Bei Erkältung lieber nicht Autofahren

Wahrnehmung und Reaktionsfähigkeit können beeinträchtigt sein

Herbstzeit ist Schnupfenzeit und Medikamente gegen grippale Infekte haben Hochkonjunktur. "Wer stark erkältet ist, sollte besser nicht hinters Steuer. Die Erkältungssymptome selbst und auch eingenommene Arzneien können die Wahrnehmungs- und Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen . Die im Straßenverkehr nötige Konzentration ist dann schwer aufzubringen", weiß ÖAMTC-Verkehrspsychologin Dora Donosa.

Wer schwer erkältet ist, leidet oft an mehreren Symptomen gleichzeitig wie Schnupfen, Husten, tränenden Augen, Kopf- oder Gliederschmerzen, wodurch die allgemeine Leistungsfähigkeit und somit auch die Fahrtüchtigkeit herabgesetzt wird. Auch plötzliche Husten- oder Niesanfälle können beim Autofahren zu gefährlichen Situationen führen. Beim Niesen schließt man reflexartig die Augen, der Körper wird durchgerüttelt und für Sekunden ist man vom Verkehrsgeschehen abgelenkt. "Wer dann noch lange nach einem frischen Taschentuch suchen muss, kann dem Verkehrsgeschehen nicht mehr ausreichend folgen", weiß Donosa. Es ist daher besonders wichtig, seinen Gesundheitszustand und die damit verbundenen Beeinträchtigungen vor Fahrtantritt richtig einzuschätzen. Wer sich nicht fit fühlt, sollte auf das Autofahren verzichten.

Werden die Symptome einer Erkältung mit Medikamenten bekämpft, kann dies ebenso Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit haben. Viele Erkältungs- und Grippemittel machen müde und vermindern die Konzentrationsfähigkeit. "Vor dem Griff zum Medikament sollte daher unbedingt der Beipackzettel genau studiert werden. Ist man sich nicht sicher, sollte man vor der Einnahme des Erkältungsmittels mit dem Arzt oder Apotheker Rücksprache halten", rät Donosa.

Wenn Arzneimittel eingenommen werden, auf keinen Fall Alkohol trinken . Auch kleinste Mengen können Wirkung und Nebenwirkungen der Medikamente enorm verstärken.

Grippeviren werden durch Tröpfcheninfektion übertragen. Die Grippeimpfung schützt nur gegen die Influenza und nicht gegen die grippalen Infekte. Im Krankheitsfall sollte man sich schonen und reichlich Flüssigkeit trinken.

Übrigens: Wer in einem durch Krankheit oder Medikamente stark beeinträchtigten Zustand ein Fahrzeug lenkt, ist strafbar und muss mit einer Verwaltungsstrafe von bis zu 726 Euro rechnen. Außerdem kann die Exekutive bei Fahruntauglichkeit die Weiterfahrt verhindern und zum Beispiel die Fahrzeugschlüssel abnehmen, wenn keine andere Person in der Lage ist, statt der beeinträchtigten Person das Fahrzeug sicher zu lenken. Auch bei einem Unfall muss man bei Beeinträchtigung möglicherweise mit einer Haftung rechnen.

Quelle: ÖAMTC

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