Hochwasserschaden am Auto : Was ist zu tun ?

Wer ein überflutetes Fahrzeug startet, riskiert Motorschaden und verliert Kaskoschutz

Die Hochwasserlage in Niederösterreich bleibt weiterhin kritisch. Viele Menschen kämpfen derzeit um ihr Hab und Gut. Es gilt zu retten, was es noch zu retten gibt. So haben die Wassermassen auch viele Fahrzeuge unter Wasser gesetzt. Der wichtigste Tipp: " Nach einem Wasserschaden sollte man das Auto niemals selbst starten. Nicht zuletzt, weil die Versicherungen sonst ihre Leistungen verweigern können ", erklärt ÖAMTC-Juristin Verena Hirtler.

Das raten die ÖAMTC-Experten, um Schäden so gering wie möglich zu halten:

  • Steht das Fahrzeug bis zur Felgenmitte im Wasser, sind in der Regel keinerlei Funktionsprobleme zu erwarten, weil alle beweglichen Teile sowie die elektrischen Installationen noch über der Wasserlinie liegen. Eventuell sollte man aber Trag- und Spurstangengelenke neu schmieren.
  • Tritt das Wasser über die Radmitte , sind bereits Radlager und Antriebswellen betroffen. Wasser kann in die Lager und Gelenke eindringen, wo es auch nach Absinken des Wasserspiegels bleibt. Vorsicht ist auch beim Auspuff geboten, der durch das Wasser korrodieren kann.
  • Dringt Feuchtigkeit in den Innenraum in die Hohlräume der Karosserie ein, so können tiefer liegende Elektrikteile beschädigt werden. Ein Werkstätten-Aufenthalt ist dann unausweichlich.
  • Steht die Motorhaube unter Wasser , so gelangt es auch in den Ansaugtrakt des Motors und über den Auspuff bis zu den Auslassventilen. Ein Startversuch kann dann böse Folgen haben: Der Motor kann durch das angesaugte Wasser durch einen "Wasserschlag" zerstört werden. Fahrzeuge, die längere Zeit derart tief im Wasser gestanden sind, müssen in einer Fachwerkstatt trockengelegt werden. "Bei älteren Fahrzeugen kommt das einem Totalschaden gleich. Wurde das Fahrzeug gestartet und dadurch der Motor zerstört, kann die Versicherung ihre Leistung verweigern", sagt die ÖAMTC-Juristin.

Ob die Versicherung für den Schaden aufkommt, hängt von mehreren Faktoren ab. "Eine finanzielle Entschädigung für Autofahrer gibt es nur dann, wenn man eine Kaskoversicherung hat", so Hirtler. Im Rahmen einer Teil- oder Vollkaskoversicherung sind die Reparatur- und Abschleppkosten bis zur nächsten Werkstätte oder dem Schrottplatz gedeckt. Bei einem Totalschaden wird der Zeitwert des Fahrzeuges ersetzt, bei dem aber noch der Verkaufserlös des Wracks abgezogen wird. "Aber auch für Kasko-Versicherte gibt es bei manchen Verträgen einen Wermutstropfen in Form eines Selbstbehaltes", sagt die ÖAMTC-Expertin.

Wenn das Fahrzeug in einer gebührenpflichtigen Garage abgestellt war und diese überflutet wurde, gibt es keinen Anspruch auf Schadenersatz. Einzige Ausnahme: Wenn im Garagierungsvertrag ist ein spezieller Versicherungsschutz für eingestellte Kraftfahrzeuge enthalten ist. "Wer keine eigene Kaskoversicherung für das Fahrzeug hat, sollte im Fall des Falles den Garagenbetreiber danach fragen", rät Hirtler.

Hilfe durch den ÖAMTC:

  • Die ÖAMTC-Pannenhilfe ist unter der Nothilfe-Nummer 120 rund um die Uhr erreichbar.
  • Für Rechtsfragen stehen die Experten der ÖAMTC-Rechtsberatung unter (01) 71199 - 1530 oder E-Mail: office@oeamtc.at hilfreich zur Seite.
  • Alle Behinderungen und Straßensperren in den vom Hochwasser betroffenen Gebieten findet man hier auf der Website des Clubs ...

Quelle: ÖAMTC

Kommentare

Markenwelt