Fahren bei Regen ist für viele Autofahrer ein Problem

Fahrverhalten unbedingt an schwierige Bedingungen anpassen

Wenn ein Fahrzeuglenker gemütlich im gut geheizten Auto sitzt, während draußen die ersten Tropfen fallen, täuscht das oft über die tatsächliche Größe der Haftung zwischen Reifen und Fahrbahn hinweg. Auch wenn das Gefühl etwas anderes sagt, sollte man sein Fahrverhalten rasch an die veränderten Fahrbedingungen anpassen . Regen bedeutet allgemein schwierige Bedingungen im Straßenverkehr. "Vor allem auf kurvenreichen Strecken kann eine nicht angepasste Fahrweise fatale Folgen haben", warnt Gerhard Blümel, Leiter des ÖAMTC-Fahrsicherheitszentrums Teesdorf. Bei Regen ist vor allem die Straße rutschiger , der Bremsweg verlängert sich und die Sicht verschlechtert sich. "Vorausschauendes Fahren, angepasste Geschwindigkeit und das Einhalten größtmöglicher Abstände gehören ebenso zu den Grundvoraussetzungen wie weiches und sanftes Lenken und ein gefühlvoller Umgang mit Bremse und Gas", sagt der ÖAMTC-Experte.

Der Club gibt Tipps, wie man auch bei Regenwetter sicher ans Ziel kommt :

Erhöhte Aufmerksamkeit . Sobald sich die Fahrbedingungen verändern, sollte man besonders konzentriert und vorausschauend fahren. "So kann zum Beispiel zu laute Musik oder Telefonieren mit Freisprechanlagen ablenken", sagt Blümel.

Licht ein . Wichtig ist es, zu sehen und gesehen zu werden - und zwar schon dann, wenn sich der Himmel verdunkelt. Wird der Regen stärker und die Sicht verschlechtert sich, kann auch die Nebelschlussleuchte eingeschaltet werden. "Sie ist heller als das Rücklicht und wird daher von anderen Verkehrsteilnehmern früher wahrgenommen", sagt der ÖAMTC-Fahrsicherheitsexperte. Allerdings sollte die Nebelschlussleuchte im Kolonnenverkehr wieder abgedreht werden.

Geschwindigkeit reduzieren . "Bei rutschiger Fahrbahn ist angepasste Fahrgeschwindigkeit das Gebot der Stunde", betont Blümel. Als Faustregel empfiehlt der ÖAMTC-Experte: "Bei besten Bedingungen dürfte der Autofahrer auf einer trockenen Freilandstraße 100 km/h fahren. Wenn die Fahrbahn nass ist, muss er seine Geschwindigkeit bereits um 30 Prozent reduzieren." Letztendlich ist bei zu hohem Tempo die Aquaplaning-Gefahr sehr stark.

Abstand vergrößern . Der Bremsweg verlängert sich bei rutschiger und nasser Fahrbahn. Beträgt der Bremsweg bei 100 km/h auf trockener Fahrbahn ca. 45 Meter, so wäre er auf nasser Fahrbahn bei gleicher Geschwindigkeit ca. 90 Meter lang. Das bedeutet: Wo das eine Fahrzeug gerade noch zum Stillstand kommt, wäre das andere Fahrzeug noch mit ca. 70 km/h unterwegs. Daher sollte man den Abstand zum Vordermann entsprechend anpassen. Optimal ist je nach Geschwindigkeit der Zwei- bis Drei-Sekundenabstand. "Wenn ein dahinter fahrender Lenker zu nah auffährt, sollte man den Abstand noch einmal vergrößern, um im Notfall einen Polster zum Reagieren zu haben", empfiehlt der ÖAMTC-Fahrsicherheitsexperte.

Sollte es zu einem Aufschwimmen der Räder (Aquaplaning) kommen, dann ist bei schaltgetriebenen Fahrzeugen sofort auszukuppeln , bei Automatikfahrzeugen Gas wegzunehmen. Da meistens die Vorderräder in dieser Situation kaum mehr Haftung aufbauen können, kann es zu einem Überlenken der Räder kommen. Wichtig ist, dass die Vorderräder immer in Richtung der gewüschten Fahrtrichtung zeigen, und das funktioniert in solchen Gefahrenmomenten am besten, wenn die richtige Blicktechnik angewandt wird.

Wie man in Gefahrensituationen richtig reagiert , kann man bei einem ÖAMTC-Fahrsicherheitstraining lernen. Das Ziel im Training: Die Situation und die Reaktion des Fahrzeuges gefahrlos kennen lernen, das richtige Verhalten trainieren, um im Ernstfall möglichst automatisiert und richtig reagieren zu können.

Nähere Informationen zu den Fahrsicherheitskursen sind online unter www.oeamtc.at/fahrsicherheit möglich. Dort kann man mit Check-In-Button die Kurse auch bequem online buchen.

Quelle: ÖAMTC

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