Bei großer Hitze im Auto leidet die Konzentration

Klimaanlage kann Unfallrisiko senken, erhöht aber den Verbrauch

Eine richtig funktionierende Klimaanlage bietet nicht nur Komfort, sondern ist auch ein Sicherheitsfaktor . "Untersuchungen haben gezeigt, dass bei einer Erhöhung der Innraumtemperatur von 25 auf 35 Grad die Konzentrationsfähigkeit des Fahrers um mehr als 20 Prozent nachlässt", sagt ÖAMTC-Techniker Thomas Stix. Der Einsatz von Klimaanlagen steigert somit nicht nur den Komfort, sondern senkt auch das Unfallrisiko .

Allerdings kann auch übertriebenes Abkühlen zu Problemen führen

Große Temperaturunterschiede zwischen Außentemperatur und dem Wageninneren können für die Insassen zu Erkältungen oder Kreislaufbeschwerden führen. "Die Klimaanlage sollte deshalb ca. fünf Grad unter der Außentemperatur eingestellt werden", so der Rat des ÖAMTC-Experten.

Korrekte Bedienung der Klimaanlage schont die Gesundheit

Bei stark aufgeheizten Fahrzeugen, sollte man vor der Fahrt zunächst alle Fenster öffnen , damit die warme Luft entweichen kann. Anschließend stellt man die Klimaanlage auf Umluft und die niedrigste Stufe ein. Die Fenster und eventuell das Schiebedach sollten dabei offen sein , damit die heiße Luft schnell entweichen kann. Nach etwa drei Minuten können die Fenster wieder geschlossen werden . "Durch Betätigung der "Umluft"-Taste wird die Luft im Wageninneren umgewälzt, wodurch sie noch schneller abkühlt", rät der ÖAMTC-Experte. Fünf Minuten später sollte man die Umluft-Funktion wieder deaktivieren, um die Luftqualität nicht zu verschlechtern.

Die beste Dauerkühlung erreicht man danach über die Defrosterdüsen der Frontscheibe. Bei einer Klimaautomatik wird alles von selbst reguliert, es muss nur mehr die Temperatur auf ein vernünftiges Maß eingestellt werden. Die Kühlluft sollte übrigens nie direkt auf den Körper zielen, sonst drohen Verkühlungen.

Über 28 Prozent Sprit-Mehrverbrauch

Über 90 Prozent der Neufahrzeuge besitzen eine Klimaanlage. Da der Komfort aber mit Kraftstoff-Mehrverbrauch erkauft wird, hat der ÖAMTC die Effizienz von Klimaanlagen mit fünf unterschiedlichen Fahrzeugen und Klimaanlagentechniken getestet. " Speziell in der Abkühlphase ist der Sprit-Mehrverbrauch sehr hoch . Die Testfahrzeuge benötigten hochgerechnet zwischen 2,47 und 4,15 Liter Kraftstoff mehr pro 100 Kilometer, um das Fahrzeuginnere von 31 Grad Celsius auf 22 Grad herunterzukühlen", erklärt ÖAMTC-Techniker Thomas Stix.

Kraftstoffmehrverbrauch bei einfachen Klimaanlagen 2,5 Mal höher

Als Testfahrzeuge kamen ein Mazda 6 2,0 MZR, Opel Vectra 2.2 direct, Audi A4 1,8 T, Audi A4 2.0 TDI sowie ein Ford Fiesta 1,4 zum Einsatz. Beim Vergleich der drei Fahrzeuge aus der Mittelklasse mit annähernd gleicher Motorleistung von 108 bis 120 kW aber unterschiedlicher Klimaanlagentechnik wird deutlich, dass der Opel Vectra 2.2 einen deutlichen höheren Mehrverbrauch aufweist als etwa der Audi A4 1,8 T. Ähnlich das Bild beim Mazda 6 2,0 MZR. "Der Test hat bewiesen, dass einfache, ungeregelte Klimaanlagen im Vergleich zu modernen Anlagen zu einem 2,5 Mal höheren Kraftstoff-Mehrverbrauch führen können", erläutert ÖAMTC-Techniker Thomas Stix.

Den größten Mehrverbrauch unter den Testfahrzeugen zeigte insgesamt (Abkühlphase und Halten der Temperatur) der "Kleine" von Ford mit manueller Klimaregelung. Er hat im Test 1,18 Liter auf 100 Kilometern mehr verbraucht, das sind rund 20 Prozent Plus . "Der Fiesta hat im Vergleich zu den anderen Testfahrzeugen den mit 59 kW leistungsschwächsten Motor. Der muss allerdings einen Klimakompressor antreiben, der beim Kühlen immer die volle Antriebsleistung von ca. 5 kW fordert", erklärt der ÖAMTC-Experte.

Der Vergleich zwischen Benziner und Diesel mit dem Audi A4 1,8 T (120 kW) gegenüber dem Audi A4 2,0 TDI (125 kW) hat hingegen gezeigt, dass bei annähernd gleicher Motorleistung und gleicher Klimaanlagentechnik der Einfluss der Motorart auf den Mehrverbrauch praktisch unbedeutend ist.

Kein Mehrverbrauch durch geöffnete Fenster

Wer in seinem Fahrzeug keine Klimaanlage hat und daher die Seitenfenster öffnet, um für kühlende Frische im Wageninneren zu sorgen, kann aufatmen: Bei geöffnetem Seitenfenster wurde kein signifikanter Mehrverbrauch festgestellt . Allerdings können geöffnete Seitenfenster eine Klimaanlage nicht ersetzen. "Der Fahrkomfort wird aber ab einer Geschwindigkeit von 50 km/h durch einen deutlich höheren Geräuschpegel und den starken Luftzug beeinträchtigt. Außerdem kann die Innentemperatur nicht unter den Wert der Außentemperatur abgesenkt werden", so der Club-Experte.

ÖAMTC fordert Einsatz moderner Klimaanlagen-Technik in Neuwagen

Die Klimaanlage in einem Fahrzeug funktioniert im Prinzip wie ein Kühlschrank. Ein Luftstrom wird mithilfe eines Verdampfers abgekühlt und in das Fahrzeuginnere geblasen. "Fahrzeuge mit automatischer Klimaregelung weisen einen deutlich geringeren Mehrverbrauch auf. Die Industrie ist deshalb auch in Zusammenhang mit der Diskussion um die Senkung der CO2-Emissionen gefordert, nur mehr kraftstoffsparende Anlagen einzubauen", sagt der ÖAMTC-Experte. Der ÖAMTC fordert Klimaanlagen mit möglichst geringem Leistungsbedarf sowie ein einheitliches Verfahren, nach dem der Mehrverbrauch exakt ermittelt und in den jeweiligen Fahrzeugunterlagen klar ausgewiesen wird.

Quelle: ÖAMTC

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