Geisterfahrer : Richtiges Verhalten im Fall der Fälle

Wie Sie bei einer Geisterfahrer-Warnung richtig reagieren

Die Meldung "Achtung Geisterfahrer ..." ist täglich mehrmals über den Verkehrsfunk zu hören. Zu Unfällen mit Geisterfahrern kommt es laut Statistik Austria aber zum Glück eher selten. Im Jahr 2004 wurden auf den Autobahnen und Schnellstraßen mit baulicher Mitteltrennung in Österreich laut ÖAMTC insgesamt 16 Geisterfahrerunfälle - vier davon mit Sachschaden, 12 mit Personenschaden - registriert. Von 20 Personen wurde dabei eine getötet, 19 verletzt. Sehr unterschiedlich waren die Ausgangspunkte für die Geisterfahrten. ÖAMTC-Verkehrsexperte Michalek: "Insgesamt dreimal hatten die Autofahrer ein Wendemanöver auf der Richtungsfahrbahn durchgeführt, zweimal waren sie von Raststätten, Parkplätzen oder Tankstellen und ebenfalls zweimal von der normalen Anschlussstelle falsch aufgefahren".

Michalek führt drei wesentliche Hauptursachen für die Geisterfahrten an:

  • Alkoholisierung: Rund 50 Prozent aller Geisterfahrer sind alkoholisiert, fahren mit nicht angepasster Geschwindigkeit und erhöhter Risikobereitschaft.
  • Überforderung: Dies betrifft etwa ein Drittel aller Geisterfahrer. Überforderte Fahrer sind zumeist verwirrte Personen, ältere Fahrer oder Lenker mit fehlender Fahrpraxis.
  • Bewusste und absichtliche Geisterfahrer: Etwa 20 Prozent aller Geisterfahrer. Sie wenden auf der Fahrbahn.

Den verheerenden Geisterfahrerunfall der vergangenen Nacht auf der Südautobahn in Niederösterreich nimmt der ÖAMTC zum Anlass, neuerlich auf die wichtigsten Verhaltensregeln bei Geisterfahreralarm hinzuweisen. Hilfreiche Informationen über Geisterfahrer erhält man über Verkehrsfunk oder - wie bei Gefahr üblich - über blinkendes Licht auf den Notrufsäulen .

Was tun bei Geisterfahrergefahr?

  • Möglichst ruhig bleiben
  • Tempo reduzieren - eventuell notwendige Ausweichmanöver müssen im niedrigen Geschwindigkeitsbereich durchgeführt werden, sonst droht Schleudergefahr
  • Auf gar keinen Fall überholen und versetzt fahren, denn wenn zwei Fahrzeuge nebeneinander fahren, kann kein Lenker ausweichen
  • Warnblinkanlage einschalten
  • Nach Möglichkeit einen Parkplatz aufsuchen und warten bis über das Radio eine Entwarnung durchgegeben wird
  • Wenn man einen Geisterfahrer sieht, sollte man über die nächste Notrufsäule die Autobahnmeisterei alarmieren. Dadurch kann automatisch der genaue Standort ermittelt werden
  • Beim Hilferuf mit dem Handy muss man auf die genauen Autobahnkilometer achten, um den Abschnitt präzisieren zu können

Was tun, wenn man selbst zum Geisterfahrer geworden ist?

  • Wenn man merkt, dass man selbst zum Geisterfahrer geworden ist, sollte man sofort die Warnblinkanlage und das Abblendlicht einschalten, um andere Lenker zu warnen.
  • Sofort das Tempo reduzieren
  • Man soll so weit wie möglich an den nächstgelegenen Fahrbahnrand fahren, sofort anhalten, hinter der Leitplanke Schutz suchen und auf das Eintreffen der Exekutive warten
  • Niemals die Fahrbahn kreuzen, da man im Stress leicht ein sich näherndes Fahrzeug übersehen kann
  • Auf keinen Fall versuchen mit dem Fahrzeug zu wenden oder mit dem Rückwärtsgang die Autobahn wieder zu verlassen, denn das Risiko, dadurch herankommende Fahrzeuge zu gefährden, ist viel zu hoch.

Quelle: ÖAMTC