Mietwagen-Tipps : Darauf sollte man unbedingt achten

So lässt man sich nicht über den Tisch ziehen

Der ÖAMTC gibt Tipps, worauf man unbedingt achten sollte, um unnötige Kosten und böse Überraschungen zu vermeiden:

  • Grundsätzlich sollte jeder Mieter vor Fahrtantritt durch einen Rundgang ums Auto den technischen Zustand des Fahrzeugs selbst überprüfen. Vor allem auf abgefahrene Reifen, mangelhafte Bremsen, Licht, Blech- oder Lackschäden ist zu achten. Selbst geringfügige Kratzer und kleinere Mängel sollte man sich vom Vermieter schriftlich bestätigen lassen.
  • In der Regel bekommt man den Mietwagen vollgetankt zur Verfügung gestellt, dennoch sollte man unbedingt die Tankregelung im Vorfeld abklären. "Ist im Vertrag eine Übergabe und Rückgabe mit vollem Tank vereinbart, unbedingt sofort reklamieren, wenn die Tankanzeige nicht stimmt", rät der ÖAMTC-Chefjurist. Bietet der Vermieter als "Sonderservice" an, das Fahrzeug selbst wieder aufzutanken, muss man in der Regel mit höheren Kosten rechnen, als wenn man selbst zur Tankstelle fährt. Außerdem kann man die verrechnete Menge nicht kontrollieren.
  • Den Mietvertrag sollte man sich unbedingt in einer verständlichen Sprache schriftlich geben lassen, durchlesen und bei Unklarheiten nachfragen. Alle Zusagen im Vertrag schriftlich festhalten.
  • Auto mieten ist ohne Kreditkarte unmöglich. Im Vorfeld erkundigen, welche Dokumente (Führerschein, Personalausweis) außerdem benötigt werden.
  • Altersbeschränkungen beachten. Manche Autovermieter fordern ein Mindestalter zwischen 21 und 25 Jahren, andere legen ein Höchstalter fest. In Spanien liegt das durchschnittlich bei 79 Jahren. Wer die Altersgrenzen nicht erfüllt, zahlt extra oder bekommt gar kein Auto. Vorausgesetzt wird auch, dass man mindestens ein Jahr im Besitz eines Führerscheins sein muss.
  • Wichtig ist auch vorab zu klären, wer mit dem Auto fahren darf: Scheint nur ein Fahrzeuglenker im Mietvertrag auf, besteht auch nur für diese eine Person Versicherungsschutz. "Zusatzgebühren für weitere Lenker wären eigentlich in Europa unnötig und stellen ein 'Körberlgeld' für Mietwagenfirmen dar", sagt der ÖAMTC-Experte.
  • Zu beachten sind auch etwaige gesetzliche Mitführpflichten - die auch für Mietautos gelten. Die Warnweste und zwei Pannendreiecke sind in Spanien zwar Pflicht, stehen aber nicht automatisch bei allen Mietwagen-Vermietern zur Verfügung. Über die jeweiligen Mitführbestimmungen im Land - z.B. für Autoapotheken - kann man sich jedenfalls in der ÖAMTC-Länderdatenbank informieren.
  • Unbedingt nachfragen, was im Falle einer Panne, bei Unfall oder Diebstahl zu tun ist. Sicherheitshalber immer die Polizei verständigen und einen Unfallbericht anfertigen. Apropos Unfallbericht: Von zuhause aus einen Europäischen Unfallbericht beim ÖAMTC besorgen, ist ratsam. Die länderspezifischen ÖAMTC-Reiseinformationen beinhalten auch eine Übersetzungshilfe der Europäischen Unfallberichte in die jeweilige Landessprache.

Auf versteckte Kosten und die Fallen im "Kleingedruckten" achten:

  • Bearbeitungsgebühren und Kilometerbegrenzung sind unüblich.
  • Im Mietpreis sollten Mehrwertsteuer und unübersichtliche Sondersteuern bereits enthalten sein - am besten schriftlich bestätigen lassen.
  • Reinigungskosten können extra anfallen, sollten aber inklusive sein.
  • "Manche Mietwagenfirmen behalten sich die Abwälzung von Verkehrsstrafen und (angeblich) nicht bezahlte Parkgebühren an den Mieter vor - und schlagen noch eine deutliche eigene Verwaltungsgebühr dazu, die sie dann vom Kreditkartenkonto ohne Rückfrage abbuchen", warnt der ÖAMTC-Experte vor bösen Überraschungen.
  • In Ländern, wie beispielsweise Italien, kann außerdem auch eine Straßennutzungsgebühr zusätzlich zur Maut berechnet werden.
  • Keine unnötigen Versicherungen aufschwatzen lassen. Durch ein harmloses Ankreuzen einer unverständlichen Abkürzung zahlt man horrende Summen für sinnlosen Versicherungsschutz, wie zusätzliche Insassen- oder Gepäckversicherungen.
  • Service- und Tankgebühren sind üblich sofern die Tankregelung nicht eingehalten wird.
  • Extra-Kosten für Zubehör wie Kindersitz sind üblich.

Abschließende Tipps des ÖAMTC-Experten:

  • Die Billigtarife kleiner, unbekannter Mietwagenfirmen im Urlaubsland sind zumeist mit einschränkenden Konditionen verbunden - seien es die Freikilometer oder minimierte Versicherungsleistungen. Außerdem stellt sich die Frage nach der Fahrzeugsicherheit. Es kann auch passieren, dass der Vertrag nur in der Landessprache gehalten ist. "Hat man als Kunde das Gefühl, über den Tisch gezogen zu werden oder wirkt der Anbieter nicht seriös, sollte man am besten gleich die Finger davon lassen", rät ÖAMTC-Chefjurist Haupfleisch.
  • Am sichersten ist es, bereits im Heimatland über das Reisebüro einen Mietwagen zu buchen und die Angebote zu vergleichen. Sonderangebote der Mietwagenfirmen sollte man nutzen und prüfen, ob z.B. durch eine Mitgliedschaft (von Kreditkarte bis zu Autofahrerclubs) Ermäßigungen angeboten werden, so etwa von den ÖAMTC-Vorteilspartnern . Viele Reiseveranstalter bieten ohnehin ein "fly and drive"-Service, wo Flug und Mietwagen im Paket angeboten werden. Im Reklamationsfall hat man einen österreichischen Ansprechpartner und es kommt in jedem Fall österreichisches Konsumentenschutzrecht zur Anwendung.

Quelle: ÖAMTC

Ergebnisse des ÖAMTC Mietwagen-Test 2006 ...