Strategien beim Parkplatz suchen in der Stadt

Nerven, Zeit und Geld sind Kriterien für das individuelle Suchverhalten.

In der größten Hitze oder unter Zeitdruck - die Parkplatzsuche in der Stadt kann an den Nerven zerren. In den Ferienmonaten kommt es generell kurzfristig zu einer Entspannung, die man an heißen Abenden in der Stadt jedoch nicht bemerkt. Der ÖAMTC hat eine Blitzumfrage unter 545 Autofahrern gestartet, um die Stimmungslage hinsichtlich der Parkplatzsuche zu testen. Befragt wurden Lenker nach ihrem " Parkverhalten " in einer Großstadt.
 
80 Prozent finden untertags innerhalb von zehn Minuten einen guten Parkplatz. In den Abendstunden sind es 70 Prozent. Der Rest kreist länger als zehn Minuten. Bei der Parkplatzsuche verfolgen die Autofahrer verschiedene Strategien . "Es gibt einige Kriterien, die für das Suchverhalten ausschlaggebend sind, beispielsweise Fahrhäufigkeit, Alter, finanzielle Situation und ob man privat oder geschäftlich unterwegs ist", sagt ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger.
 
Nach Auswertung der Blitzumfrage lassen sich folgende Strategien erkennen:

  • 37 Prozent der Umfrageteilnehmer - darunter ein hoher Anteil an Vielfahrern - verfolgen eine " Glücks-Strategie " und suchen direkt am Ziel einen Parkplatz. Lediglich ein Viertel hat damit auch den gewünschten Erfolg. Viele fahren aus Bequemlichkeit ihr Ziel vorerst direkt an und weiten dann den Suchradius aus.
  • 20 Prozent aller Befragten fahren die " 1-2 Block-Strategie ", sie ist besonders unter regelmäßigen Autofahrern sehr beliebt. "Wer mit der Befürchtung sucht, dass am Ziel alles zugeparkt ist, hält bereits ein bis zwei Häuserblöcke vor dem Ziel Ausschau", so die ÖAMTC-Verkehrspsychologin. Das schont die Nerven, schneller und pünktlicher ist man obendrein.
  • Eine beliebte Parkmethode unter eher älteren Lenkern ist die " Ruhigere Viertel-Strategie ". Immerhin zwölf Prozent der Umfrageteilnehmer parken dort, wo mit Sicherheit Parkplätze zur Verfügung stehen und gehen dann gerne ein Stück zu Fuß.
  • Gleichauf beliebt ist die " Garagen-Strategie ". "Das kann sich nur leisten, wer eine gefüllte Geldtasche hat", sagt die ÖAMTC-Psychologin. Entsprechend hoch ist der Anteil der 50-59-jährigen, die schnurstracks einen Garagenplatz anpeilen. Drei Viertel der Garagenparker sind männlich , 68 Prozent haben auch zu Hause den Komfort eines Parkplatzes abseits der Straße. Junge Wenigfahrerinnen , die zu Hause auf der Straße parken, benutzen praktisch nie Parkgaragen .
  • Nur wenige (sechs Prozent ), nämlich jene die aus Randgebieten oder Vororten in die Stadt fahren, stellen ihr Auto bei den nächstgelegenen öffentlichen Verkehrsmitteln ab und steigen um. Gründe sind zu hohe Parkkosten in der Stadt und Zeitersparnis, weil die Parkplatzsuche wegfällt.

Wechselstrategien, Berufsparker und Sparefrohs
 
15 Prozent der Umfrageteilnehmer ändern ihr Parkverhalten, wenn Mitfahrer im Auto sind, ganz besonders bei Kindern oder älteren Menschen. "Fast die Hälfte dieser Befragten setzt zuerst die Passagiere am Ziel ab , erst dann wird in Ruhe ein Parkplatz gesucht", erklärt die ÖAMTC-Expertin. Sechs Prozent der Befragten gestanden, dass sie sich im Beisein eines Mitfahrers beim Einparken nicht blamieren wollen und daher besser aufpassen.
 
Jene, die tagsüber nach der " 1-2 Block oder "Ruhigere Viertel-Strategie " parken, meiden abends "Pickerlbezirke" oder benützen öfters Öffis.
 
Ausschlaggebend für die Art der Parkplatzsuche ist weites, ob man privat oder geschäftlich unterwegs ist. Das bestätigen 30 Prozent der Umfrageteilnehmer. Bei Geschäftsterminen fährt man früher los, um möglichst nahe am Ziel zu parken. Oder man fährt aus Zeitgründen gleich in eine Garage . "Die Kosten zahlt meist der Arbeitgeber , da fällt die Entscheidung leicht", so die ÖAMTC-Verkehrspsychologin. Bei privaten Wegen wird eher gespart, man hat mehr Zeit und nimmt auch kurze Fußwege in Kauf.
 
Sicherlich ändert sich das Suchverhalten schlagartig bei Schlechtwetter , sperrigen Transporten oder bei kostengünstigen Parkgaragen-Angeboten. Ebenso Einfluss auf das Parkverhalten haben günstige oder gratis Kombi-Parktickets (Gratisgarage beim Shopping, Konzert-Park-Kombi, Park & Ride, etc.).
 
"Jedenfalls ist es so, dass jemand, der die Parkplatzsuche überlegt angeht, Zeit, Geld und Nerven spart", sagt die ÖAMTC-Expertin abschließend.

Quelle: ÖAMTC

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