Vier Vans im ÖAMTC-Crashtest: Nur einmal fünf Sterne

Von vier getesteten Vans konnte beim EuroNCAP-Crashtest des ÖAMTC nur der Ford Transit mit fünf Sternen bestehen.

Vier Fahrzeuge wurden vom ÖAMTC im aktuellen Crashtest eingehend geprüft: Fiat Scudo, Ford Transit Custom, Hyundai H-1 und Renault Trafic. Das Ergebnis ist ernüchternd: "Von den vier getesteten Vans erreichte nur der Ford Transit die Fünf-Sterne-Wertung", konstatiert ÖAMTC-Cheftechniker Max Lang. "Fiat Scudo und Hyundai H-1 konnten nur drei, der Renault Trafic gar nur zwei Sterne einfahren."

Einziges Kriterium in dem alle Testkandidaten überzeugen konnten, war die Kindersicherheit. In diesem Bereich liegen die Werte zwischen 75 Prozent beim Hyundai und sehr starken 90 Prozent beim Ford. "Zumindest was die Kindersicherheit betrifft, werden die Vans also ihrem Ruf als Familienfahrzeuge gerecht", hält der ÖAMTC-Experte fest.

Weniger gut sieht es leider für die erwachsenen Fahrzeuginsassen aus. Außer dem Ford, in dem man sehr sicher sitzt, blieben alle Testkandidaten unter der 60-Prozent-Marke. "Die Auswertung zeigt, dass Rückhaltesysteme und Sitze den Belastungen eines Heckaufpralls nicht in ausreichendem Maß standhalten", erklärt der ÖAMTC-Cheftechniker. "Damit drohen bei einem solchen Unfall schwerste oder sogar tödliche Verletzungen". Der Pfahltest, der einen seitlichen Aufprall gegen einen Baum oder Laternenmasten simuliert, wurde mit dem Fiat, dem Hyundai und dem Renault nicht durchgeführt, weil diese Vans nicht mit einem Airbag als seitlichem Kopfschutz ausgestattet sind.

Ein wichtiger Bestandteil des ÖAMTC-Crashtests ist der Fußgängerschutz. Fußgänger haben keine Knautschzone, bei Unfällen tragen sie daher schwere, oft tödliche Verletzungen davon. Im Jahr 2012 kamen bis 10. Dezember auf Österreichs Straßen 72 Fußgänger bei Unfällen ums Leben (Quelle: BMI). Die Unfallforschung des Clubs zeigt, dass Kopf- und Beinverletzungen besonders häufig sind. Um zu überprüfen, was bei einer Kollision zwischen Pkw und Fußgänger passiert, werden Teile von Dummies gegen die Frontpartie der Fahrzeuge gecrasht. "Weder Motorhaube noch Windschutzscheibe sind beim Fiat, beim Hyundai und beim Renault so gestaltet, dass ein Passant bei einem Zusammenstoß gute Überlebenschancen hat", kritisiert Lang. "Bei Fiat und Renault weist die Stoßstange zusätzlich hohes Gefahrenpotenzial für Fußgänger auf." Der ÖAMTC-Experte fordert in diesem Bereich dringend Nachbesserung: "Es reicht einfach nicht, wenn bei einem Unfall nur die Fahrzeuginsassen gut geschützt sind." Auch der Testsieger, der Ford Transit, liegt mit einem Fußgängerschutz von 48 Prozent nicht im Spitzenfeld der 2012 vom ÖAMTC getesteten Fahrzeuge.

Allein die mangelhafte Erwachsenen- und Fußgängersicherheit haben zu Abwertungen der drei schwächsten Fahrzeuge im aktuellen ÖAMTC-Crashtest geführt. "Leider lässt auch die Ausstattung mit Sicherheitsassistenten zu wünschen übrig", so der ÖAMTC-Experte. "Nur der Ford Transit verfügt sowohl über ESP, Seatbelt-Reminder als auch Speed-Limiter." Diese Systeme sind bei den anderen Testkandidaten teilweise nicht vorhanden - oder sie erfüllen die strengen Anforderungen des ÖAMTC-Tests nicht.

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