch die Montage von Kindersitzen nicht immer ganz einfach. "Durch eine fehlerhafte Anwendung kann sich die Sicherheitswirkung nicht voll entfalten", erklärt der ÖAMTC-Techniker. Die häufigsten Fehler sind, dass der Sitz im Auto nicht fest genug montiert ist, die Gurte verdreht sind und deren Spannung zu gering ist. Bei einem Unfall kann das schlimme Folgen nach sich ziehen. "Denn bei einem Aufprall bewegt sich das Kind unverzögert weiter und wird dann zu abrupt vom Gurt abgefangen. Im schlimmsten Fall rutscht das Kind durch die zu lockeren Gurte", erklärt Kerbl.

10 Tipps zum Kauf und Gebrauch von Kindersitzen
Quelle: ÖAMTC

  1. Laut Gesetz müssen Kinder bis zu 14 Jahren oder einer Körpergröße von 150 cm mit einem Kinder-Rückhaltesystem gesichert werden.
  2. Grundsätzlich immer mit Sprössling und Auto zum Kindersitzkauf kommen. Nur so kann der beste Sitz ausgewählt und vor dem Kauf gleich zur Probe eingebaut werden.
  3. Die richtige Bedienung gleich im Geschäft zeigen lassen.
  4. Rückwärts gerichtete Systeme nicht bei aktiven Front-Airbags auf dem Beifahrersitz verwenden.
  5. Der Kindersitz muss sich fest auf dem Fahrzeugsitz befestigen lassen. Er soll kippsicher sein und darf nicht verrutschen.
  6. Auf den richtigen Gurtverlauf beim Kind achten. Der Schultergurt soll über die Schultermitte, der Beckengurt so tief wie möglich über die Leistenbeuge gehen.
  7. Gurtlose vermeiden. Das Kind soll immer straff angegurtet sein.
  8. Gurtverlauf und Kopfabstützung dem wachsenden Kind anpassen.
  9. Keine schweren oder scharfkantigen Dinge im Autoinneren transportieren, die bei einem Unfall nach vorne schleudern und Passagiere verletzen können.
  10. Die Bedienungsanleitung genau befolgen, um falschen Gebrauch zu vermeiden.