ÖAMTC bietet Spezial-Fahrtraining für Klein-LKW

Neuer Kipp-Transporter bei Fahrsicherheitstrainings im Einsatz

In Österreich sind rund 30.000 Klein-Lkw bis 3,5 Tonnen zugelassen. Die Vorteile der Transporter liegen auf der Hand: Sie sind in den vergangenen Jahren dank kräftiger Dieselmotoren immer schneller geworden und halten auf der Autobahn mit den Pkw locker mit. Die Fahrer benötigen lediglich den B-Führerschein. Tatsache ist aber, dass der Kleintransporter technisch eher einem Lkw entspricht . "Die Fahrdynamik ist mit der eines Pkw nicht zu vergleichen. Das Limit ist schneller erreicht als man glaubt", warnt Gerhard Blümel, Leiter der Bus- und Lkw-Fahrsicherheit beim ÖAMTC. Hoher Beladungsschwerpunkt, ein abrupter Spurwechsel oder ein, zwei km/h zu schnell in der Kurve - und der Transporter ohne ESP kann kippen. Der ÖAMTC will den Fahrern das Werkzeug in die Hand geben, um besser mit den Anforderungen ihres Alltags zurecht zu kommen und hat ein spezielles Kleintransporter-Training mit Kipp-Fahrzeug entwickelt.

Immerhin: In den vergangenen fünf Jahren ist ein leichter Rückgang der Unfälle mit Klein-Lkw zu verzeichnen (minus 7,3 Prozent). Damit der positive Trend auch künftig anhält, sind geeignete Maßnahmen gefordert. "Den Fahrern darf man nicht die Schuld in die Schuhe schieben. Wesentliche Faktoren, wie z.B. die geänderte Fahrzeugdynamik zum Pkw oder der enorme Einfluss der Beladung auf das Fahrverhalten haben die Lenker nie systematisch gelernt", sagt Blümel. Hinzu kommt, dass viele Fahrer unter großem Zeitdruck fahren, z.B. im Kurierdienst. Je knapper die Zeit, desto mehr Fehler passieren. Der ÖAMTC setzt verstärkt auf die Schulung der Kleintransporter-Fahrer.

Im Eintages-Training für Transporter-Fahrer geht es u.a. um Fahrzeugdynamik, Grenzbereiche mit dem Kippfahrzeug, Fahrtechnik, richtige Ladungssicherung und Economy-Fahren. "Die Ampel blinkt schon grün, der Lenker will aber trotzdem noch schnell rechts abbiegen und gibt Gas", schildert Blümel eine ganz alltägliche Situation. "Der hohe Schwerpunkt, den das Fahrzeug durch die Beladung hat, wird dem Lenker zum Verhängnis. Schon spürt er, wie sich die Räder heben." Aus einer Alltags- wird eine Extremsituation. Mit dem Kipp-Transporter - dem Highlight bei den fahrdynamischen Übungen - wird die Auswirkung solcher verhängnisvoller Fehler simuliert. Das Fahrzeug verfügt über eine Konstruktion, die das Kippen über Stützräder vermeidet. Mit Tankbehältern im Fahrzeug, die individuell mit Wasser befüllt werden, stellen die ÖAMTC-Instruktoren im Training unterschiedliche Beladungszustände dar.

Neben dem Kipp-Transporter gibt es weitere Schwerpunkte im Programm: Etwa wie die Fahrzeugtechnik (z.B. ESP oder ABS) für die Sicherheit wirkt oder worauf es beim Economy-Fahren ankommt. "Die Lenker werden auf stressfreies, materialschonendes und - daraus resultierend - auf wirtschaftliches Fahren geschult. Dabei erfahren sie, dass Economy-Fahren keinen Zeitverlust darstellt", erklärt Blümel.

Noch ein wesentlicher Punkt: Die Ladungssicherung . Für den Klein-Lkw eines Installateurs braucht es andere praktikable und sichere Lösungen als für jenen eines Paketdienstes oder eines Glasermeisters. Mit einem Demo-Fahrzeug von Iveco können die ÖAMTC-Instruktoren bei der Ladungssicherung auf die individuellen Anforderungen der Branche oder des Unternehmens eingehen und zeigen, wie Werkzeug, Material, Beladung richtig gesichert werden.

Die Transporter-Trainings finden in allen neun ÖAMTC-Fahrsicherheitszentren statt, nähere Informationen und Buchung unter www.oeamtc.at/fahrsicherheit .

Quelle: ÖAMTC

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