Autopflege : Lack polieren und mit Wachs einlassen

Vorsicht beim Frühjahrsputz - ein falsch angewendeter Lackreiniger wirkt wie Schleifpapier

Die regelmäßige Pflege des Autolacks trägt zum Werterhalt des Fahrzeugs bei. Kleine Kratzer, matter gewordene Farben und Flugrost lassen sich mit der richtigen Politur effektiv behandeln. "Aber Vorsicht: Aggressive Mittel wie Lackreiniger oder Schleifpasten tragen viel Material ab. Selbst bei neueren Fahrzeugen kann der Lack Schaden nehmen und bei falscher Anwendung landet man sogar bei der Grundierung", macht ÖAMTC-Techniker Thomas Stix aufmerksam.

Bei der unsachgemäßen Verwendung von Poliermaschinen kann es ebenfalls Probleme geben. Benützt man besonders bei Ecken und Kanten das Gerät zu lange, wird die Lackschicht abgeschliffen. In Polituren sind nämlich Schleifmittel enthalten, die beim Polieren jedes Mal eine hauchdünne Schicht des Lacks abtragen. "Das sind zwar nur einige tausendstel Millimeter, aber die dünne Lackschicht wird bei allzu häufigem Polieren rasch weniger", sagt der Club-Experte.

Für jede Oberfläche gibt es das richtige Mittel

Nur die richtig durchgeführten Streicheleinheiten verhelfen dem Autolack zu neuem Glanz. Aufgrund des hohen Schleifmittelanteils darf bei Neuwagen etwa kein starkes Poliermittel zum Einsatz kommen. Hier reicht eine Konservierung mit Wachs. Grundsätzlich ist eine dem Witterungszustand des Lacks unterschiedliche Behandlungsmethode wichtig. Je nachdem ob der Lack neu und glänzend, leicht ermattet oder schon blass und stumpf ist. "Allgemein gilt die Regel, dass man sich im Zweifelsfall zunächst für das schwächere Produkt entscheiden sollte. Informationen dazu stehen auf der Verpackung. Stellt sich kein befriedigendes Ergebnis ein, kann man die nächst stärkere Politur verwenden", weiß der ÖAMTC-Experte.

Schritt für Schritt zu einem glänzenden Lack

Vor dem Poliervorgang muss der Wagen gründlich gereinigt werden. Zunächst mit einer Vorwäsche und anschließend in der Waschstraße. "Schmutzpartikel auf dem Lack wirken nämlich wie Schleifpapier und sorgen für neue Kratzer", so Stix. Mit im Handel erhältlichen Insekten-, Teer- und Flugrostentfernern können danach die hartnäckigen Verunreinigungen entfernt werden. Tiefer gehende Schäden, z.B. durch Steinschlag, sollte man mit einem Lackstift ausbessern. Der nächste Schritt ist der Schutz der Kunststoffteile mit einem Pflegemittel . Es verhindert, dass Politurreste auf dem Kunststoff haften bleiben.

Erst nach dieser Vorbereitung kann man mit der eigentlichen Lackpflege beginnen. Das Fahrzeug sollte nicht unter direkter Sonneneinstrahlung poliert werden, sondern im Schatten. "Die Außenhaut des Autos kann sich in der Hitze auf über 80 Grad aufheizen, das Mittel würde zu schnell eintrocknen. Die optimale Wirkung von Poliermitteln liegt bei ca. 20 Grad", erläutert ÖAMTC-Techniker Thomas Stix. Am besten arbeitet man abschnittsweise. Zum Beispiel erst den Kotflügel fertig polieren und danach die nächste Fläche. Damit erreicht man eine gleichmäßigere Glanzwirkung.

Polituren sollten nur sanft und mit möglichst gleichmäßigem Druck aufgetragen werden. Zum Abschluss verwendet man für das fertig polierte Fahrzeug Wachs, um den Lack zusätzlich zu schützen.

Eine Konservierung mit Politur und Wachs sollte man zumindest zweimal im Jahr durchführen. Zunächst vor dem Winter, zum Schutz vor Schmutz und Salz und ein weiteres Mal nach der kalten Jahreszeit, um den Lack wieder zum Glänzen zu bringen. Die Kombination von Politur und Wachs bildet eine Schicht, die den Lack bis zu einem halben Jahr vor Umwelteinflüssen wirksam abschirmt . Sie schützt vor Rost, UV-Strahlen, Vogelkot und Baumharz. "Eine Politur wirkt außerdem wasserabweisend. Auf einer behandelten Stelle perlt das Wasser in großen Tropfen ab, auf einer unpoliertern Fläche bilden sich kleine Lacken", sagt der ÖAMTC-Experte abschließend.

Quelle: ÖAMTC

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