Unfallhäufigkeit am Morgen besonders hoch

Übermüdung, schlechtes Wetter und Termindruck treiben Unfallstatistik in die Höhe

"Tagwache um fünf Uhr morgens und ein täglicher Arbeitsweg zwischen ein und zwei Stunden gehören für etwa 600.000 Österreicher zum Berufsalltag dazu", sagt ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger. Allein 200.000 Personen pendeln täglich nach Wien. Betrachtet man die Unfallstatistik nach Tageszeit, zeichnet sich eine erste Spitze an Verkehrsunfällen zwischen fünf und sechs Uhr morgens ab. "Viele Unfälle in den frühen Morgenstunden geschehen bei sogenannten 'Pendlerfahrten'. Über acht Prozent der Tagesunfälle geschehen zwischen sieben und acht Uhr morgens und knapp neun Prozent ereignen sich zwischen acht und zehn Uhr", erklärt Seidenberger.

Ursache dafür ist eindeutig Übermüdung: "Müdigkeit ist ein schlechter Beifahrer. Und beim zeitigen Aufstehen ist es nicht verwunderlich, noch etwas verschlafen hinter dem Steuer zu sitzen." Hinzu kommt der allmorgendliche Stress. Um möglichst lange Ausschlafen zu können, wird der Wecker so weit es geht nach vor gestellt. Für ein Frühstück , das ein wichtiger Energiespender wäre, bleibt da häufig keine Zeit. "Immerhin will man keinen Zeitverlust riskieren. Konzentrationsmängel und Aufmerksamkeitseinbußen sind die Folge und das kann sich im Straßenverkehr wiederum verheerend auswirken", sagt die ÖAMTC-Expertin. Belastend kann auch Termindruck sein. Die Ungewissheit, ob man sein Ziel pünktlich erreicht, fährt mit. "Für viele ist das morgendliche Autofahren leider auch ein Kampf gegen die Zeit", so Seidenberger.

Selbst wenn man geistig noch mehr im Bett als im Auto sitzt, kann man sich mit kleinen Tricks helfen :

  • Frische Luft im Auto weckt die Lebensgeister und bringt den Kreislauf in Schwung. Auch wenn es draußen noch kalt ist und das Gebläse auf Hochtouren läuft, hin und wieder die Scheiben runterzulassen, kann Wunder wirken.
  • Interessante Radiosendungen anhören: "Diese können die Fahrzeit psychologisch verkürzen und sich positiv auf die Stimmung auswirken", erklärt ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger.
  • Fahrgemeinschaften gründen: Zum einen vergeht die Zeit beim angenehmen Plaudern im Auto schneller und zum anderen kann möglicher Frust durch Gespräche abgebaut und besser verarbeitet werden. "Wer dennoch alleine fährt, kann die Zeit für sich nützen, um vom beruflichen Stress abzuschalten bis man zuhause ist. Manchmal helfen auch Selbstgespräche, im Auto merkt das ohnehin niemand", so die Club-Expertin.
  • Sich auf den Fahrstil konzentrieren: Wer konzentriert unterwegs ist, auf ausreichenden Abstand achtet und niedertourig fährt, spart Nerven und Sprit.
  • Positiv auf das Selbst kann sich ein schönes gepflegtes Auto auswirken. "Bewundernde Blicke von anderen tun dem Selbstwertgefühl gut und heben die Stimmung", so Seidenberger abschließend.

Quelle: ÖAMTC

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