Gebrauchtfahrzeug bewerten(Bildquelle: pixabay.com © Simon (CC0 Public Domain))
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So bewerten Profis Gebrauchtfahrzeuge

Worauf beim Fahrzeug-Check zu achten ist

Wer als Privatperson weiß, nach welchen Richtlinien ein Profi das Gebrauchtfahrzeug prüft und an welchen Stellen des Fahrzeugs er dabei ganz genau nachsieht, kann im Vorfeld üben und bei der Preisverhandlung ein Stück weit mitsprechen. Worauf es bei der Gebrauchtwagenprüfung ankommt, soll Thema dieses Beitrags sein.

Jeder, der sich bereits einmal auf die Suche nach einem Gebrauchtwagen gemacht hat, sollte im Kopf oder in schriftlicher Form eine Checkliste haben, die angibt, worauf beim Fahrzeug-Check zu achten ist. In weiten Teilen tun Experten nichts anderes. Sie werfen auf die folgenden Punkte ein ganz besonderes Augenmerk:

1.) Der Auto-Check von außen
Zunächst wird das Fahrzeugäußere geprüft. Dabei gilt es, nicht verträumt über den Lack zu streichen oder das Auto oberflächlich zu mustern, sondern vielmehr à la Sherlock Holmes jedes Details ganz genau unter die Lupe zu nehmen. An diesen Stellen drohen potentielle Schwachpunkte:

- Ist der Unterboden nagelneu, ist das ebenso verdächtig, als wenn einzeln aufgeworfene Stellen zu sehen sind. Diese signalisieren nämlich, dass sich Rost gebildet hat oder sich kurzfristig bilden könnte.
- Gummidichtungen, die im Auto verbaut sind, müssen ihre Funktion erfüllen und buchstäblich dicht sein, sonst droht Rost.
- Auch der Auspuff ist eine häufig gesehene Schwachstelle. Hierbei ist zweierlei wichtig: die Rostbildung und die Standfestigkeit der Halterungen.
- Die Leuchten eines Fahrzeugs sollten nicht matt sein. Wenn diese innen beschlagen sind, deutet dies darauf hin, dass die Leuchten undicht sind.

2.) Der Auto-Check von innen
Schalter und Kontrollleuchten, Sitzpositionsverstellung, Sicherheitsgurte und Heizung sind die Details, die einer klassischen Funktionsprüfung unterzogen werden müssen. Zudem darf ein prüfender Blick unter die Schutzmatten im Innenraum nicht fehlen. Ist es dort feucht, droht auch hier Rostbildung. Ein Blick auf die Pedale bzw. deren Abnutzungszustand kann Aufschluss darüber geben, ob die Kilometerleistung laut Tacho realistisch ist. Verdächtig ist immer, wenn nagelneue Pedalgummis präsentiert werden. Auch wenn Schonbezüge noch nach Autofachmarkt duften, wird ganz genau hingesehen - denn oftmals sind diese Neuanschaffungen ein Zeichen dafür, dass über Mängel hinweggetäuscht werden soll.

3.) Ein prüfender Blick in den Motorraum
Jetzt geht es ans Eingemachte, denn nun steht die Überprüfung des Motorraumes an. Wer von einem Extremzustand geblendet wird, wenn die Motorhaube geöffnet wird, der sollte besonders wachsam sein. Dann nämlich, wenn der Motorraum besonders verölt ist oder aber wie neu aussieht, dann könnte das ein Indiz dafür sein, dass der Zustand nicht der allerbeste ist. Grundsätzlich muss die Unterseite sauber und trocken sein. Kalkbildung deutet darauf hin, dass Schläuche und Kühler undicht sind. Die Kolbenringe könnten defekt sein, wenn Gase beim Öffnen des Ölbehälters austreten. Die Zylinderkopfdichtung ist auszutauschen, wenn Kühlwasser sprudelt, wenn der Motor läuft. Batterie, Ölstand und Kühlflüssigkeit (kein Öl- oder Rostbildung) sollten zudem unter die Lupe genommen werden. Dabei darf zu Prüfungszwecken auch ein Extremtest absolviert werden: Die Batterie muss es aushalten, wenn alle Stromverbraucher zeitgleich gestartet werden. Nun würde ein privater Gebrauchtwagenkäufer an dieser Stelle in jedem Fall noch eine Probefahrt unternehmen.

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Nachdem der Experte in der Werkstatt das Fahrzeug unter die Lupe genommen hat, folgt in aller Regel der Datencheck. Grundsätzlich müssen bei einem Verkauf wahrheitsgemäße Angaben gemacht werden. Besonders beim Thema Unfallwagen wird häufig geschummelt. Der Profi wird bereits beim Fahrzeugcheck auf Farbdifferenzen, Lackreste, Schweißnähte oder auffällige Abstände zwischen den Türen geachtet haben. Wird dann behauptet, es handle sich um einen unfallfreien Wagen, muss dieser Unfall-Check ohne Resultat verlaufen sein. Darüber hinaus müssen die Fahrzeugdaten zum Zustand passen. Wenn das Fahrzeug massive Abnützungserscheinungen und Gebrauchtspuren aufweist, aber laut Tacho nur wenige Kilometer gefahren sein soll, wird der Profi hellhörig und vermutet zurecht, dass hier mit der Kilometerleistung getrickst wurde, um mehr Geld für das Fahrzeug zu bekommen.

Nach dem professionellen Fahrzeugcheck folgt das Kaufangebot. Grundsätzlich gibt es mehrere Optionen, ein Fahrzeug zu verkaufen. Wer nach einem Check beim Profi weiß, was das Fahrzeug wert ist, kann nun versuchen, einen Käufer zu finden. Einfacher und vor allem schneller geht es, wenn Serviceangebote genutzt werden, die die Auto-Bewertung und das Kaufangebot direkt miteinander verbinden. Diese Variante bietet dem Gebrauchtwagenbesitzer den Luxus, einmal das Fahrzeug beim Prüfer vorzustellen und anschließend die Sicherheit zu haben, das Fahrzeug auch direkt verkaufen zu können, denn das Angebot folgt unmittelbar nach der Prüfung. So erspart sich der Besitzer des Gebrauchtwagens die Mühe, eine Annonce zu erstellen, die heutzutage durchaus durchdacht sein muss, wie dieser Artikel auf autorevue.at zeigt. Diese Mühe bleibt einem erspart, stattdessen kann das Auto postwendend verkauft werden.

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