ÖAMTC : Geländewagen für Fußgänger gefährlich

Crashtest-Vergleich zeigt: Sechs von neun Off-Roadern bieten keinen bis unzureichenden Schutz

Ein Aufprall wie gegen eine "fahrende" Mauer , so beschreibt ÖAMTC-Cheftechniker Max Lang die Kräfte, die bei einem Zusammenstoß mit einem Geländewagen auf das Becken eines Erwachsenen oder den Kopf eines Kindes wirken. Ein Vergleich von Crashtest-Ergebnissen zeigt, dass Geländewagen beim Fußgängerschutz am schlechtesten abschneiden. Sechs von neun Geländewagen über 2,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht erreichen beim Fußgängerschutz keinen oder nur einen einzigen Stern. "Obwohl sie wegen ihrer typischen hohen Front besonderes Gefahrenpotenzial für Hüftverletzungen haben, wird in dieser Fahrzeugklasse definitiv am wenigsten für Fußgängersicherheit getan", kritisiert Lang.

Am besten schneidet die Kompaktklasse (z.B. Honda Civic), gefolgt von den Kleinwagen (z.B. Suzuki SX4) ab. Die Kleinen schaffen durchschnittlich am häufigsten bis zu drei Sterne. In der Mittel- und Oberen Mittelklasse bleibt ein gewaltiges Verbesserungspotenzial ungenutzt - hier schafft man durchschnittlich nur einen Stern. Bisher konnte nur ein Fahrzeug aus der Oberen Mittelklasse, der Citroen C6, die höchste Bewertung mit vier Sternen erlangen. "Ein Armutszeugnis für viele Fahrzeughersteller, wenn man bedenkt, dass bessere Ergebnisse im Fußgängerschutz technisch möglich wären", sagt ÖAMTC-Cheftechniker Max Lang. Bei den Vans erzielen die Minivans deutlich bessere Werte als ihre großen Brüder.

Sportliche Off-Roader erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Der Jeep Grand Cherokee wurde 2005 und der Hyundai Santa Fe 2006 mit null Punkten beim Fußgängerschutz bewertet, womit beide Hersteller alle ÖAMTC-Forderungen für einen besseren Fußgängerschutz ignorieren. "Daher ist es umso wichtiger, Geländewagen über 2,5 Tonnen in den gesetzlichen Fußgängerschutz einzubinden. Das Risiko für Fußgänger oder Radfahrer nach dem Aufprall durch die Luft gewirbelt zu werden und dann hart auf der Straße zu landen, bleibt aber unkalkulierbar", sagt ÖAMTC-Cheftechniker Max Lang.

Der Fußgängerschutz wird von den meisten Fahrzeugherstellern, die aufgrund ihres zulässigen Gesamtgewichtes die gesetzlichen Anforderungen umgehen können, vernachlässigt. Beim Hüftaufprall wird das am deutlichsten, weil dieser nicht von der EU-Richtlinie für Fußgängerschutz gefordert wird. Das zeigt sich vor allem bei Fahrzeugen von Hyundai und Chrysler, es gibt aber auch Ausnahmen wie Audi und Nissan, die etwas für den Fußgängerschutz ihrer Fahrzeuge tun, obwohl sie seitens der Gesetzgebung nicht dazu gezwungen sind.

Quelle: ÖAMTC

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