Was kostet ein Auto wirklich?

Von der Finanzierung bis zu Reparaturen und Austausch von Verschleißteilen

Manche Weisheiten gelten in aller Welt. So auch die, dass ein Auto die berüchtigte Spardose ist, aus der nur kein Geld mehr herauskommt. Autos kosten nicht allein in der Anschaffung, sie kosten auch im Unterhalt. Und genau bei diesem Punkt kommt es oft zu unangenehmen Überraschungen. Denn Unterhalt, das sind nicht allein Steuern, Versicherungen und der Treibstoff. Es sind auch die Kosten, die keiner möchte: Reparaturen. Dieser Beitrag befasst sich damit, welche Kosten Autos verursachen.

Anschaffung und Finanzierung

Grundsätzlich ist die Anschaffung eines neuen Fahrzeugs die finanziell größte Hürde. Selbst Gebrauchtwagen kosten in der Regel mehrere tausend Euro, Neuwagen liegen weit über dieser Summe. An dieser Stelle muss natürlich jeder schauen, welches Auto im Rahmen seiner finanziellen Möglichkeiten liegt und die Wünsche mit der Finanzierbarkeit in Einklang bringen. Die meisten Autokäufer benötigen dabei eine Finanzierung, wobei es hier drei Varianten gibt:

  • Autohaus - Autohäuser arbeiten oft mit einer speziellen Finanzierungsbank zusammen. Diese gehört nicht selten zum Hersteller des Fahrzeuges. Diese Option ist einfach, allerdings haben Autokäufer hinsichtlich der Konditionen kaum ein Mitbestimmungsrecht.
  • Hausbank - diese Option bietet mehr Mitbestimmungsrecht, denn die Banken erlauben es zumindest, wenigstens über die Laufzeit zu entscheiden.
  • Online - durch einen Kreditvergleich auf einem Portal für Autokredite kann man meist den besten Überblick erhalten und zugleich die für sich besten Konditionen herausfinden.

Generell sollte sich der Vergleich nicht allein an den Zinsen orientieren, sondern auch die Möglichkeit für Sondertilgungen oder vorzeitige Ablösen beinhalten.

Steuern und Versicherungen

Dies sind die regelmäßigen Ausgaben, die jeder Kfz-Besitzer hat.

  • Steuern - es gibt verschiedene Arten, wie Kfz-Besitzer vom Staat zur Kasse gebeten werden. Die erste Steuer wird bereits bei der Zulassung eines Neuwagens fällig. Dies ist die NoVA, die Normverbrauchsabgabe. Gemeinsam mit der Haftpflichtprämie wird die motorbezogene Versicherungssteuer laufend fällig. Diese berechnet sich nach der Leistung des Fahrzeugs wobei Elektroautos von dieser Steuer vollständig befreit sind. Weitere Steuern fallen im Rahmen der Mineralölsteuer beim Tanken an, hinzu kommt natürlich auch noch die Mehrwertsteuer.
  • Versicherung - auch diese ist natürlich mit Steuern belastet, da jeder Versicherungsvertrag auch einer allgemeinen Versicherungssteuer unterliegt. Die Kfz-Versicherung ist für Fahrer grundsätzlich Pflicht, wie teuer sie ist, hängt von vielen Faktoren ab.

Bezüglich der Kfz-Versicherung empfiehlt sich immer ein Versicherungsvergleich - und zwar schon vor dem Kauf des Fahrzeugs. Denn die Prämien variieren je nach Fahrzeug und Typ und beziehen u. a. die Unfallwahrscheinlichkeit des Vorjahres mit ein. Für die Versicherungssteuer ist die Prämienhöhe übrigens von Interesse, denn sie liegt bei 11 Prozent der Prämie. Grundsätzlich sollte bei der Kfz-Versicherung auf folgende Faktoren geachtet werden:

