Vorsicht Blitzeis : Strassenglätte auch bei Plusgraden

Tückisches Wetterphänomen im Winter, wenn Regen auf kaltem Straßenbelag gefriert

"Blitzeis sorgt für die gefährlichsten Fahrsituationen im Winter", weiß Gerhard Blümel, Leiter des ÖAMTC-Fahrsicherheitszentrums Teesdorf. Dieses besonders tückische Phänomen des Winterwetters entsteht, wenn Regentropfen beim Aufprall auf dem kalten Straßenbelag sofort gefrieren. Eine Eisschicht bildet sich und die Straßen verwandeln sich in Sekundenschnelle in spiegelglatte Rutschbahnen. Auch leichter Schneefall oder Nebel können eine derart rasche Glatteisbildung auslösen. Unbedingt bedenken: " Temperaturen oberhalb der Null-Grad-Grenze sind kein Garant für eine ungefährliche Fahrbahn, weil der Boden im Winter stark ausgekühlt ist ", sagt der ÖAMTC-Experte. Die richtige Reaktion bei Blitzeis kann den Unterschied zwischen "gerade nochmals gutgegangen" und "Unfall" bedeuten.

Fuß weg vom Gas und vorausschauend fahren

  • Besteht die Gefahr, dass es rutschig ist, muss die Geschwindigkeit den Gegebenheiten angepasst werden. Während man bei besten Bedingungen auf einer trockenen Freilandstraße 100 km/h fahren kann, muss bei Eis die Geschwindigkeit um 70 Prozent reduziert werden, damit der Bremsweg gleich bleibt.
  • Wer sich bei schlechten Fahrbahnbedingungen hinters Steuer setzt, kann auf einer freien Straße einige gefühlvolle Bremsversuche unternehmen. "Das macht es leichter einzuschätzen, wie der Fahrbahnzustand zur Zeit ist", sagt Blümel. Vorsicht: Besonders im Bereich von Brücken, Waldschneisen, Kuppen und freien Flächen kann es zu unangenehmen Überraschungen kommen.
  • Besonders großen Abstand zum Vordermann halten. Fuß weg vom Gas und vorausschauend fahren.
  • Zu abrupte Fahrmanöver führen zu einem Ausbrechen des Fahrzeuges. Ruhig, rund und anti-aggressiv ist der bewährte Fahrstil auf Glatteis.
  • Wenn überholt werden muss, dann nur besonders gefühlvoll und vorsichtig.

Schleuderndes Fahrzeug - jetzt kommt es auf die richtige Reaktion an

Bei Regen, Schnee und Eis verschieben sich die physikalischen Grenzen. Der Bremsweg wird um vieles länger, die Bodenhaftung der Reifen nimmt ab und das Lenkverhalten des Autos verändert sich. "Vor allem Sommerreifen können sich den tiefen Temperaturen nicht ausreichend anpassen. Daher ist die Umrüstung auf Winterreifen mit thermoelastischer Gummimischung wichtig", so Blümel. Kommt der Autolenker trotz aller Vorbereitungen und Vorsicht ins Schleudern, rät der Fahrsicherheitsexperte:

  • Fuß weg vom Gaspedal, auskuppeln und blitzartig in die gewünschte Fahrtrichtung lenken.
  • Eine alte Faustregel der Profis lautet: Wohin man blickt, dorthin lenkt man auch.
  • Bei einem schleudernden Fahrzeug tritt der Lenker oft instinktiv auf die Bremse. Verfügt das Fahrzeug über ABS, ist das Bremsen und gleichzeitige Lenken möglich. Hat das Fahrzeug aber kein ABS, sollte während des Gegenlenkens nicht gebremst werden.
  • Ist das Fahrzeug wieder stabilisiert, kann wenn nötig, wieder voll gebremst werden.

Das richtige Verhalten bei winterlichen Fahrverhältnissen kann man bei einem Fahrsicherheitskurs in einem der neun ÖAMTC-Fahrsicherheitszentren trainieren. Auf der Homepage des Clubs finden sich neben dem gesamten Kursangebot auch die Adressen aller ÖAMTC-Fahrsicherheitszentren.

Quelle: ÖAMTC

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