Hilfe nach einem Unfall ist gesetzliche und moralische Pflicht

Zumindest das Absetzen eines Notrufes ist jedem zumutbar.

Die ÖAMTC-Erhebung "Zivilcourage" hat gezeigt, dass sich nur die wenigsten zutrauen, bei einem Notfall rasch und gezielt Erste-Hilfe zu leisten. Dabei sind gerade Ersthelfer das wichtigste Glied in der Rettungskette. Je schneller und effektiver geholfen wird, desto besser sind die Chancen für das Unfallopfer. "Helfen ist nicht nur eine gesetzliche, sondern auch eine moralische Pflicht", erklärt ÖAMTC-Chefjurist Andreas Achrainer. "Zumindest das Absetzen eines Notrufs ist jedem zumutbar." Alle weiteren Schritte hängen von den Umständen am Unfallort ab.

Diese Maßnahmen sollte ein Ersthelfer bestenfalls setzen:

  • "Nur wer handlungsfähig ist, kann helfen. Deshalb geht Selbstschutz vor", erklärt der ÖAMTC-Chefjurist. Also Auto sicher abstellen und Warnweste anlegen.
  • Unfallstelle absichern (Pannendreieck, Warnblinkanlage). Speziell auf Autobahnen und Schnellstraßen Insassen im eigenen Wagen in Sicherheit bringen.
  • Unfallsituation erfassen (für den Notruf wichtig: wo, was, wie viele Verletzte, wer ruft an).
  • Notruf wählen (International 112, Feuerwehr 122, Polizei 133, Rettung 144).
  • Weitere Erste Hilfe leisten, Unfallopfer beruhigen, Mut zusprechen, Ankunft der Rettungskräfte abwarten.

"Helfen bedeutet in erster Linie, die Situation richtig einzuschätzen. Deshalb ist es wichtig, Ruhe und den Überblick zu bewahren", so der ÖAMTC-Experte.

Abgesehen von jenen, die ehrenamtlich Dienst bei Rettungsorganisationen leisten, haben die wenigsten Erfahrung mit Unfallsituationen. Sicherheit im Ernstfall gibt jedenfalls ein Erste-Hilfe-Kurs . Um das Engagement aller potenziellen Ersthelfer zu honorieren, belohnt der ÖAMTC insgesamt 120 Personen, die einen Erste-Hilfe-Grundkurs oder Auffrischungskurs absolviert haben, mit einem Erste-Hilfe- sowie Pannenset. Mitmachen kann man online unter: www.oeamtc.at/zivilcourage

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