Reifen im Test : Bremsverhalten und Spritverbrauch

Dimensionsvergleich zeigt: Ökowunder gibt es nicht

In einem Spezialtest hat der ÖAMTC sechs Reifen unterschiedlicher Größen getestet. "Gängige Meinungen, dass schmale Reifen sparsamer und komfortabler und breite Reifen sicherer auf der Straße liegen, sollten bei diesem Test auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft werden", erklärt ÖAMTC-Reifenexperte Friedrich Eppel. Das Ergebnis überrascht: " Schmale Reifen sind etwa bei Aquaplaning besser als breite, beim Bremsen auf Nässe haben aber die Breiten die Nase vorn. Interessant ist auch, dass nicht ganz schmale Reifen, wie oft behauptet, am leisesten sind, sondern durchaus die breiteren Testkandidaten."

Getestet wurden die Dimensionen 185/65 R15 88 T, 195/65 R15 91 T, 195/65 R15 91 H, 205/55 R16 91 V, 225/45 R17 94 V, 225/40 R18 92 Y (Tuninggröße). Die Wahl des Fahrzeugs fiel auf den Kia Cee'd 1,6 CRDi (Kompaktklasse). Die Testergebnisse im Detail:

Trockenbremsen: Breit ist besser
Beim Griff am Trockenen ist der 225/40 R18 das Maß der Dinge. Bei der Bremsprüfung mit 100 km/h zeigt sich, dass der Haltepunkt mit der kleineren Bereifung (15 Zoll) über fünf Meter hinter dem der Tuninggröße liegt, was einen Aufprall von über 30 km/h bedeuten würde. Auch bei allen anderen Trockenkriterien (hier speziell abrupte Ausweichmanöver) sind die Breitreifen überlegen. "Anders bei der Komfortbewertung auf schlechter Fahrbahn. Großen Federungskomfort darf man sich bei der Wahl der Tuninggröße nicht erwarten", erläutert Eppel.

Nassbremsen: Wiederum ist breit besser
Wo der Wagen mit dem Breitesten (18-Zoll) bereits steht, hat man mit der schmälsten Bereifung noch eine erhebliche Restgeschwindigkeit mit möglicherweise fatalen Unfallfolgen. "Auch beim Fahren in nassen Kurven ist man mit breiten Reifen sicherer unterwegs", erklärt der ÖAMTC-Experte.

Aquaplaning: Schmal ist besser als breit
Bei Aquaplaning ist man mit schmalen Reifen eindeutig besser beraten. Während der breitere Reifen der Dimension 225/45 R17 noch mit den schmäleren 205/55 R16 mithält, muss man mit der 18-Zoll-Tuningdimension deutlich vorsichtiger sein.

Rollwiderstand: Der Schmalste nicht am besten
"Der schmalste Reifen ist überraschend nicht der mit dem geringsten Rollwiderstand. Somit ist dieser auch nicht der mit dem geringsten Kraftstoffverbrauch", so Eppel. Ganz vorne liegt der 195/65 R15 T. Die beiden 225er-Dimensionen verbrauchen umgerechnet cirka 1,5 Prozent mehr Kraftstoff.

Reifenlärm: Der Schmalste nicht am besten
Die ganz schmalen Reifen müssen nicht immer die lärmärmsten sein. Die Seriengröße 205/55 R 16 V macht in diesem Test ganz knapp vor der Dimension 195/65 R15 T das Rennen.

Oftmals sind mehrere Reifendimensionen für ein Auto typisiert. Will man eine spezielle Reifendimension am Wagen anbringen, muss diese vorher im Typenschein eingetragen werden. "Wer mit einer nicht eingetragenen Dimension beanstandet wird, muss mit Problemen mit der Behörde rechnen. Abnahme der Kennzeichentafeln oder Strafen bis 5.000 Euro können dann die Folge sein", weiß der ÖAMTC-Reifenexperte.

Bei der Bereifung sollte man versuchen, den für sich besten Kompromiss zu finden. "Die Tuninggröße kostet bis zu viermal so viel, wie die schmalste Dimension. Trotzdem sollte die Sicherheit bei der Entscheidung nicht zu kurz kommen", so Eppel abschließend.

Alle Details zu diesem Test findet man unter www.oeamtc.at/reifentests .

Quelle: ÖAMTC

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