ABS , ESP & Co. erhöhen die Fahrsicherheit

Aber: Vorsicht ist immer noch der beste Assistent

ABS, ESP & Co

. sind heute in fast jedem Neuwagen Serie. Sie sorgen für aktive Fahrsicherheit und damit für sicheres Fortkommen - besonders jetzt, wenn auf den herbstlichen Straßen Nässe, Laub und Reif liegen. Jeder Autofahrer sollte wenigstens ungefähr über diese Systeme und ihre Funktionen und Wirkungsweisen Bescheid wissen - aber auch verstehen, dass sie nicht zu Nachlässigkeit einladen. Die Experten von TÜV SÜD klären auf.

ABS - löst Blockaden auf

Das Anti-Blockier-System greift dann ein, wenn beim Bremsen ein oder mehrere Räder blockieren. Die Elektronik bewirkt, dass das blockierte Rad abwechselnd für Sekundenbruchteile freigegeben und dann erneut abgebremst wird (" automatische Stotterbremse "). So bleibt das Auto auch bei einer Vollbremsung jederzeit lenkfähig. Der Fahrer sollte sich vom Pulsieren des Bremspedals keinesfalls irritieren lassen, sondern es weiterhin fest durchtreten.

ESP - für eine sichere Kurvenfahrt

Das Elektronische Stabilitätsprogramm (manchmal als Dynamic Stability Control, DSC, bezeichnet) trägt zu einer sicheren Kurvenfahrt bei und greift dann ein, wenn das Auto zu schnell in eine Biegung fährt. In Sekundenbruchteilen überprüft die Bordelektronik des ESP anhand von Sensorenmeldungen, ob der gewünschte Weg physikalisch machbar ist. Unterscheiden sich Lenkeinschlag und tatsächlicher Weg, hilft das ESP dem Lenker, indem es zunächst einzelne relevante Räder aktiv abbremst. Reicht das nicht aus, kann das ESP auch in die Motorleistung eingreifen, um die notwendigen Seitenführungskräfte wieder herzustellen. Folge: Selbst in einer etwas zu schnell angesteuerten Kurve bleibt das Auto normalerweise auf Kurs . Unterstützung liefert ESP zudem beim Beschleunigen. Drehen hier auf glattem Untergrund ein oder mehrere Räder durch, wird die Antriebskraft automatisch soweit gedrosselt, bis das Rad wieder haftet. In ganz wenigen Situationen, etwa beim Anfahren mit Schneeketten oder auf schneereichem Untergrund an Steigungen, sollte man das ESP/DSC ausschalten. Manche Fahrer deaktivieren das System bzw. wählen, falls vorhanden, eine "sportlichere" Einstellung, um besser "um Kurven driften" zu können. Generell empfehlen die Profis von TÜV SÜD, das System nahezu immer eingeschaltet zu lassen.

ASC / ASR / TC - damit nichts durchdreht

Viele Fahrzeuge verfügen über eine Anti-Schlupf-Regelung (ASC, TC oder ASR). Sie verhindert, dass die Antriebsräder - insbesondere beim Anfahren - auf glatter Straße durchdrehen . Passiert das, wird die Motorleistung gedrosselt und so weit reduziert, dass das Rad wieder "Tritt fasst". ASC arbeitet Hand in Hand mit ESP.

BAS - von selber in die Eisen

Das Brems-Assistent-System (BAS) verkürzt selbständig den Bremsweg in Notsituationen, ausgehend von der Erkenntnis, dass die meisten Autofahrer zu zaghaft reagieren und nicht energisch genug auf das Bremspedal treten. Dazu schließt es aus mehreren Faktoren, zum Beispiel dem schnellen Tritt aufs Pedal, auf eine Notbremsung und erhöht automatisch den Druck. Sobald der Lenker den Fuß vom Pedal nimmt, schaltet auch BAS zurück. Diese Hochdruckbremse ermöglicht also eine extrem schnelle und maximale Bremswirkung.

Vorsicht ist immer noch der beste Assistent

Die Experten von TÜV SÜD warnen: Auch Fahrsicherheitshilfen stoßen an ihre physikalischen Grenzen und sind kein Freibrief . Wer es zu bunt treibt, dem helfen selbst ABS, ESP und BAS nicht, den Unfall zu verhindern.

TÜV SÜD