  • Deckungssummen - zu hoch geht eigentlich nicht. Ein besonderer Blick sollte den Deckungssummen für Personenschäden gelten, denn bei Mehrpersonenunfällen können die Gesamtkosten leicht in die Millionen gehen.
  • Ausschlüsse - viele Versicherungen bieten günstige Tarife an, die beispielsweise Zweitfahrer oder junge Fahrer ausschließen. Wer den Wagen nicht alleine nutzt oder selbst zu den jungen Fahrern zählt, kann diese Tarife nicht nutzen.
  • Kaskoversicherungen - sie sind allgemein sinnvoll. Wer den Wagen finanziert, der sollte immer eine Vollkaskoversicherung abschließen, da diese auch bei Schäden am eigenen Auto nach einem selbst verschuldeten Unfall zahlt. Die Teilkasko ist insgesamt nützlich, da einige der häufig auftretenden Schäden wie Glasbruch, Hagelschäden, Tierunfälle oder Marderbisse übernommen werden.

Inspektionen, Reparaturen und Pflege

Viele Kfz-Besitzer sind von den regelmäßigen Inspektionsterminen und Terminen zur Pickerl-Überprüfung genervt, weil hier oft zusätzliche Kosten auftreten , z.B. durch den Austausch von Verschleißteilen. Doch nicht allein aus dem Grund der eigenen Sicherheit sind Servicetermine wichtig - ein nachweislich regelmäßig gewartetes Fahrzeuge erzielt auch einen deutlich höheren Wiederverkaufswert. Zusätzliche Kosten im Rahmen von Serviceterminen können entstehen für:

  • Reparaturen - die Kosten für Reparaturen zu beziffern, ist nahezu unmöglich. Diese reichen je nach Defekt von kleinen Eurobeträgen z.B. für den Ersatz einer Lampe bis zu größeren Beträgen im deutlich vierstelligen Bereich. Den Hauptanteil machen oft nicht die Materiealkosten selbst sondern die Kosten der Mechanikerstunden aus.
  • Pflege - Autoreinigung, das Auffüllen von Öl, Kühlwasser und Scheibenwischwasser, Scheibenwischer, all die Notwendigkeiten rund um die Winterpflege des Fahrzeugs - das sind alles regelmäßige Beträge, die nicht allzu teuer sind, aber in Summe auch ins Geld gehen können. Zur Pflege gehört auch das Austauschen der Reifen, wenn diese abgefahren sind.

Damit man von unerwarteten Kosten für sein Auto nicht kalt überrascht wird, ist es sinnvoll, monatlich einen festen Betrag für Reparaturen beiseitezulegen. Dann fallen auch größere Reparaturen nicht so stark ins Gewicht.

Treibstoff

Welche Ausgaben monatlich für Treibstoff anfallen, hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Antriebsart - die Preise für Benzin und Diesel variieren je nach Lage auf dem Ölmarkt. Hier ist ein regelmäßiger Vergleich der Preise bei mehreren Tankstellen sinnvoll. Wer mit Strom fährt, kann bei der Suche nach einem günstigen Stromvertrag Geld sparen. Auch Erdgas ist deutlich günstiger als Benzin und Diesel.
  • Fahrleistung - wer mehr fährt, muss auch öfter tanken. Dabei sollte man hin und wieder auch das eigene Fahrverhalten überdenken. Bei einem sanften Gasfuß ist der Verbrauch und somit die Kosten deutlich niedriger als wenn man regelmäßig voll in die Eisen steigt. Kurze Wege kann man vielleicht auch mal zu Fuß bewältigen - das schont den Geldbeutel, ist gut für die Gesundheit und auch dem Klima schadet es nicht.

Fazit

Während sich der Anschaffungspreis leicht bemessen lässt, sind die restlichen Fahrzeugkosten sehr variabel und hängen vom Auto, von der eigenen Person und dem Fahrverhalten ab. Ein guter Tipp ist immer, gleich nach der Anschaffung monatlich einen Betrag auf ein "Autokonto" einzuzahlen und dieses Konto nicht anzugreifen. Mit der Zeit entsteht so ein Guthaben, welches für größere Reparaturen, aber auch für neue Reifen oder für die Inspektion genutzt werden kann. Im besten Fall bleibt dann sogar noch etwas für den Kauf des nächsten Fahrzeugs übrig.