Fernlicht-Assistent bald auch in der Mittelklasse ?

Sicherheitsplus bei Nachtfahrten

Die meisten Autofahrer sind sicher, dass sie ihr Fernlicht richtig nutzen. Allerdings beklagen sie sich, dass entgegenkommende Autos sie bei Nacht oft blenden. Auf ihnen bekannten Strecken verzichten aber viele Autofahrer auf das Einschalten des Fernlichts. Andere lassen die Scheinwerfer aus Vorsicht abgeblendet, weil sie fürchten, bei Gegenverkehr nicht rechtzeitig zu reagieren. Das sind Ergebnisse einer Studie des TÜV Rheinland zum Umgang deutscher Autofahrer mit ihrem Fernlicht.

Im Rahmen der Studie für den amerikanischen Zulieferer Gentex waren im vergangenen Jahr 553 deutsche Fahrerinnen und Fahrer von Fahrzeugen der oberen Mittelklasse und der Oberklasse befragt worden, die mit ihren Fahrzeugen deutlich mehr Strecke zurücklegen als der Durchschnittsfahrer. Dabei stellte sich heraus, dass viele von ihnen das Licht ihrer Fahrzeuge nicht voll ausnutzen. Eine vergleichbare Studie in den USA war sogar zu dem Ergebnis gekommen, dass dort Fernlicht nur in drei Viertel aller Fälle, in denen es hätte benutzt werden können, auch wirklich eingeschaltet war.

Da ein großer Teil der Unfälle in der Dunkelheit passiert, bemühen sich die Autohersteller darum, den Autofahrer bei Nacht zu unterstützen. Zur Zeit werden sogar Radar- und Kamerasysteme angeboten, die das Sichtfeld des Autofahrers bei Nacht nach vorn erweitern. Diese Technologien sind effektiv, aber natürlich teuer . Sie bleiben damit zunächst den Fahrern der Oberklasse-Fahrzeuge vorbehalten. Eine bessere Ausnutzung des Fernlichts wäre billiger und hätte ebenfalls einen großen Einfluss auf die Sicherheit bei Nachtfahrten.

Der TÜV Rheinland hat deshalb in seiner Studie untersucht, ob ein kostengünstigeres System von den Autofahrern akzeptiert würde. Gemeint ist der Fahrlichtassistent , der von BMW gegen Aufpreis jetzt auch für die Modelle der 3-er Serie angeboten wird, nachdem er bisher den 5-ern und 7-ern vorbehalten war. Dieses System, das in den USA bereits breite Anwendung findet, schaltet das Fernlicht ein, sobald die Straße vor dem eigenen Fahrzeug frei von Entgegenkommenden und Vorausfahrenden ist, also niemand geblendet werden kann.

Die in Deutschland befragten Autofahrer würden einen FA mit großer Mehrheit begrüßen, allerdings eher als Komfortelement als unter dem Aspekt größerer Sicherheit. Die meisten Autofahrer sind eben davon überzeugt, dass sie selbst niemanden blenden. Lt. einer US-Studie unter 150 Cadillac-Fahrern zeigten sich 86 Prozent der Testfahrer mit dem FA zufrieden, obwohl sie dem System gegenüber vorher skeptisch eingestellt waren. Neun von zehn Nutzern sahen nur selten oder gar nicht die Notwendigkeit, anders als der FA zu entscheiden.

Der Fernlichtassistent empfiehlt sich daher sowohl als Komfort- als auch als Sicherheitssystem, das Nachfahrten viel von ihrem erhöhten Risiko nehmen kann. Aufgrund der - im Vergleich zu Systemen mit Radar, Infrarot, Kameras und Bildschirmen - verhältnismäßig geringen Kosten könnte er bald auch in Fahrzeugen der Mittel- und Kompaktklasse angeboten werden.

auto-reporter

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