Franz und Alexander Wurz errichten Fahrsicherheitszentrum in Ägypten

Österreichisches Know-how für mehr Sicherheit auf ägyptischen Straßen

Österreichs Rallyecross-Legende Franz Wurz und sein Formel 1-erfahrener Sohn Alexander exportieren weltweit Verkehrssicherheit. Der jüngste spektakuläre Wurf ihrer " Test & Training International " (TTI) ist die Errichtung eines Hightech-Fahrsicherheitszentrums in Ägypten . Unweit von Kairo entsteht auf 400.000 Quadratmetern Fläche eine Mega-Anlage - finanziert vom ägyptischen Tourismusministerium, gebaut von Ägyptern, geplant und gemanaged von Österreichern. Es ist dies der vorläufige Höhepunkt in der mittlerweile 25-jährigen und internationalen Erfolgsgeschichte von Fahrsicherheitstrainings "made in Austria" .

Das Fahrsicherheitszentrum, 25 Kilometer südöstlich von Kairos Stadtzentrum, liegt bei der Stadt Helwan nahe am Nil. Auf 40 Hektar Fläche - das entspricht rund 70 Fußballplätzen - werden innerhalb eines Jahres 17 verschiedene Trainingsstrecken und Übungsanlagen für Busse, Lastwagen, PKW und Motorräder errichtet.

An erster Stelle der künftigen Übungsteilnehmer stehen die Fahrer von Touristenbussen , die europäisches Ausbildungs- und Sicherheitsniveau erreichen sollen. Die Baukosten von 80 Millionen Egypt Pounds, umgerechnet rund 10 Millionen Euro , tragen das ägyptische Tourismusministerium und die ägyptische Tourismuskammervereinigung. "Die Errichtung des Fahrsicherheitszentrum ist ein enormer Schritt zur Weiterentwicklung und Verbesserung, insbesondere auch unseres Personentransports im Fremdenverkehr. Hier legt Ägypten einen großen Wert auf die Sicherheit der Touristen ", erklärte der Direktor des ägyptischen Fremdenverkehrsamtes in Wien, Univ. Prof. Dr. Hazim Attiatalla, bei der Präsentation des Projektes in Wien.

2008 wurde mit 238.255 Urlaubsgästen aus Österreich ein neuer Rekord aufgestellt. Insgesamt besuchten 12,8 Mio Gäste aus aller Welt im Jahr 2008 das Land am Nil. Neben der Modernisierung der touristischen Infrastruktur und dem Investment in Verkehrssicherheitsprojekte und nachhaltigen Tourismus werden in Ägypten in Marsa Alam und an der Mittelmeerküste auch neue Urlaubsregionen erschlossen.

Im neuen Fahrsicherheitszentrum nahe Kairo stehen ägyptischen Chauffeuren 16 Trainingsbusse und auch mehrere LKW zur Verfügung. Selbstverständlich werden aber auch - so wie in Österreich - Kurse für PKW und Motorräder angeboten, die aber vorzugsweise mit dem eigenen Fahrzeug absolviert werden. Schließlich gilt es für jeden, sich auf sein Automodell und dessen Fahrverhalten in Extremsituationen einzustellen. Auch Spezial-Trainings für Lenker von Einsatzfahrzeugen und Kinder-Verkehrserziehungsprogramme sind im umfangreichen Kursangebot enthalten.

Um höchste Ausbildungsqualität auf der von Diplomingenieur Gernot Blach entworfenen Anlage zu garantieren, werden die künftigen leitenden Trainer 40 Tage in Österreich ausgebildet. In den ersten beiden Jahren ab der geplanten Fertigstellung im Sommer 2010 ist ein österreichischer Experte permanent im ägyptischen Fahrsicherheitszentrum stationiert, für insgesamt 10 Jahre liegt die Qualitätskontrolle in erfahrenen österreichischen Händen.

Die TTI verfügt mit ihren Repräsentanten Franz und Alexander Wurz über ein einzigartiges Know-how, das nun auch in Ägypten zu höherer Verkehrssicherheit beitragen soll. In nunmehr 25-jähriger Entwicklung unter der Flagge des ÖAMTC wurden europaweit mittlerweile mehr als 2,5 Millionen Fahrerinnen und Fahrer trainiert . Neben den 9 Fahrsicherheitszentren in Österreich gibt es noch weitere in Deutschland, der Schweiz, Italien, Luxemburg, Spanien, Slowenien und Frankreich.

Die Mega-Anlage in Ägypten ist das erste Fahrsicherheitszentrum außerhalb Europas , das nach österreichischem Weltstandard errichtet wird. "Wir sind sehr stolz darauf, dass die ägyptische Regierung nach einer gründlichen Prüfungsphase uns als Partner ihr Vertrauen schenkt", erklärt Alexander Wurz. "Auf diese Weise werden die erprobten Methoden der Fahrerfortbildung, verbunden mit den modernsten technischen Möglichkeiten eines Fahrsicherheitszentrums, nun auch in Ägypten angeboten." Damit nimmt Ägypten in puncto Verkehrssicherheit eine Vorreiterrolle in der arabischen Welt ein.

Die Fahrsicherheitszentren im In- und Ausland sind längst auch ein Wirtschaftsfaktor für österreichische Unternehmen geworden. So bleibt auch beim neuen Ägypten-Projekt die Hälfte des Wertschöpfungskuchens mit rund 5 Millionen Euro in Österreich.

Ob beim 230 Meter langen Tunnel mit Nebelsimulation , einem eigenen Trainingsareal mit variablen Verkehrszeichen zur Simulation unterschiedlicher Verkehrssituationen oder dem Zentralgebäude mit 5 großen Seminarräumen, Ausstellungshalle, Cafeteria und Restaurant - fast überall konnte Qualität und Know-how aus Österreich eingebracht werden. Sollte das ebenfalls geplante Hotel realisiert werden, stehen die Chancen sehr gut für ein Seminarzentrum mit breit gefächertem Angebot.

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