ABS , ESP und Co : Was ist das, wie funktioniert es ?

Vier von zehn Befragten kennen die Sicherheitstechnik ihres Autos nicht

87 Prozent der Autofahrer kannten in einer aktuellen ÖAMTC-Erhebung den Begriff ABS (Antiblockiersystem), aber nur die Hälfte wusste, wie man damit umgeht. Noch mehr Unsicherheit gibt es bei ESP: 43 Prozent konnten nicht sagen, ob ihr Auto mit elektronischem Stabilitätsprogramm ausgestattet ist oder gaben eine falsche Antwort. Der ÖAMTC hat erhoben, wie es um das Wissen der österreichischen Autofahrer zur Fahrzeugtechnik im eigenen Auto und das richtige Verhalten in Notsituationen bestellt ist. 360 Teilnehmer bei ÖAMTC-Fahrsicherheitstrainings - vom Führerschein-Neuling bis zum routinierten Fahrer - wurden im Jänner 2007 in einem zweistufigen Verfahren befragt: Vor und nach dem Kurs. "Manche Autofahrer können sich unter den Kürzeln nichts vorstellen", berichtet ÖAMTC-Fahrsicherheitsexperte Franz Fabian. " Die Funktionsweise der elektronischen Helfer im Fahrzeug versteht man oft erst, wenn die Wirkung im Training erlebt wird. "

Hat das eigene Auto ABS? Zwei von zehn konnten diese Frage entweder nicht beantworten oder lieferten im guten Glauben eine falsche Antwort. 60 Prozent der Befragten gaben richtig an, dass ihr Auto ABS hat, 19 Prozent wussten, dass sie die Ausstattung nicht haben. Ein Real-Check durch die ÖAMTC-Instruktoren zeigte übrigens: 70 Prozent der befragten Kursteilnehmer hatten tatsächlich ein Auto mit Antiblockiersystem, 30 Prozent waren ohne unterwegs.

" Bei ESP ist die Diskrepanz größer ", berichtet ÖAMTC-Experte Fabian. 43 Prozent konnten entweder nicht sagen, ob das Auto über das elektronische Stabilitätsprogramm verfügt oder gaben eine falsche Antwort. 17 Prozent antworteten richtig, ein Auto mit ESP zu besitzen, ebenso wussten 40 Prozent, ohne unterwegs zu sein. Der Real-Check: Tatsächlich hatten es 23 Prozent der Fahrzeuge der befragten Kursteilnehmer wirklich, 77 Prozent waren nicht damit ausgestattet.

Mit ACC, BAS und SRS können die Wenigsten etwas anfangen

ESP liegt noch vor ASR (Antriebsschlupfregelung), die ein Drittel der Befragten erklären konnte. Weitere Abkürzungen, die den Befragten vorgelegt wurden - darunter z.B. die automatische Abstandskontrolle ACC oder der Bremsassistent BAS - waren nur einer Minderheit bekannt. Anzumerken ist, dass sich hinter den Abkürzungen DSTC und VDC ebenfalls ESP versteckt. "Damit sollte in der Erhebung dem komplexen Angebot der Autohersteller Rechnung getragen werden", erläutert Fabian. "Umso bemerkenswerter ist, dass Besitzer von DSTC und VDC durchwegs wussten, dass sie ESP haben." Die leichteste Übung: Zumindest 98 Prozent kannten den Begriff "Airbag" und konnten ihn auch erklären.

Zu wissen, wie die Fahrzeugtechnik funktioniert, ist lebenswichtig

"Der Airbag ist überlebenswichtig. Es kommt darauf an, dass er im Auto vorhanden ist und der Fahrer die richtige Lenkradhaltung beachtet. Ansonsten funktioniert der Airbag vollautomatisch, üben muss man nichts", sagt Fabian. "Sicherheitstechniken wie ABS oder ESP sind lebenswichtig, damit man die Wirkung des Airbags erst gar nicht ausprobieren muss. Der Unterschied: Nicht zu wissen, wie die elektronischen Helferlein im Auto funktionieren, ist dramatisch."

Tipp: Unter dem Motto "Teste dich selbst!" gibt es unter www.oeamtc.at/fahrsicherheit einen Online-Wissenscheck . Sollte das eine oder andere Kürzel nicht geläufig sein, gibt es dort auch ein Technik-Lexikon zum Nachlesen. Und beim Training in einem der neun ÖAMTC-Fahrsicherheitszentren österreichweit kann man die Sicherheitstechnik im eigenen Auto am besten "erfahren".

Quelle: ÖAMTC

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