Alkohol fordert an Feiertagen zahlreiche Unfall-Opfer

ÖAMTC-Clubexpertin räumt mit weit verbreiteten Alkoholmythen auf

Während der Weihnachtsfeiertage passierten zahlreiche Unfälle aufgrund von Alkohol . Allein von Jänner bis Oktober 2007 wurde eine Steigerung bei Alkoholunfällen um 6,5 Prozent verzeichnet. Alkohol bedingte Unfälle forderten 7 Prozent mehr Verletzte und vier Menschenleben mehr als noch 2006 . Für November liegen noch keine endgültigen Zahlen vor. Der Dezember ist erfahrungsgemäß der Monat mit dem höchsten Anteil an Alkoholunfällen. "Unter Alkoholeinfluss darf man sich nicht auf sein subjektives Gefühl verlassen, weil sich die Selbsteinschätzung verändert und auch die Risikobereitschaft steigt ", erklärt ÖAMTC-Verkehrspsychologin Dora Donosa. "Am besten lässt man sein Fahrzeug stehen, wenn man noch das ein oder andere Glas Alkohol genießen möchte." Gerade um Weihnachten und zu Neujahr wird viel Alkohol konsumiert und manche glauben, Tricks zu kennen, um schneller nüchtern zu werden . Doch beim Alkoholabbau ist einzig und allein die Zeit entscheidend.

Die Clubexpertin räumt mit den gängigsten Alkoholmythen auf:

  • Durch viel und fettes Essen wird man nicht betrunken : Wenn man ein üppiges Silvestermenü genossen hat, kann sich die Alkoholaufnahme verzögern, die Wirkung wird zunächst weniger stark empfunden. Letztendlich wird aber nicht verhindert, dass der Promillepegel steigt. "Wer Auto fährt, darf sich keinesfalls auf die sogenannte gute Unterlage, in Form eines deftigen Essens verlassen", sagt die ÖAMTC-Expertin.
  • Wer sich viel bewegt und schwitzt, wird wieder nüchtern : Alkohol kann z.B. beim Tanzen nicht ausgeschwitzt werden. Den Großteil des Alkoholabbaus übernimmt mit 95 Prozent die Leber, der Rest wird über Haut, Lunge und Nieren ausgeschieden. "Die Leber hat es dabei nicht besonders eilig, pro Stunde werden durchschnittlich etwa 0,15 Promille abgebaut", erläutert die ÖAMTC-Verkehrspsychologin.
  • Nach einem Kaffee und einer kalten Dusche ist man wieder fit : Man fühlt sich vielleicht nach einer Dusche oder einem Kaffee subjektiv etwas besser und wacher, nüchterner ist man deshalb aber noch lange nicht. Der Alkoholpegel bleibt unverändert.
  • Ein kurzes Schläfchen und man kann schon wieder fahren : Je nach getrunkener Menge und Art des Alkohols dauert es, bis man wieder vollkommen nüchtern ist. Ein kurzes Schläfchen hilft da wenig. Viele unterschätzen nach wie vor den vorhandenen Restalkohol. "Bei übermäßigem Alkoholkonsum sollte man deshalb auch am nächsten Tag das Auto stehen lassen", empfiehlt die ÖAMTC-Expertin.
  • Alkohol wärmt bei eisigen Temperaturen : Alkohol erweitert die Blutgefäße, das Blut fließt verstärkt in Arme und Beine. Das führt zu einem angenehmen Wärmegefühl. Gleichzeitig wird dadurch aber mehr Wärme an die Umgebung abgegeben - die Körpertemperatur sinkt.
  • Betrunkene sagen die Wahrheit : Übermäßiger Alkoholkonsum führt zu zunehmender Enthemmung und erhöht die Aggressionsbereitschaft. Die Hemmschwelle sinkt und man sagt vielleicht Dinge, die einem sonst nicht so leicht über die Lippen kommen würden. "Betrunkene reden unkontrollierter und verlieren das Gefühl, was angebracht und angemessen ist. Mit der Wahrheit muss das wenig zu tun haben", sagt die ÖAMTC-Expertin abschließend.

Quelle: ÖAMTC

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