Richtiges Verhalten bei Aquaplaning

Sind die Straßen nach anhaltendem Regen überschwemmt, ändert sich schlagartig die gesamte Fahrphysik.

Autolenker kennen das Phänomen: Das Lenkrad ruckt, es lärmt in den Radkästen, es herrscht Alarmzustand. Nicht ohne Grund, denn im Falle von Aquaplaning werden Mensch und Material Höchstleistungen abverlangt. Ein neues Profil mit sieben und mehr Millimetern leitet das Wasser noch bei rund 80 km/h ab. Mit nur drei Millimetern Profiltiefe fahren Autofahrer bereits ab Tempo 70 Wasserski. Beim gesetzlichen Mindestwert von 1,6 Millimetern droht Aquaplaning schon bei 50 km/h! Breite Reifen schwimmen tendenziell früher auf.

Werden die Straßen plötzlich nass, ist es wichtig, den Abstand zu den anderen Verkehrsteilnehmern zu vergrößern. Dazu aber auf keinen Fall hektisch lenken oder bremsen. Das gilt besonders auf Autobahnen. Fängt es plötzlich an, stark zu regnen, Scheibenwischer auf höchste Stufe, Fuß vom Gas, behutsam die Geschwindigkeit verringern, Verkehr beobachten und Ruhe bewahren. Nach dem Verzögern nicht vergessen: Linke Spur verlassen!

Aquaplaning kündigt sich an. Meist ist die Fahrbahnoberfläche bereits mit einem Wasserfilm versehen. Oft hört man dann ein lautes Geräusch von Wasser, das in die Radkästen oder unter den Fahrzeugboden spritzt. Durchdrehende Räder oder zuckende Zeiger von Drehzahlmesser oder Tachometer sind dann schon die großen Warnzeichen. Auch ein Rucken in der Lenkung zeigt, dass zeitweise der Boden unter den Rädern des Autos verloren gegangen ist.

Spurrillen auf der Fahrbahn erhöhen die Gefahr deutlich. Doch der Belag spielt ebenfalls eine große Rolle. Es gibt spezielle Asphaltsorten, die Wasser besser ableiten. Eine Neigung oder Wölbung der Straße unterstützt den Abfluss. Besonders anfällig sind dagegen Betonfahrbahnen, wie sie aktuell wieder häufiger auf Autobahnen angelegt werden. Autofahrer sollten daher auf Änderungen der Straßenverhältnisse und der Beläge achten. Bei Spurrillen besondere Vorsicht walten lassen und Geschwindigkeit zusätzlich verlangsamen!

Schwimmen die Vorderräder erst einmal, ist Lenken nicht nur unmöglich, sondern geradezu schädlich. Das Auto reagiert nämlich zunächst nicht, wechselt dann aber unter Umständen schlagartig die Richtung, wenn die Reifen wieder greifen. Wichtig: Vor Lenkkorrekturen erst die Geschwindigkeit senken, damit die Bodenhaftung wiederhergestellt ist.

Im Gegensatz zur Lenkung darf die Bremse jederzeit eingreifen - jedenfalls wenn das Auto zumindest mit ABS ausgerüstet ist, das ein Ausbrechen schon weitgehend verhindert. Nicht zu zaghaft aufs Pedal treten - ABS sorgt dafür, dass kein Überbremsen eintritt. Tipp: Bei nassem Wetter hin und wieder leicht auf die Bremse treten, das trocknet Beläge und Scheiben, die im Notfall dann schneller greifen. Moderne Systeme in Premium-Fahrzeugen tun dies übrigens von allein und ohne dass es der Fahrer merkt.

Quelle: TÜV SÜD

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