Heckaufprall-Test bewertet Schutzfunktion von Fahrzeugsitzen

Gefahr Peitschenschlagsyndrom - nur fünf Autos top, 80 Prozent sind verbesserungswürdig

Der ÖAMTC hat bei einem Heckcrashtest die Vordersitze von 25 Autos in punkto Insassenschutz bewertet. Konkret wurde überprüft, inwieweit die Fahrer bei einem Auffahrunfall vor Verletzungen der Halswirbelsäule (Peitschenschlagsyndrom) geschützt sind. Die getesteten Fahrzeugsitze wurden in drei Gruppen mit "gut", "durchschnittlich" und "schlecht" bewertet. " Nur fünf der getesteten Fahrzeuge erreichten die bestmögliche Bewertung ", sagt ÖAMTC-Cheftechniker Max Lang. Diese fünf Fahrzeuge sind der Volvo XC60, Alfa Romeo Mito, VW Golf VI, Audi A4 und Opel Insignia. " Die Sitze von 20 Autos - das sind 80 Prozent der getesteten Fahrzeuge - sind mehr oder weniger verbesserungswürdig ", mahnt Lang die Hersteller, sowohl im Konsumenten- als auch im Eigeninteresse an Verbesserungen zu arbeiten.
 
In die größte mit "durchschnittlich" beurteilte Gruppe fallen zwölf der 25 überprüften Sitze . "Dabei ist die Bandbreite sehr groß. Manche sind 'fast gut', andere 'gerade noch durchschnittlich'", sagt Lang. Am besten schnitt in dieser Gruppe der Renault Koleos ab, gefolgt vom Lancia Delta, BMW X3, Renault Kangoo 2, Renault Megane, Honda Accord, Skoda Superb, Ford Fiesta, Hyundai i30. Schlusslichter in der Gruppe sind der Seat Ibiza und die Mercedes Benz M Klasse vor dem Dacia Sandero . "Die Beurteilung zeigt, dass die überprüften Sitze zwar einige positive Qualitätsmerkmale aufweisen, dass aber bei wichtigen Aspekten zusätzliche Verbesserungen notwendig sind", erläutert der ÖAMTC-Cheftechniker. "Dazu gehört vor allem eine optimierte Sitz-/Kopfstützengestaltung ."
 
Beunruhigend ist, dass die Sitze von acht Autos mit einem " schlecht " in die unterste Bewertungsgruppe rutschten. Diese Fahrzeuge sind der Daihatsu Cuore , Citroen Berlingo , Hyundai i10 , Citroen C5 , Ford Kuga und mit beunruhigenden 0 Punkten am letzten Platz der Daihatsu Terios , Peugeot 308CC und Suzuki Splash . "Wer mit einem dieser Fahrzeuge unterwegs ist, hat im Fall eines Heckaufpralls schon bei geringer Geschwindigkeit ein signifikant größeres Risiko, eine schwere Verletzung oder sogar Schädigungen der Halswirbelsäule davonzutragen, als mit Fahrzeugen, deren Sitze als sicher eingestuft wurden", warnt der ÖAMTC-Experte.
 
Fahrzeugpreis sagt nichts über Sitzqualität
 
Weder der Preis des Fahrzeugs noch eine positive Beurteilung der Insassensicherheit lassen im Moment Rückschlüsse auf die Qualität der verwendeten Sitze zu. Denn sowohl teure wie auch günstige Fahrzeuge wiesen im ÖAMTC-Heckcrashtest gute wie auch schlechte Testergebnisse auf. "Der Kauf eines teuren Fünf-Sterne-Autos garantiert derzeit nicht, dass man den bestmöglichen Sitz hat. Dieser Test ist für den Konsumenten daher eine wichtige Zusatzinformation", sagt Club-Experte Lang abschließend. Er begrüßt, dass ab 2009 der Heckcrashtest Bestandteil der Euro NCAP-Tests sein wird.

ÖAMTC

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