Minivans im Test als Zugfahrzeug für Wohnwagen

Alle Vans zeigen Größe, kämpfen bei Belastung aber mit hohem Spritverbrauch

Es erinnert an David gegen Goliath - im aktuellen ÖAMTC-Test wurden fünf Minivans vor ein Wohnanhänger-Gespann mit 1.400 Kilo Gewicht und 7,5 Metern Länge gespannt. Im Kräftevergleich wurden fünf Vans auf ihre Eignung als Zugfahrzeuge geprüft, dabei galt es Fahrstabilität, Kraftstoffverbrauch, Fahrverhalten an Steigungen und in Gefällen, Anfahren am Berg und die Fahrstabilität im Gespannbetrieb unter Beweis zu stellen. Mit einem beeindruckenden Ergebnis. " Alle Testkandidaten waren ihrer Aufgabe gewachsen. In der Gesamtwertung gibt es keinen Testsieger oder -verlierer, sehr wohl aber deutliche Unterschiede in den einzelnen Prüfkategorien", erklärt ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl.

Die Stärken und Schwächen der Testfahrzeuge im Vergleich

Der Einsatz als Zugfahrzeug stellt an Pkw besonders hohe Anforderungen. Bremsen und Getriebe müssen besonderen Belastungen standhalten, dem Motor wird permanent hohe Leistung abverlangt und das Fahrverhalten wird extrem beeinflusst. Auf dem Prüfstand standen der Ford Focus C-Max, Honda FR-V, Mazda 5, Opel Zafira und VW Touran . Ihre Aufgabe: Den auf 1.400 Kilo beladenen Knaus Südwind in Bewegung zu setzen. In der Gesamtwertung schnitten der Opel Zafira und der Honda FR-V mit der Note 2,2 am besten ab, dicht gefolgt vom VW Touran mit 2,3. Ein "zufriedenstellend" gab es für den Ford Focus C-Max (Note 2,6), Schlusslicht bildet der Mazda 5 mit der Note 2,9.

Opel bietet den meisten Fahrkomfort, Mazda und Ford kommen ins "Wanken"

Bei starker Belastung kämpften alle fünf Testkandidaten mit hohem Spritverbrauch und machten eher dem Tankwart als dem Fahrer eine Freude. "Der Mazda weist mit 11,8 Litern auf 100 Kilometern noch den geringsten Verbrauch im Gespannbetrieb auf, der Focus C-Max sorgt mit 13,8 Litern/100 km für häufige Tankstopps und holt sich mit der Note 5,5 ein 'mangelhaft' in dieser Testkategorie", erklärt der ÖAMTC-Experte.

Eine sehr bedeutsame Kategorie für Gespanne ist die " Fahrstabilität ", weil sie den größten Einfluss auf die Fahrsicherheit hat. Hier wurde getestet, wie sich der Wohnanhänger hinter dem Minivan in verschiedenen Fahrsituationen verhält. Sieger dieses Tests ist eindeutig der Honda mit der Note "sehr gut". Auch bei höheren Geschwindigkeiten im Bereich von 100 bis 110 Studenkilometern konnte er seinen Vorsprung halten. Der Touran konnte bei 90 km/h noch mit dem Honda mithalten, Ford und Mazda bilden das Schlusslicht. Beide beginnen bei höheren Tempos instabil zu werden. "Der Lenker muss dann rascher reagieren, um ein Aufschaukeln zu verhindern", sagt Kerbl.

Der Fahrkomfort ist ein wichtiges Kriterium für lange Anfahrtszeiten zum Urlaubsziel. Dieser gibt an, wie der Fahrer das angehängte Gespann während der Fahrt wahrnimmt. Der Opel Zafira bietet hier den Insassen den meisten Komfort, dicht gefolgt vom VW Touran. Ford und Mazda geraten hier bereits bei leichten Bodenwellen ins Wippen.

Fazit des ÖAMTC-Experten: Alle fünf getesteten Fahrzeuge schaffen es den Hänger mit 1.400 Kilo Gesamtgewicht sicher ans Urlaubsziel zu bringen. "Wer oft und viel mit dem Wohnwagen-Anhänger unterwegs ist, ist mit dem Opel Zafira, Honda FR-V und VW-Touran am besten dran. Bei Ford und Mazda waren die Reserven bereits aufgebraucht", erläutert Kerbl die Testergebnisse. Wählt man allerdings einen kleineren Hänger bieten auch die beiden Schlusslichter die geforderte Leistung.

Quelle: ÖAMTC

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