Rundumsicht im Test: Wenig Durchblick bei den Neuen

Design und Aerodynamik schränken das Blickfeld erheblich ein

Die Rundumsicht des Autofahrers hat sich bei neuen Fahrzeugen deutlich verschlechtert. Grund sind laut eines neuen ADAC-Tests – neben der höheren Crashsicherheit – vor allem das Design und die Aerodynamik. Das enttäuschende Ergebnis: Fast alle 90 geprüften Modelle schneiden bei der Rundumsicht schlechter ab als ein BMW 2002 Baujahr 1973. Die Gefahr, beim Abbiegen, Spurwechsel oder Einparken Fahrzeuge oder Fußgänger zu übersehen, ist damit nach Ansicht des ADAC deutlich gestiegen.

Die Autos wurden anhand dreier unfallträchtiger Verkehrssituationen bewertet. Die beste Sicht der aktuellen Autos beim Einparken bietet der Citroen C 5 Kombi, beim Spurwechsel liegt der Mercedes CL vorne und beim Abbiegen der Renault Espace. Schlusslichter sind beim Einparken der Lexus RX 400h, beim Spurwechsel der 1erBMW und beim Abbiegen der dreitürige Mitsubishi Colt.

Die ADAC-Experten bemängeln, dass bei vielen Autos für eine bessere Optik und Aerodynamik die Fensterrahmen, im Fachjargon A-, B- und C-Säulen genannt, immer breiter konstruiert werden. Dies erhöhe zwar auch die Sicherheit der Fahrgastzelle, verdecke aber den Blick nach außen. Dass passive Sicherheit und Rundumsicht kein Gegensatz sein müssen, zeigen die Testsieger von Citroen und Renault. Sie erreichen beim Euro-NCAP-Crashtest 5 Sterne und überzeugen überdies mit guter Übersicht.

Hinderlich für den Blick nach außen sind auch hochgezogene Heckpartien und immer schräger werdende Frontscheiben . Letztere erfordern für die Stabilität besonders breite A-Säulen und stellen damit vor allem auf engen Passstrecken oder Einmündungen ein Problem dar, weil sie die Sicht nach schräg vorne einschränken. Beim Abbiegen sind es die B-Säulen, die die Sicht stark beeinträchtigen. Problematisch sind zudem die Kopfstützen . Vordere Kopfstützen sollten so geformt werden, dass sie den Seitenblick nur gering beeinträchtigen, hintere Kopfstützen sollten versenkbar sein.

Ermittelt wird die Rundumsicht anhand eines 360-Grad-Panoramafotos, das aus der Position des Fahrers gemacht wird. Bewertet werden, wie stark Fensterrahmen und Kopfstützen den Blick einschränken, die Spiegel sowie die Sicht des Fahrers auf den Boden vor und hinter dem Fahrzeug.

Quelle: ADAC