Vorschriften zur Kindersicherung im Auto

In Österreich und im Ausland

Im Zuge der 36. Novelle des österreichischen Kraftfahrgesetzes wurden kürzlich die Bestimmungen zur Kindersicherung im Auto geändert. "Ab sofort ist für Kinder ab einer Größe von 135 cm - statt bisher ab 150 cm - die Sicherung mit dem serienmäßigen Dreipunktgurt ausreichend. Die bisherige Ausnahmeregelung wird somit zum Standard", erklärt ÖAMTC-Juristin Verena Pronebner. Der ÖAMTC empfiehlt für einen optimalen Gurtverlauf trotzdem ein etabliertes Rückhaltesystem, also eine Sitzerhöhung, zu verwenden. Kinder, die kleiner als 1,35 Meter sind, benötigen eine ihrem Gewicht und ihrer Größe entsprechende Rückhaltevorrichtung. Bei Verstößen gegen die gesetzliche Regelung droht in Österreich neben einer Strafe bis 5.000 Euro auch eine Vormerkung im Führerscheinregister.

Etwas anders sind die Regeln im europäischen Ausland: "Fast alle Nachbarländer legen die Grenze für die alleinige Verwendung des Sicherheitsgurts bei 150 cm Körpergröße fest. Auch deswegen sollte man die betreffenden Kinder weiterhin mit einer Sitzerhöhung befördern", rät Verena Pronebner. Hier die Details zur Kindersicherung im Ausland:

In Italien müssen Kinder unter neun Kilo in einem rückwärtsgerichteten Kindersitz befördert werden. Kinder zwischen neun und 36 kg und kleiner als 150 cm benötigen einen Gewicht und Größe entsprechenden Kindersitz. Ab 1. Juli 2019 müssen Kindersitze in Italien mit einem Alarm ausgestattet sein, der ein Vergessen von Kindern im Fahrzeug verhindern soll. Die Pflicht gilt aber nur für in Italien zugelassene Fahrzeuge. Bei Mietwagen trägt zwar der Vermieter die Verantwortung für die richtige Ausstattung des Fahrzeuges, die Diskussion mit der Exekutive bleibt aber dem Touristen, warnt die ÖAMTC-Juristin. Daher ist es ratsam, vorab zu klären, ob das Fahrzeug ordnungsgemäß ausgestattet ist.

In Kroatien benötigen Kinder bis 150 cm einen entsprechenden Kindersitz. Größere Kinder sind mit dem Sicherheitsgurt und einer Sitzerhöhung zu sichern. Kinder unter zwölf Jahren dürfen nicht auf dem Motorrad befördert werden.

In Slowenien benötigen Kinder unter 150 cm einen dem Gewicht und der Größe entsprechenden Kindersitz. Ein Verstoß gegen die Bestimmungen kostet 120 Euro

In Deutschland müssen Kinder unter zwölf Jahren und kleiner als 150 cm in geeigneten Rückhalteeinrichtungen transportiert werden. Für Kinder ab drei Jahren genügt ausnahmsweise der "normale" Gurt, sofern die Sicherung eines dritten Kindes auf der Rückbank durch ein Kinderrückhaltesystem wegen der Sicherung anderer Kinder nicht möglich ist

In Tschechien benötigen Kinder unter 36 kg und unter 150 cm einen dem Gewicht und der Größe entsprechenden Kindersitz.

In Ungarn müssen Kinder unter 150 cm mit einem Kinderrückhaltesystem transportiert werden. Fährt ein Kind mit mindestens 135 cm auf der Rückbank mit, genügt - wie auch in Österreich - der Sicherheitsgurt.

In der Schweiz müssen Kinder - wie in Deutschland - bis zum Alter von zwölf Jahren oder einer Größe von 150 cm in einem entsprechenden Kindersitz befördert werden.

In Frankreich benötigen Kinder bis zehn Jahre einen dem Gewicht und der Größe entsprechenden Kindersitz. Bei Missachtung der Sicherungspflicht fällt eine Strafe von 135 Euro an.

In ganz Europa müssen Kindersitze ein ECE-Prüfzeichen vorweisen. Viele Länder Europas schreiben Kindersitze mit mindestens ECE-Regelung Nr. 44/03 (oder nachfolgend) vor. Parallel dazu besteht seit einigen Jahren die Kindersitznorm ECE R129, auch "i-Size" genannt. Diese soll künftig als einziger europäischer Standard für Kinderautositze gelten - mit dem Ziel, die Sicherheit auf ein Optimum auszuweiten. So dürfen Kinder bis ca. 15 Monate nur noch rückwärtsgerichtet befördert werden. "In nahezu allen Ländern Europas gleich geregelt ist die Verwendung von nach hinten gerichteten Kindersitzen auf dem Beifahrersitz. Diese sind nur zulässig, wenn der Beifahrerairbag deaktiviert ist", sagt ÖAMTC-Expertin Pronebner. "Welches Rückhaltesystem geeignet ist, richtet sich insbesondere nach Größe und Gewicht des Kindes. Daher sollte man den Sitz vor dem Kauf mit dem Kind gemeinsam ausprobieren", rät Verena Pronebner. Umfangreiche Beratung zu Kindersitzen erhält man auch bei den ÖAMTC-Stützpunkten.

Quelle: ÖAMTC