Falsch getankt(Bildquelle: ÖAMTC)

Treibstoff falsch getankt

Der Fehlgriff an der Zapfsäule kann teuer kommen

Lt. Auskunft des ÖAMTC sind "Sprit aus" und "falsch getankt" für vier Prozent aller Pannenhilfen verantwortlich. Allein in Wien, Niederösterreich und Burgenland werden die "Gelben Engel" durchschnittlich zwei Mal täglich wegen eines falsch getankten Fahrzeugs zu Hilfe gerufen. "In vielen Familien gibt es bereits mehrere Autos. Wenn dann zwischen den Familienmitgliedern kurz die Fahrzeuge getauscht werden, kann es passieren, dass der Diesel plötzlich Benzin schlucken muss", sagt Steffan Kerbl vom ÖAMTC.

Die "Macht der Gewohnheit" oder einfach nur eine kurze Unaufmerksamkeit sind meist Schuld daran, wenn falsch getankt wird. Das kann mitunter teuer kommen. ÖAMTC Club-Techniker Steffan Kerbl sagt Ihnen, was man tun kann, wenn das Malheur bereits geschehen ist:

  • Fall 1: Benzin statt Diesel getankt.
    Heftiges "Nageln" kündigt einen drohenden Motorschaden an. "In diesem Fall darf man nicht weiterfahren und muss das Fahrzeug schleppen lassen", warnt Kerbl. Die Pannenhilfe des ÖAMTC ist unter der Kurzrufnummer 120 aus ganz Österreich ohne Vorwahl erreichbar. Am Stützpunkt wird das Benzin-Diesel-Gemisch abgesaugt und fachgerecht entsorgt. Achtung: Wer den Fehler rechtzeitig erkannt und weniger als zehn Liter falschen Treibstoffs getankt hat, muss den Tank nicht unbedingt entleeren. Volltanken mit dem geeigneten Sprit reicht aus, die Fahrt kann fortgesetzt werden.
  • Fall 2: Diesel statt Benzin getankt.
    Wurde der Benzinmotor mit Diesel abgefüllt, beginnt der Motor zu stottern und zu qualmen. Dieser Fall kommt seltener vor. Der Grund: Der Diesel-Einfüllstutzen ist größer als die Benzin-Tanköffnung. An eine Weiterfahrt ist auch hier nicht zu denken – es gelten die gleichen Maßnahmen wie in Fall 1.
  • Fall 3: Normal statt Super getankt.
    Normalbenzin (91 Oktan) statt Super Plus (98 Oktan): Dieser Fehlgriff an der Zapfsäule ist bei vielen modernen Fahrzeugen kein Problem. Die Motoren sind mit Klopfsensoren ausgestattet, der Motor passt sich der Kraftstoffqualität an. Bei älteren Fahrzeugen den Motor nur mäßig belasten und so rasch wie möglich Superbenzin nachtanken.
  • Fall 4: Super statt Normal getankt.
    Wer Eurosuper (95 Oktan) oder Super Plus (98 Oktan) statt Normalbenzin (91 Oktan) getankt hat, hat nichts zu fürchten. Allerdings trifft der Standpunkt, der Motor hätte mit dem hochoktanigen Sprit mehr Kraft, nur dann zu, wenn dieser über sogenannte Klopfsensoren verfügt und sich auf unterschiedliche Kraftstoffe einstellen kann.

Übrigens können auch Wasser oder sonstige Verunreinigungen im Tank das Auto lahm legen. "Besonders bei Dieselmotoren sollte daher regelmäßig der Kraftstoff-Filter überprüft werden. Oft ist Wasser der Grund, warum im Winter nichts mehr geht. Bei mehr als zehn Prozent Wasser im Tank kommt es zum Totalausfall des Motors, der Tank muss leergepumpt werden", erklärt der ÖAMTC Club-Techniker.

Noch ein abschließender Hinweis: Wer im Auto einen Kraftstoffkanister mitführt, sollte den Inhalt bei jedem zweiten Tankvorgang in den Tank leeren und neu befüllen: Benzin altert; bei Diesel gibt es für Winter und Sommer unterschiedliche Zusammensetzungen.

Quelle: ÖAMTC